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Marktberichte |
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Das Heidelberger Auktionshaus Winterberg versteigert Gemälde und vor allem Arbeiten auf Papier aus fünf Jahrhunderten   
Arkadien galt schon in der Antike als Ort unbeschwerten Lebens in Harmonie mit der unberührten Natur. Dabei waren die Arkadier ein raues Hirtenvolk, geprägt von dem bergigen Hochland auf der Peloponnes, das durch seine isolierte geografische Lage nicht gerade die Menschen anzog. Dennoch entwickelte sich ...mehr | 14.04.2026  |
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 Bei den Gemälden Alter Meister hatte Koller mit einigen Ausfällen zu kämpfen. Dafür lief beim 19. Jahrhundert und bei den Arbeiten auf Papier fast alles wie am Schnürchen   
Pieter Breughel d.J. hatte ein großes künstlerisches Vorbild, seinen Vater Pieter Bruegel d.Ä., obwohl er ihn kaum kannte. Denn der starb 1569, als sein Sohn gerade einmal fünf Jahre alt war. Dennoch hielt sich der jüngere Breughel im Gegensatz zu seinem Bruder Jan Brueghel d.Ä. streng an das bildnerische Repertoire seines Vaters, das er durch Zeichnungen und weit verbreitete Druckgrafiken, vielleicht auch durch einzelne originale Gemälde kennengelernt hatte, und bediente mit seiner Kunst die um 1600 stark gestiegene Nachfrage nach den Kompositionen von Pieter Bruegel d.Ä. So bezeichnete Karel van Mander 1604 den damals vierzigjährigen Maler als guten Kopisten der Werke seines Vaters. In diese familiäre Tradition reiht sich auch ein Genrebild ein, auf dem Bauern in einem Dorf vor dem Gasthof Krone gerade ein Schwein schlachten, Kornähren in dem Dachspeicher lagern, Winzer auf den Rebhängen die Trauben lesen und den Wein nach dem Keltern in Fässern abtransportieren. Diese Allegorie auf den Herbst, die Pieter Breughel auf das Jahr 1622 datiert hat, gehörte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Jahreszeitenfolge, die wohl zuletzt 1935 bei Sotheby’s als Ganzes versteigert und dann von der Baseler Kunsthändlerin Marguerite Schulthess einzeln veräußert wurde. Nach vier Generationen im selben Schweizer Familienbesitz kam Breughels Herbstbild mit einer bescheidenen Schätzung von 300.000 bis 500.000 Franken wieder auf den Markt löste im Züricher Auktionshaus Koller einen Begeisterungssturm aus. Der Hammer fiel nach einem zehnminutigen Bietgefecht schließlich bei 1,5 Millionen Franken zugunsten einer neuen Schweizer Privatsammlung. ...mehr |
10.04.2026  |
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 Sotheby’s musste bei den Gemälden Alter Meister ohne seinen Spitzenreiter auskommen. Doch die Auktionen liefen in New York trotzdem wie am Schnürchen   
Eigentlich sollte Antonello da Messinas „Ecce Homo“ das Highlight der Altmeister-Versteigerung bei Sotheby’s in New York werden. Doch der italienische Staat kam dem zuvor. Denn wie Kulturminister Alessandro Giuli mitteilte, sei das Werk der italienischen Frührenaissance von „einzigartiger Seltenheit und Qualität“. Daher wollte er die Rarität des Süditalieners auch nicht einfach in eine private Sammlung weiterziehen lassen, sondern sicherte sich vor der Auktion den leidenden Christus, den Antonello da Messina in den 1460er Jahren wohl für die private Andacht eines potenten Auftraggebers gemalt und dabei seinen Fokus mit einem starken emotionalen Impuls auf die menschliche Seite des Heilands gelegt hatte. Für diese „Transaktion von höchstem kulturellem Wert“, so Giuli, bewilligte der italienische Staat nun 14,9 Millionen US-Dollar und lag damit innerhalb der Erwartungen, die Sotheby’s im Katalog mit 10 bis 15 Millionen US-Dollar beziffert hatte. ...mehr |
02.04.2026  |
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 Die Alte Kunst beweist wieder ihre Zugkraft. Das konnte Sotheby’s nicht nur bei einem Rekordwert für Rembrandt, sondern auch bei vielen weniger bekannten Künstlern konstatieren   
Rembrandt van Rijn sorgt häufig für Schlagzeilen. Vor allem die Zu- und Abschreibungen in seinem Œuvre füllen regelmäßig die Gazetten, wie zuletzt bei seiner Tronie „Alter Mann mit der Goldkette“ aus einer britischen Privatsammlung, die bisher als Kopie abqualifiziert, nun aber im direkten Kontakt mit dem Original im Art Institute of Chicago doch als ein eigenhändiges Kunstwerk eingestuft wurde. Darum musste sich Sotheby’s bei seiner „Masters Week“ in New York keine Sorgen machen. Denn Rembrandts Zeichnung „Junger liegender Löwe“ war für den großen niederländischen Barockmeister stets gesichert und gehörte seit 2005 zur renommierten „Leiden Collection“, die Thomas S. Kaplan und seine Gattin Daphne Recanati Kaplan seit über zwanzig Jahren zusammengetragen haben. Nun trennte sich Kaplan von dem lebensnah skizzierten Löwen zugunsten der von ihm mitbegründeten Naturschutzorganisation „Panthera“, die sich weltweit für den Bestand von Wildkatzen einsetzt. Mit einem Zuschlag bei den unteren anvisierten 15 Millionen US-Dollar profitieren nun die lebenden Artgenossen des ruhig und majestätisch lagernden Löwen auf dem lediglich postkartengroßen Format von dem Rekordwert für eine Zeichnung Rembrandts. ...mehr |
31.03.2026  |
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 Gerade die Alten Meister machen in der Frühjahrsauktion bei Koller in Zürich mit exquisiten Beispielen auf sich aufmerksam. Das 19. Jahrhundert führt dann ein Künstler an   
Pieter Breughel d.J. war gerade einmal fünf Jahre alt, als sein Vater, der berühmte Pieter Bruegel d.Ä., im Jahr 1569 starb. Den ersten Unterricht im Malen erhielt er dann von seiner Mutter Mayken Coecke und seiner Großmutter Mayken Verhulst, wurde schon 1584/85 nach der Übersiedelung der Familie in die reiche Handelsmetropole Antwerpen in die dortige Lukasgilde aufgenommen und bediente geschickt die stark gestiegene Nachfrage nach der Bruegel-Malerei seines Vaters. Dessen Repertoire, das er durch Zeichnungen und weit verbreitete Druckgrafiken, vielleicht auch durch einzelne Originale kannte, die noch im Familienbesitz verblieben waren, eignete er sich bis zur Perfektion an und führte die familiäre Tradition mit Jahreszeitenfolgen, Sprichwörtern, Drei Königs-Darstellungen sowie Hochzeits- und Jahrmarktszenen fort. Letztlich war es Pieter Breughel d.J. der die Popularität des väterlichen Malstils inszenierte, was durch die geringe Verfügbarkeit von dessen Werken begünstigt wurde. Dazu gehört auch eine bäuerliche Dorfszene, in der gerade ein Schwein vor dem Gasthof Krone geschlachtet, Wein auf den Rebhängen gelesen und Trauben nach dem Keltern abtransportiert werden. Diese Allegorie auf den Herbst, die Pieter Breughel auf das Jahr 1622 datiert hat, gehörte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Jahreszeitenfolge, die wohl zuletzt 1935 bei Sotheby’s als Ganzes versteigert und dann von der Baseler Kunsthändlerin Marguerite Schulthess einzeln veräußert wurde. Nach vier Generationen in derselben Schweizer Familiensammlung kommt Breughels Herbst nun als eines der Spitzenlose bei Koller für 300.000 bis 500.000 Franken wieder auf den Kunstmarkt. ...mehr |
25.03.2026  |
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Zum Jahresauftakt des internationalen Messereigens lädt die BRAFA wieder nach Brüssel ein und präsentiert Sammelwürdiges von den Alten Meistern über Antiquitäten, Antiken und Design bis zur Kunst der Gegenwart. Sogar ein Millionen Jahre altes Objekt ist dabei   
Eines fällt in diesem Jahr gleich auf: der unübertrefflich üppige Blumenschmuck in den Gängen der BRAFA, der Brussels Antiques and Fine Art Fair, diesen Blumenschmuck gibt es in heuer nicht, es sei denn, man delektiert sich an den Narzissenblüten aus Papier, die zu Hunderten in ...mehr  |
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 Wertvolle Bücher, Handschriften, Fotografie, Grafik und Kunst: Auf der Antiquariatsmesse Stuttgart offerieren mehr als 70 Händler aus elf Ländern nicht nur ein reichhaltiges Angebot an Raritäten, sondern wollen mit Günstigem auch ein junges Publikum ansprechen. Ein neues Leitungsteam und ein neuer Standort sollen in diesem Jahr für frischen Wind sorgen   
Bereits zum 63. Mal findet am kommenden Wochenende die Antiquariatsmesse Stuttgart statt. Eine positive Überraschung! Denn zwischenzeitlich stand die Kontinuität dieser traditionsreichen Spezialmesse für seltene Erstausgaben, ikonische Buchobjekte, prachtvolle Handschriften, Manuskripte und Landkarten, alte und moderne Grafik, Vintagefotografien und signierte Künstlerbücher auf der Kippe. Mit einem frisch formierten Team, frischen Ideen sowie einem neuen Standort meldet sich die Messe jetzt umso kraftvoller zurück. Zudem setzt sie auf eine stärkere Internationalisierung als zuvor. Mehr als 70 Antiquariate aus elf Ländern werden am Neckar vertreten sein, darunter Händler aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Großbritannien, den Benelux-Ländern, Osteuropa und sogar aus den USA. Der Großteil der Aussteller kommt jedoch aus Deutschland. ...mehr  |
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 Die fünfte Ausgabe der Art Antwerp punktet einmal mehr mit Qualität und Übersichtlichkeit   
Katrien de Blauwer hat an diesem Morgen alle Hände voll zu tun. Am Stand der Gallery Fifty One aus Antwerpen stehen die Sammler*innen Schlange, um ihr gerade neu erschienenes Künstlerinnenbuch mit dem Titel „blue bruises“ signieren zu lassen. Die 1969 geborene belgische Künstlerin hat auf der diesjährigen Art Antwerp in einem Soloauftritt eine Wand voll mit überwiegend kleinformatigen Fotomontagen gehängt. Inspiriert von den neorealistischen Filmen im Frühwerk Michelangelo Antonionis, begibt sich Blauwer in alten Magazinen auf die Suche nach Bildern von meist isoliert dastehenden anonymen Frauen in modernistischen Umgebungen. Diese schneidet sie radikal an, so dass die Köpfe teilweise vollständig fehlen oder nur partiell vorhanden sind. In Kombination mit alten, manchmal vergilbten oder fleckigen Papieren entstehen Fotomontagen, die ebenso rätselhaft wie schön sind. ...mehr  |
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 Die neue Ausgabe der Art Cologne hat ihre Tore geöffnet. Die Kölner Kunstmesse gibt sich jünger, setzt aber auch auf die bewährten Klassiker. Ein erster Überblick   
Auf dem Plateau vor dem Portal zu den Kölner Messehallen steht ein stattlicher Adler aus Bronze. Doch ein ausgestreckter Flügel verhüllt sein Gesicht. Aus dem Symbol für Stärke, Macht und nationale Identität formte der für seine poppigen Schwarzwalduhren bekannte Künstler Stefan Strumbel ein Monument des Zweifels, nicht des Stolzes. Da fragt man sich schon beim Eintreten in die Hallen der diesjährigen Ausgabe der Art Cologne, was einen an moderner und zeitgenössischer Kunst erwartet. Früher quasi konkurrenzlos, muss sich die „Mutter aller Kunstmessen“ sowohl gegen marktgewaltige Konkurrenten, als auch neuerdings gegen immer ausuferndere Krisen behaupten. So nimmt es nicht Wunder, dass sich heuer die Zahl der Aussteller um rund ein Dutzend auf zirka 165 reduziert hat, was durchaus dem Gesamtbild zugutekommt. Die Gänge und Plätze sind großzügiger gestaltet und lassen mehr Raum für die Entfaltung der Kunst. Dazu kommt noch die gelungene Durchmischung junger und alter Galerien und Positionen, so dass alles intensiver miteinander im Dialog steht. ...mehr  |
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 In Bamberg sind traditionsreiche Antiquitätengeschäfte zu einem einzigartigen Ensemble vereint. Auch in diesem Jahr laden sie mit einem reichen Angebot zu ihren sommerlichen Kunst- und Antiquitätenwochen – vielleicht zum letzten Mal   
Auch in Bamberg steht die Zeit nicht still. Selbst wenn die Stadt auf eine über tausendjährige, urkundlich überlieferte Geschichte zurückblicken kann, 1007 Kaiser Heinrich II. das Bistum Bamberg gründete und damit den Aufschwung brachte, der Dom, die Kirchen, Klöster, Residenzen und Stadthöfe auf den sieben Hügeln von alten Zeiten künden und die Leute nach der Corona-Krise wieder in Scharen durch die Straßen und Gassen des UNESCO-Welterbes ziehen, ist auch hier die Veränderung spürbar, etwa in der Kunsthandlung Senger, die in diesem Jahr ihr 55jähriges Bestehen feiert. Als Marianne und Walter Senger im Juli 1970 das alteingesessene Bamberger Antiquitätengeschäft Haramus-Lorenz übernahmen, war ihr Programm mit repräsentativen Möbeln, Skulpturen und Gemälden vergangener Epochen traditionell geprägt. Heute steht die Kunst der Gegenwart in ihren Räumen Seite an Seite mit Bildwerken des Mittelalters und des 18. Jahrhunderts. Die Präsentation überschreitet bewusst zeitliche und stilistische Grenzen, eröffnet dem Publikum einen Dialog der Epochen und will damit eine neue Käuferschicht ansprechen, die sich nicht um kunstgeschichtliche Kategorien schert. ...mehr  |
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