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Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

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AktuellAktuell:Künstler

Zum Tod von Ingrid Wiener

Zwischen Kunst und Handwerk, Küche und Performance


Ingrid Wiener

Ingrid Wiener ist tot. Die österreichische Allround-Künstlerin, die als Weberin, Zeichnerin, Filmemacherin, Performerin, Köchin und Geschäftsfrau hervortrat und die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst, Alltag und Kunstproduktion immer wieder nonchalant überschritt, starb am 1. Oktober einen Tag vor ihrem 84. Geburtstag. Das gab ihre Galerievertretung Barbara Wien bekannt. „Mit Ingrid Wiener verliert Wien eine außergewöhnliche Künstlerin, die mit ihrer Arbeit Maßstäbe gesetzt und mit großer Eigenständigkeit neue Wege in der Kunst eröffnet hat. Ihr Wirken als Pionierin der feministischen Avantgarde bleibt für die Kunststadt Wien von bleibender Bedeutung“, würdigte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig die Verstorbene. ...mehr

05.10.2026

Seine Kunst war nie nur bloße Abbildung, sondern eine Erforschung der Wirklichkeit und ihrer Wahrnehmung. Nun ist David Hockney gestorben

Paint your own life



Mit David Hockney ist einer der bedeutendsten und gefeiertsten Künstler der Gegenwart gestorben. Der britische Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Fotograf schied am 11. Juni friedlich zuhause in London aus dem Leben. Er wurde 88 Jahren alt. Bis in höchste politische und gesellschaftliche Kreise löste sein Tod in Großbritannien Bestürzung aus. König Charles III. lobte Hockneys außergewöhnlichen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst, seine Innovationskraft und seinen „unwiderstehlichen Charme“ und sprach von einem „engen Freund“ und einem „wahren Original“, womit er nicht zuletzt auf dessen bevorzugte gelbe Crocs anspielte, die er selbstverständlich zur Schau trug und die die Veranstaltungen im Buckingham Palace immer wieder zum „Leuchten gebracht hätten“. Seine umwerfende Kreativität werde in Museen und Galerien auf der ganzen Welt weiterleben. Auch Premierminister Keir Starmer würdigte den Verstorbenen als einen der berühmtesten Künstler Großbritanniens. Hockneys Tod mache ihn traurig, so Starmer. ...mehr

Vorreiterin der feministischen Kunst: In Gedenken an Valie Export

Weiter machen, radikal bleiben!


Valie Export

Am 17. Mai 1940 kam Waltraud Lehner in Linz zur Welt und besuchte später die dortige Kunstgewerbeschule. Mit 18 Jahren heiratete sie; noch im selben Jahr wurde ihre Tochter Perdita geboren. Nach der Scheidung von ihrem Mann zog sie 1960 nach Wien, wo sie die Höhere Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie besuchte. Nach ihrem Diplom im Bereich Design ging sie in die Filmbranche, wo sie als Script Girl, Filmeditorin und Komparsin arbeitete. Im Jahr 1967 wurde schließlich Valie Export geboren – eine radikale Geste, in der sie sowohl den Namen ihres Vaters als auch den ihres Mannes ablegte, um eine neue Identität anzunehmen und ihre Präsenz in der Kunstszene zu verkünden. Hierbei wurde sie von einer Zigarettenschachtel der Marke „Smart Export“ inspiriert. Als Hommage an diese Geschichte kreierte die Österreicherin ihr erstes Kunstwerk „Valie Export-Smart Export“, in der sie sich in einer trotzigen Pose im Stil der Jugendprotestbewegung der späten 1960er Jahre portraitierte: In der Hand hält sie eine Zigarettenschachtel der Marke Smart Export, die sie mit ihrem eigenen Gesicht und Logo bedrucken ließ und das Wort „Smart“ durch „Valie“ ersetzte. ...mehr

Eine Verschmelzung von Kunst und Leben, die den Tod schon impliziert: Timm Ulrichs gestorben

Totalkünstler mit verspieltem Hintersinn


Timm Ulrichs arbeitete gerne mit Humor, Hintersinn und Widerspruchsgeist. Da die Welt voll von Kunst sei, die nicht wie Möbel oder ein Auto irgendwann einmal entsorgt wird, trat er 1975 beim „Internationalen Kunstmarkt Köln“ als blinder Künstler auf und hatte ein Schild mit der Aufschrift „Ich kann keine Kunst mehr sehen“ vor der Brust hängen. Mit Blindenstock und Armbinde kritisierte er schon damals den ausufernden zeitgenössischen Kunstbetrieb und die nach seinen Worten „immer weiter um sich greifenden musealen Friedhöfe“. „Ich war auch immer groß in der Vermeidung von Kunst“, sagte Ulrichs im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem SWR. „Man müsste eigentlich Künstler dafür bezahlen, dass sie nichts produzieren oder alle Jubeljahre mal ein Werk vorlegen und sich nur Gedanken machen.“ Deswegen wollte er eigentlich auch einen Œuvre-Katalog über die Werke erstellen, die er der Menschheit erspart habe. Dazu kommt es aber nun nicht mehr. ...mehr

Mit Arnulf Rainer ist einer der Großen der Kunst seit 1945 gestorben. Seine markanten Übermalungen haben ihn weltweit berühmt gemacht

Der Übermaler


Arnulf Rainer

Österreich trauert um Arnulf Rainer. Der für seine Übermalungen bekannte Künstler, der am 8. Dezember noch seinen 96. Geburtstag feiern konnte, starb am 18. Dezember. Das teilte das Arnulf Rainer Museum mit und zeigte sich sehr betroffen vom Ableben des Ausnahmekünstlers. Er hinterlasse ein unvergessliches Erbe in der Kunstwelt. Als Wegbereiter der informellen Malerei in Österreich habe er schrittweise das Prinzip der Übermalung entwickelt, die in der Folge zu seinem Markenzeichen werden sollte, heißt es seitens des Museums und weiter: „Ursprünglich aus dem Surrealismus kommend, erweiterte Arnulf Rainer sein künstlerisches Repertoire um eine beeindruckende Vielfalt an Ausdrucksformen, zu denen Übermalungen, Überzeichnungen und gestische Malerei mit Hand und Finger zählten. Ikonischen Status erlangten seine ‚Face Farces‘ und ‚Body Poses‘, bei denen Rainer fotografische Selbstporträts mit dynamischen Malereigesten überarbeitete.“ ...mehr

Mit einer Grundschule in seinem Heimatdorf in Burkina Faso startete die Karriere von Diébédo Francis Kéré. Bis heute verfolgt der Afrikaner eine originelle zukunftsträchtige Bauweise, die nicht zuletzt den Menschen in den Mittelpunkt rückt

Praktische Poesie und soziale Nachhaltigkeit



Selbst Fachkreise maßen dem Schaffen des Deutschafrikaners Diébédo Francis Kéré eher nachrangige Bedeutung zu, bis er 2022 mit dem Pritzker Prize, dem „Nobelpreis der Architektur“, geehrt wurde. Der Architekt, Sozialaktivist und Visionär mit deutscher und burkinischer Doppelstaatsangehörigkeit steht für neue Ideen im Bauwesen, die maßgeblich zu dieser Auszeichnung beigetragen haben. Die Preisvergabe signalisierte damals eine Abkehr vom Augenmerk auf westlich-elitäre Hochglanzarchitektur und eine stärkere Bewertung sozialer Anliegen, baukultureller Aspekte und ökologischer Themen. Seither bemühen sich nun die Entscheider der in Chicago, der Heimatstadt der Pritzker-Familie, ansässigen Stiftung um mehr Vielfalt und breitere Entfaltung. Zu den weltweit herausgehobenen Baumeistern dieser Kategorie gehört Diébédo Francis Kéré seither als erster Afrikaner. ...mehr

Das Seebad Binz auf Rügen feiert seinen berühmten Sohn, den Architekten und Bauingenieur Ulrich Müther, anlässlich seines 90. Geburtstages

Freies Schweben zwischen Himmel und Erde



Bewältigt man den engen Kreisverkehr am Ortseingang des Ostseebads Binz mit allzu großem Schwung, wird einem fast zum Abheben zumute. Dies fördert eine frei schwebende, vom Bauingenieur Ulrich Müther konzipierte Schalenkonstruktion am Straßenrand. Wie ein von Kindern gezogenes, kurz vor dem Abheben stehendes Drachensegel öffnet sich hier eine hauchdünne Dachkonstruktion. 1967 als Buswartehalle konzipiert, bietet sie nunmehr Personen des angrenzenden Parkplatzes Regenschutz. Nur sieben Zentimeter dick wurde das Dach auf einem Stahlgerüst betoniert. Es ist so stabil, dass die zur Sicherheit eingestellte „Angststütze“ eigentlich nicht vonnöten ist. ...mehr

Music for the Masses: In Mönchengladbach ebnet der Berliner Musiker und Künstler Ari Benjamin Meyers singenden Fußballfans den Weg ins Museum. Doch das ist längst nicht alles. Ein Atelierbesuch

Wanderer zwischen den Welten


Berlin-Kreuzberg im vierten Stock eines Gewerbehofs. In diesen von der Wintersonne durchfluteten Räumen arbeitet der in Berlin lebende amerikanische Komponist und Künstler Ari Benjamin Meyers. Das Herzstück seines Studios bildet ein älterer Flügel aus dem Jahr 1908. Echte Wertarbeit, wie Meyers betont. Bei Flügeln aus dieser Zeit seien noch richtig gute Materialien verarbeitet worden. Hier entstehen Kompositionen, die dann auch in seine künstlerischen Projekte einfließen. „Musik und Musikmachen sind die Basis meiner Kunst“, sagt Ari Benjamin Meyers und fügt hinzu: „Was bedeutet: Menschen sind die Basis meiner Kunst.“ Die Menschen – das können die unterschiedlichsten Individuen und Gruppen sein: Musikbegeisterte aus aller Welt im Melting Pot der Ostküstenmetropole Philadelphia, mit denen Meyers ein ungewöhnliches Orchester gebildet hat, gegen die Depression ansingende Opel-Beschäftigte im mittlerweile abgewickelten Werk in Bochum oder auch Kinder in Graz, die während des Festivals Steirischer Herbst das erwachsene Publikum mit Wiegenliedern in den Schlaf sangen. ...mehr

Experimentierfreudig und immer auf der Suche nach neuen Bildfindungen: Der belgische Maler Constant Permeke war ein Künstler der Moderne und ein großer Humanist, der sich gegen jedwede Etikettierung sträubte. Im gerade frisch renovierten Permekemuseum unweit von Brügge ist sein Werk jetzt neu zu entdecken

Hinaus aufs Land


Constant Permeke, De Sjees, 1926

Ein großzügig bemessener, modernistischer Flachdachkubus mit roter Backsteinfassade aus den 1920er Jahren, umgeben von einem rund 20.000 Quadratmeter großen gigantischen Garten am Rande einer kleinen Gemeinde in Westflandern, die sich auf halber Strecke zwischen Brügge und Ostende befindet: Das ist das Permekemuseum in Jabbeke. Die Landschaft zeichnet sich durch baumgesäumte Kanäle, Polder, Wiesen und Felder aus. Das Meer ist nicht fern. Ein flacher, aber durchaus reizvoller Landstrich, wie ihn bereits der belgische Chansonnier Jacques Brel in seinem bekannten Lied „Le plat pays“ – „Das platte Land“ – besungen hat. ...mehr

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