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Am 29.05.2024 123. Auktion: Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts. Polychrom – Farbige Graphik der Jahrhundertwende

© Galerie Bassenge Berlin

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Stürmische Ostsee / Klaus Fußmann

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Tänzerin / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Künstler

Experimentierfreudig und immer auf der Suche nach neuen Bildfindungen: Der belgische Maler Constant Permeke war ein Künstler der Moderne und ein großer Humanist, der sich gegen jedwede Etikettierung sträubte. Im gerade frisch renovierten Permekemuseum unweit von Brügge ist sein Werk jetzt neu zu entdecken

Hinaus aufs Land


Constant Permeke, De Sjees, 1926

Ein großzügig bemessener, modernistischer Flachdachkubus mit roter Backsteinfassade aus den 1920er Jahren, umgeben von einem rund 20.000 Quadratmeter großen gigantischen Garten am Rande einer kleinen Gemeinde in Westflandern, die sich auf halber Strecke zwischen Brügge und Ostende befindet: Das ist das Permekemuseum in Jabbeke. Die Landschaft zeichnet sich durch baumgesäumte Kanäle, Polder, Wiesen und Felder aus. Das Meer ist nicht fern. Ein flacher, aber durchaus reizvoller Landstrich, wie ihn bereits der belgische Chansonnier Jacques Brel in seinem bekannten Lied „Le plat pays“ – „Das platte Land“ – besungen hat. ...mehr

07.05.2024

Zum Tod von Günter Brus

Vom Grenzen sprengenden Staatsfeind zum gefeierten Künstler


Er gehöre zu den künstlerischen Ausnahmeerscheinungen des 20. Jahrhunderts. „Er hat den Rahmen gesprengt, jenen der Gesellschaft wie auch den der künstlerischen Darstellung, und damit die Geschichte der Kunst für immer verändert“, würdigte Andrea Mayer, Österreichs Kunst- und Kulturstaatssekretärin, Günter Brus, der am Samstag mit 85 Jahren verstorben ist. Der österreichische Vizekanzler Werner Kogler charakterisierte ihn als „großen Geist und Mensch, der die Weltkunst mitgeprägt hat“. Er habe das Land zu einer Zeit mit verändert, als Veränderung dringend notwendig war – er wird fehlen. Und Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere, ergänzte: „Wir verlieren einen Kunstrebell, der nie aufgehört hat, sich weiterzuentwickeln und seine künstlerischen Mittel immer wieder neu zu erfinden. Es war eine Ehre und Freude, anlässlich seiner Retrospektive mit Brus zusammenzuarbeiten und ihn als brillanten Künstler, Intellektuellen und zugewandten Menschen zu erleben.“ ...mehr

Die Holländerin Jennifer Tee macht sich mit ihrer Kunst auf die Suche nach ihren Ursprüngen in Indonesien und erkundet mit ihrem kulturellen Austausch zwischen Ost und West auch Themen wie Handelsbeziehungen, Wandlung und Spiritualität

Immer noch unterwegs


In ihren Skulpturen, Installationen, Performances, Fotografien und Collagen untersucht Jennifer Tee Fragen nach Verortung, Spiritualität und Transzendenz. Seit 2016 entwickelt die holländische Künstlerin Collagen aus gepressten Tulpenblütenblättern, die sie pflückt, trocknet und später zu figürlichen Motiven und Mustern schneidet und arrangiert. Da die Tulpenblätter durch Licht und Verwitterung ihre Leuchtkraft verlieren, scannt Tee die Collagen, um die ursprüngliche Farbe der Blütenblätter zu „konservieren“. Anschließend werden die sie mittels Piezografie, einer Form von Inkjetdruck, zu Auflagen von jeweils drei Exemplaren vervielfältigt. ...mehr

Mit seiner benutzbaren Bauminstallation „Isle of Trees“ im Rundhof des Messegeländes begeisterte Enzo Enea die Gäste der diesjährigen Art Basel. Bekannt geworden ist der Schweizer durch außergewöhnliche Privatgärten für Celebrities wie George Harrison, Tina Turner oder Prinz Charles und seine Kooperationen mit den großen Architekturbüros dieser Welt

Der Mann, der Bäume versetzen kann


Enzo Enea, Isle of Trees, 2022

Besucherinnen und Besucher der inzwischen beendeten Art Basel haben in diesem Jahr beim Betreten des Rundhofs der Messehalle 2 gestaunt. Plötzlich dieses Grün! Wo sich die Kunstfreunde Jahr für Jahr zum Austausch, Verschnaufen und Konsumieren von Snacks und Drinks treffen, bereicherten erstmals schattenspendende Bäume die Ruhezone. Enzo Enea, einer der international innovativsten und spannendsten Landschaftsarchitekten, hatte für den Rundhof der Halle 2 des Messegeländes die Installation „Isle of Trees“ entwickelt. Für alle Messegäste unmittelbar erlebbar, hatte er die denkmalgeschützte und bei gutem Wetter stets sonnenbeschienene Rotunde in eine gärtnerisch kuratierte Grünzone mit hoher Aufenthaltsqualität verwandelt. ...mehr

Der Künstler Adolf Luther würde heuer 110 Jahre alt. Auf dem Kunstmarkt erleben seine Spiegelobjekte seit Jahren ein Comeback. Eine Ausstellung und eine neue grundlegende Publikation feiern den Geburtstag

Lichtgestalt oder spiegelnder Pharisäer?


Adolf Luther, 1973

Wenn man sich einem Kunstwerk Adolf Luthers nähert, verändert sich der Anblick mit jeder Bewegung. Egal ob der Kopf gedreht oder Arme gestreckt werden – seine Spiegelobjekte bewirken simultan bewegte, ineinander verwobene Korrespondenzen zur realen Welt. Von weitem bietet sich ein diffuses Bildgeschehen, dass beim Herantreten in verworrene Effekte zerfällt. Für das Sehvermögen des Betrachters bedeutet es eine Herausforderung, mit der konfusen gebrochenen neuen Realität jenseits der Realität umzugehen. Nicht wenige Aussteller auf Kunstmessen versuchen, diese Verlockungen zu nutzen, indem sie Luthers Werke als Zugnummer platzieren, um Besucher in die Koje zu lenken, wohl wissend, damit speziell, aber nicht nur, ein eher gut betuchtes Sammlerklientel anzusprechen. In der Tat: Resultate bei Auktionen bis in die Sechsstelligkeit, die Preise auf Kunstmessen und die Zahl seiner verkauften Arbeiten sind in der letzten Zeit stetig geklettert. Was verbirgt sich hinter dem mit den Gepflogenheiten der Kunstwelt nicht vertrauten Autodidakten, der gerade deshalb auch nicht in die ZERO-Gruppe aufgenommen wurde? ...mehr

Sie ist eine selbstbewusste Malerin und führt ein bewegtes Leben und sie ist die einzige Frau, die Picasso schadlos überlebt hat: Zum 100. Geburtstag von Françoise Gilot

Die Unermüdliche



„Die Malerei ist für mich ein Weg, das große Unbekannte zu erforschen, für mich selbst neue Rhythmen, Farben und Formen zu finden“, charakterisierte Françoise Gilot ihre Einstellung zur Kunst. Die französische Malerin, Zeichnerin und Grafikerin feiert an diesem 26. November ihren hundertsten Geburtstag. Dies hindert die ehemalige Picasso-Geliebte jedoch nicht daran, sich immer noch im Morgengrauen vor die Leinwand zu stellen. Im Nachthemd sei sie weniger kritisch. Zum Malen brauche man Leidenschaft, man müsse in Schwung kommen und den Vogel Zweifel von der Schulter scheuchen, so lautet das Erfolgsrezept Gilots, die heute auf ein bewegtes Leben und ein rund 85jähriges künstlerisches Schaffen zurückblicken kann. ...mehr

Die vielfach ausgezeichnete Fotografin Linn Schröder arbeitet vorwiegend in Serien. Jetzt hat sie ihr erstes monografisches Fotobuch vorgelegt. Mit ihr sprachen Nicole Büsing und Heiko Klaas

Ein gutes Bild legt immer mehrere Ebenen frei


Nicole Büsing & Heiko Klaas: Linn, für dein erstes monografisches Fotobuch hast du dir ein Thema ausgesucht, das so alt ist wie das Medium Fotografie selbst. Nahezu jeder, der fotografiert, macht auch Familienbilder. Dein Werk ist ja sehr vielseitig aufgestellt. Was gab den Ausschlag, sich speziell für das Thema Familie zu entscheiden?

Linn Schröder: Das „Selbstportrait mit Zwillingen und einer Brust“, war die erste Arbeit, die meine eigene Familie fotografisch einschloss. Meine Zwillinge waren gerade geboren, und wir hatten eine große Ausstellung mit dem Titel „Über Grenzen“ mit meiner Agentur Ostkreuz geplant. Ich wollte etwas über eine eigene Grenzerfahrung erzählen. Es ist eine Arbeit geworden, die aus einem Bild besteht. Ein Symbolbild, das von zwei Polen unseres Lebens erzählt: den Anfang, die Geburt, und das Ende, den Tod. Die amputierte Brust, die Narbe ist ein Symbol für die Erfahrung, endlich zu sein. Die Zwillinge stehen für die Geburt, das doppelte Leben.

Nach diesem Bild habe ich mich erst mit Portraits von Müttern und Töchtern beschäftigt. Während dieser Serie sind auch die ersten Bilder für diesen Werkkomplex entstanden. Wichtig war mir, mit dem, was mich unmittelbar umgibt, fotografisch-künstlerisch arbeiten zu können. ...mehr

Heinz Mack wird 90. Nicht nur die Museen, sondern auch der Kunstmarkt hofiert den ZERO-Gründer

Ein akrobatischer Lichtsezierer


Heinz Mack

Fällt der Name Heinz Mack, ist man sofort geneigt, Otto Piene und Günther Uecker hinzuzufügen. So sehr sind im allgemeinen Gedächtnis die drei Hauptakteure der 1957 in Düsseldorf gegründeten Gruppe ZERO miteinander verschmolzen. Schon bald verschaffte sich das Trio internationale Reputation mit Arbeiten, die in der Unendlichkeitszone zwischen klassischen Zuständen und sich wandelnden neuen unbekannten Zonen verharren. Dabei spielt im Werk von Heinz Mack das Licht die zentrale Rolle, dessen Strukturen und Immaterialität durchgängig im Fokus seines vielgestaltigen Œuvres stehen. Seine Plastiken, Grafiken, Fotografien, Installationen, Collagen oder Pastelle wurden bislang auf weit über 300 Einzelausstellungen präsentiert und sind weltweit in über 200 Museen zu besichtigen. Heute tritt der am 8. März 1931 im hessischen Lollar geborene Künstler in sein neuntes Lebensjahrzehnt ein. Mit großer Energie und Leidenschaft, mit Akribie, Forscherdrang und unbeirrten Selbstbewusstsein geht er nach wie vor täglich seinen Projekten nach. ...mehr

Trotz regionaler Wirkung gilt der Barockbaumeister Johann Caspar Bagnato als Protagonist auf dem Feld repräsentativer Gebäude kleinerer Herrschaften im 18. Jahrhundert

Heitere Anmut und Frömmigkeit eines Landbaumeisters


Johann Caspar Bagnato, Mainau: Schloss und Kirche St. Marien, ab 1732

Aus allen Richtungen weithin sichtbar erhebt sich hoch oben auf einem Felsplateau das Inselschloss der Mainau. Die Ansicht gehört zu den attraktivsten Motiven der südwestdeutschen Kunst- und Kulturlandschaft. Das einst für den Deutschen Orden errichtete Ensemble mit Kirche und Gärten gewinnt bis heute als Residenz adeliger Herrschaften eine zusätzliche Aura. Es ist das Werk von Johann Caspar Bagnato, einem im südwestdeutschen Sprachraum über 30 Jahre hinweg agierenden Architekten und Bauunternehmer. Rund 60 Projekte sind von ihm nachweisbar. Zu seinen ersten Bauten gehörte die Anlage auf der Mainau, ein eindrucksvolles Referenzobjekt, mit dem er sich empfahl und das ihn zeitlebens beschäftigen sollte. Während einer Inspektionsreise verstarb Bagnato 1757 dort und fand seine letzte Ruhe in der Gruft der Schlosskirche St. Marien, seinem frühen Sakralbau, dessen Typus für alle nachfolgenden Kirchen Modellcharakter besitzen sollte. ...mehr

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