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Am Strand Liegende, 1923 / Erich Heckel

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Sommertag im Moor, um 1928 / Otto  Modersohn

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Weide 47 / Ewald Mataré

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Garten mit Rittersporn, Rudbeckia, Mohn und Mergeriten / Klaus Fußmann

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Carl Spitzweg, Die Frühstückslektüre

Carl Spitzweg, Die Frühstückslektüre

Öl auf Karton. 20,6 x 13,6 cm. Rest. Min. besch. Rahmen besch. (36 x 29 cm). Rücks. Nachlass-Stempel in Schwarz (Lugt 2307). Ebda. Klebeetikett Ausst. Haus der Kunst, München, 1985/86 mit Nr. 372 und Klebeetikett Hasenkamp 1985 mit Bezeichnung "K. Loreck, Neufahrn" und Nr. 25. Hs. Nummerierung "5". - Auf der Rahmenrückseite hs. Nummerierung "5". Ebda. Klebeetikett Ausst. Haus der Kunst, München, 1967/68 mit Nr. 35 und Angabe des Leihgebers "Loreck". Klebeetikett eines Rahmenmachers mit hs. Bezeichnung. Klebeetikett mit hs. Nummerierung "154".

Weitere Details:


Ein in einen dunkelroten Morgenmantel gekleideter, allem Anschein nach gutsituierter Zeitungsleser steht in seinem abgeschiedenen Gärtchen. Hinter ihm die Hauswand, über dem Fenster eine Fassadenmalerei des 18. Jahrhunderts. An der Hausecke hängt ein verlassener Vogelbauer. Unter einem Busch links ein kleiner Tisch mit dem Morgenkaffee und ein Sessel. Der Leser zieht es aber vor, sich seiner Lektüre stehend zu widmen. Der Busch spendet ihm Schatten, die dunkle Silhouette des Lesers zeichnet sich dadurch klar von der sonnenbeschienenen Hauswand ab. Der Unterkiefer des Mannes ist leicht vorgeschoben, die Lippen geschürzt. Durch die Brille blickt er konzentriert auf seine Lektüre. Der Schirm seiner Kopfbedeckung ermöglicht ihm ein störungsfreies Lesen. Nach Siegfried Wichmann (AK 1985/86, s. u.) handelt es sich bei dem Dargestellten um Spitzwegs Nachbarn, den er täglich beobachten konnte. Das morgendliche Idyll scheint perfekt. Aber die Ruhe trügt. Eine Ruhe, die sich dem Betrachtenden durch den leeren Vogelbauer (ohne ein lustig zwitscherndes Vögelchen) und das abweisend verschlossene Fenster umso stärker vermittelt. Denn der Leser sucht bewusst einen störungsfreien Rückzugsort. Sein einziges Interesse ist auf die Zeitung beschränkt. Seine Umgebung hat er vergessen, die kurze Entfernung zwischen Blatt und Augen scheint das Maß seiner Welt zu sein. Diese kleine Welt endet mit dem Gartenzaun: Denn draußen ist Revolution! Die Aufstände und bürgerlich-revolutionären Erhebungen der Jahre 1848 und 1849 werden jedoch niedergeschlagen. Und mit dieser Niederschlagung ging eine Einschränkung bürgerlicher Rechte einher. Zeitungen und Lesegesellschaften wurden verboten, Publikationen unterlagen einer strengen Zensur. Das gegenseitige Bespitzeln erlebte eine hohe Zeit. Und "Justitia" war nicht mehr unparteiisch - unser Meister, Carl Spitzweg, schuf das sprechendste und anklagendste Werk, das sich diesen Umständen widmet: Mit "Fiat Justitia" (bei NEUMEISTER im Jahr 2020 versteigert) riskierte er seine Karriere, der Schriftsteller Heinrich Heine, der seine Kritik nicht in Form eines gemalten kleinstädtischen Idylls sondern in Schrift formulierte, musste ins Exil gehen. Es war für die Bürger ratsam, sich politisch nicht zu äußern. Der Rückzug in den privaten Raum ermöglichte dagegen ein kleines, stilles Glück. Unbeobachtet und fernab der Gesellschaft konnte der Zeitungsleser sich über das Geschehen "draußen" informieren und wenigstens mimisch seine Meinung über das zum Ausdruck bringen, was allmorgendlich in der Zeitung stand. Literatur: Wichmann, Siegfried / Hase, Ulrike von, Ausst.-Kat. "Carl Spitzweg und sein Freundeskreis". München, Haus der Kunst, 7. Oktober 1967 - 7. Januar 1968. München 1967, S. 36, Kat.-Nr. 35 (mit Maßangabe 20,6 x 14,2 cm, ohne Abb.). Dort "um 1860" datiert. - Wichmann, Siegfried, Ausst.-Kat. "Carl Spitzweg und französischen Zeichner. Daumier - Grandville - Gavarni - Doré. München, Haus der Kunst, 23. November 1985 - 2. Februar 1986. Herrsching 1985, S. 460, Kat.-Nr. 372 (mit Abb. S. 241 und Maßangabe 20,6 x 13,7 cm). Dort "um 1850/55 datiert. Vgl. Wichmann, Siegfried, Ausst.-Kat. "Carl Spitzweg und französischen Zeichner. Daumier - Grandville - Gavarni - Doré. München, Has der Kunst, 23. November 1985 - 2. Februar 1986. Herrsching 1985, S. 460, Kat.-Nr. 371 (mit Abb. S. 241): Vorstudie des Zeitungslesers (München, Staatliche Graphische Sammlung, Inv.-Nr. 28402). Provenienz: Karl Loreck, München. - Süddeutsche Privatsammlung.

Taxe: 50.000 - 60.000 

Losnummer: 181



Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Biedermeier

Bericht:


Wunden in Stahl

Kunsttechnik/Material:


Öl auf Karton

Veranstaltung vom:


26.06.2024, Auktion 413: Juni-Auktion




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