|
 | 
Marktberichte |
|
| |
|
Artcurial Beurret Bailly Widmer punkten bei der Schweizer Kunst mit zwei Landschaften Cuno Amiets, aber auch ein französisches Renaissanceportrait ist exquisit   
„Bilder wie diese sind es, die Amiets internationalen Ruf begründet haben und uns bis heute staunen lassen: Die Kühnheit der Reduktion von Form und Farbe zu Beginn der zehner Jahre sucht ihresgleichen, setzt ihn einerseits an die Spitze der Avantgarde und lässt ihn andererseits als ...mehr | 05.03.2026  |
 |
 Für Rekordwerte bei Michelangelo, Gentileschi und Canaletto hat es nicht ganz gereicht. Dennoch präsentierten sich die Alten Meister bei Christie’s in New York von ihrer besten Seite   
„Die klassische Kunst triumphiert“. Das sei die Botschaft des Markts nach zwei äußerst erfolgreichen Verkaufsserien mit alter Kunst und Antiquitäten, fasst Christie’s seine vergangenen Auktionswochen in New York zusammen. Und tatsächlich hat es diesmal hervorragende Ergebnisse für die Meister von der Antike bis zum 19. Jahrhundert gegeben. Mit einem Gesamtumsatz von beinahe 140 Millionen US-Dollar seien die zwölf Versteigerungen, in denen Gemälde, Zeichnungen, Möbel, Skulpturen, antike Artefakte, die komplette Bandbreite der dekorativen Künste sowie Bücher und Manuskripte angeboten wurden, die umsatzstärkste Serie in mehr als einer Dekade. Nur bei den Auktionsrekorden haperte es ein bisschen, so etwa bei Artemisia Gentileschi. In einem Selbstportrait aus ihrer Florentiner Zeit, wo sie zwischen 1613 und 1620 lebte, verwandelte sich die Barockkünstlerin mit etwa zwanzig Jahren in die heilige Katharina von Alexandrien und hielt mit einem etwas vorwurfsvollen Blick die Märtyrerpalme in die Höhe, wobei Gentileschi ihr Attribut, das Rad mit den Messern, unscheinbar in den Hintergrund rückte. Mit einem Zuschlag bei 4,6 Millionen US-Dollar wurde zwar die untere Schätzung fast verdoppelt, dennoch reichte dieser Wert zum tagesaktuellen Wechselkurs von knapp 3,9 Millionen Euro nicht ganz an die 4 Millionen Euro netto heran, die Gentileschis Darstellung der „Lucretia“ 2019 bei Artcurial in Paris aufgestellt hatte. ...mehr |
02.03.2026  |
 |
 Neumeister versteigert in München den Nachlass von Nikolaus Gysis   
Mit einer nicht alltäglichen Auktion startet der Münchner Versteigerer Neumeister ins neue Jahr: Am 25. Februar kommt ein Teil des Nachlasses von Nikolaus Gysis auf den Kunstmarkt. Das Konvolut enthält mehrere hundert Zeichnungen sowie über 40 Gemälde und Plastiken des 1842 in dem kleinen Dorf Sklavochori auf der Kykladen-Insel Tinos geborenen und 1901 in München verstorbenen griechischen Künstlers. Die Objekte stammen alle aus dem Nachlass von Gysis’ Tochter Penelope. Da diese Arbeiten im Zweiten Weltkrieg nach Beuerberg bei Wolfratshausen ausgelagert waren, wurden sie anders als der Großteil seines Vermächtnisses vor den Zerstörungen des Krieges verschont. Während in Griechenland einige der Kunstwerke auf Ausstellungen präsentiert wurden, sind sie in Deutschland während der Neumeister-Vorbesichtigung seit über 100 Jahren erstmals wieder zu sehen. ...mehr |
18.02.2026  |
 |
 Das Züricher Auktionshaus Koller behauptet sich bei seinen Versteigerungen mit Kunst des Impressionismus, der Moderne, Zeitgenossen und der Schweiz mit hohen Zuschlagsquoten und guten Preisen. Doch bei einigen teuren Objekten zogen die Käufer nicht mit   
Paul Cézanne, ein Vater der Moderne, sorgte mit seiner Malweise im späteren Werk für Furore. Dieser Umstand wird gerade in der Schau „Cézanne“ der Fondation Beyeler ausführlich gewürdigt. Der Weg dorthin führte ihn über die Impressionisten. Ein Beispiel dieser Auseinandersetzung ist Cézannes erotisches Bild „L’après-midi à Naples“ von 1876/77, das als Reaktion auf Edouard Manets skandalöse „Olympia“ entstand. Cézanne fertigte nur wenige erotische Motive an, hier das von einem Bacchanal erschöpfte bürgerliche Paar, worauf der zweite Titel „Le punch au rhum“ anspielt. Fast wie ein Wollknäuel liegt es in einem Zimmer übereinander, wobei der Herr seinen nackten kugeligen Hintern dem Betrachter entgegenstreckt. Ein Diener, fast in Renaissancetracht gekleidet, überreicht den schon sichtlich Betrunkenen eine Schale Rumpunsch. Cézannes freche Petitesse war eines der Highlights bei Koller in Zürich und zog nun von einer Schweizer Sammlung bei taxkonformen 460.000 Franken weiter in eine deutsche. ...mehr  |
 |
 Mit überraschend hohen Zuschlagsquoten schloss Van Ham in Köln seine Versteigerungen für Alte Kunst und Kunstgewerbe ab   
Auktionen können aus mehreren Perspektiven für Überraschungen sorgen, mal wechselt ein Werk für einen schlechten Preis die Hände, mal engagiert sich ein Käufer für das Objekt seiner Begierde energisch gegen andere Bieter. Manchmal aber passiert es, dass es ein an sich unscheinbarer Posten ein lang anhaltendes Gebotsfeuerwerk entfacht, das zur Freude des Verkäufers den Wert weit in die Höhe schraubt. Bei Van Ham hatte das Fernweh die Anwesenden unter seine Kontrolle gebracht. Ein hübsches Panorama der „Bucht von Rio“ in sanften Grün- und Blaunuancen mit Handelsschiffen und Fischerbooten, deren weiße Segel freundlich über die extrem querformatige, über zwei Meter lange Wasserbahn schippern, ging für 3.000 Euro um die Gunst der Sammler ins Rennen. Friedrich Hagedorn, der 1814 in Stettin zur Welt kam, nach seinem Studium an der Münchner Kunstakademie in den 1840er Jahren in Lissabon als Hofmaler tätig war, von dort nach Brasilien auswanderte und sich in Rio de Janeiro niederließ, wo er 1889 starb, schuf die „Bucht von Rio“ dort seinerzeit für einen deutschen Handelsvertreter. In dessen Familie blieb das exotische Panoramaformat. Die Marktfrische, vor allem aber die Tatsache, dass Hagedorn zwar in Deutschland weitgehend vergessen ist, in seiner Wahlheimat dagegen sehr geschätzt wird, trug zu einer Bieterschlacht bei. Der Nachfahre des ursprünglichen Besitzers rieb sich freudig überrascht die Augen, als der Hammerschlag in Köln erst bei 80.000 Euro einem passionierten Sammler aus Brasilien die Arbeit sicherte. ...mehr  | |
|
Zum Jahresauftakt des internationalen Messereigens lädt die BRAFA wieder nach Brüssel ein und präsentiert Sammelwürdiges von den Alten Meistern über Antiquitäten, Antiken und Design bis zur Kunst der Gegenwart. Sogar ein Millionen Jahre altes Objekt ist dabei   
Eines fällt in diesem Jahr gleich auf: der unübertrefflich üppige Blumenschmuck in den Gängen der BRAFA, der Brussels Antiques and Fine Art Fair, diesen Blumenschmuck gibt es in heuer nicht, es sei denn, man delektiert sich an den Narzissenblüten aus Papier, die zu Hunderten in ...mehr  |
 |
 Wertvolle Bücher, Handschriften, Fotografie, Grafik und Kunst: Auf der Antiquariatsmesse Stuttgart offerieren mehr als 70 Händler aus elf Ländern nicht nur ein reichhaltiges Angebot an Raritäten, sondern wollen mit Günstigem auch ein junges Publikum ansprechen. Ein neues Leitungsteam und ein neuer Standort sollen in diesem Jahr für frischen Wind sorgen   
Bereits zum 63. Mal findet am kommenden Wochenende die Antiquariatsmesse Stuttgart statt. Eine positive Überraschung! Denn zwischenzeitlich stand die Kontinuität dieser traditionsreichen Spezialmesse für seltene Erstausgaben, ikonische Buchobjekte, prachtvolle Handschriften, Manuskripte und Landkarten, alte und moderne Grafik, Vintagefotografien und signierte Künstlerbücher auf der Kippe. Mit einem frisch formierten Team, frischen Ideen sowie einem neuen Standort meldet sich die Messe jetzt umso kraftvoller zurück. Zudem setzt sie auf eine stärkere Internationalisierung als zuvor. Mehr als 70 Antiquariate aus elf Ländern werden am Neckar vertreten sein, darunter Händler aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Großbritannien, den Benelux-Ländern, Osteuropa und sogar aus den USA. Der Großteil der Aussteller kommt jedoch aus Deutschland. ...mehr  |
 |
 Die fünfte Ausgabe der Art Antwerp punktet einmal mehr mit Qualität und Übersichtlichkeit   
Katrien de Blauwer hat an diesem Morgen alle Hände voll zu tun. Am Stand der Gallery Fifty One aus Antwerpen stehen die Sammler*innen Schlange, um ihr gerade neu erschienenes Künstlerinnenbuch mit dem Titel „blue bruises“ signieren zu lassen. Die 1969 geborene belgische Künstlerin hat auf der diesjährigen Art Antwerp in einem Soloauftritt eine Wand voll mit überwiegend kleinformatigen Fotomontagen gehängt. Inspiriert von den neorealistischen Filmen im Frühwerk Michelangelo Antonionis, begibt sich Blauwer in alten Magazinen auf die Suche nach Bildern von meist isoliert dastehenden anonymen Frauen in modernistischen Umgebungen. Diese schneidet sie radikal an, so dass die Köpfe teilweise vollständig fehlen oder nur partiell vorhanden sind. In Kombination mit alten, manchmal vergilbten oder fleckigen Papieren entstehen Fotomontagen, die ebenso rätselhaft wie schön sind. ...mehr  |
 |
 Die neue Ausgabe der Art Cologne hat ihre Tore geöffnet. Die Kölner Kunstmesse gibt sich jünger, setzt aber auch auf die bewährten Klassiker. Ein erster Überblick   
Auf dem Plateau vor dem Portal zu den Kölner Messehallen steht ein stattlicher Adler aus Bronze. Doch ein ausgestreckter Flügel verhüllt sein Gesicht. Aus dem Symbol für Stärke, Macht und nationale Identität formte der für seine poppigen Schwarzwalduhren bekannte Künstler Stefan Strumbel ein Monument des Zweifels, nicht des Stolzes. Da fragt man sich schon beim Eintreten in die Hallen der diesjährigen Ausgabe der Art Cologne, was einen an moderner und zeitgenössischer Kunst erwartet. Früher quasi konkurrenzlos, muss sich die „Mutter aller Kunstmessen“ sowohl gegen marktgewaltige Konkurrenten, als auch neuerdings gegen immer ausuferndere Krisen behaupten. So nimmt es nicht Wunder, dass sich heuer die Zahl der Aussteller um rund ein Dutzend auf zirka 165 reduziert hat, was durchaus dem Gesamtbild zugutekommt. Die Gänge und Plätze sind großzügiger gestaltet und lassen mehr Raum für die Entfaltung der Kunst. Dazu kommt noch die gelungene Durchmischung junger und alter Galerien und Positionen, so dass alles intensiver miteinander im Dialog steht. ...mehr  |
 |
 In Bamberg sind traditionsreiche Antiquitätengeschäfte zu einem einzigartigen Ensemble vereint. Auch in diesem Jahr laden sie mit einem reichen Angebot zu ihren sommerlichen Kunst- und Antiquitätenwochen – vielleicht zum letzten Mal   
Auch in Bamberg steht die Zeit nicht still. Selbst wenn die Stadt auf eine über tausendjährige, urkundlich überlieferte Geschichte zurückblicken kann, 1007 Kaiser Heinrich II. das Bistum Bamberg gründete und damit den Aufschwung brachte, der Dom, die Kirchen, Klöster, Residenzen und Stadthöfe auf den sieben Hügeln von alten Zeiten künden und die Leute nach der Corona-Krise wieder in Scharen durch die Straßen und Gassen des UNESCO-Welterbes ziehen, ist auch hier die Veränderung spürbar, etwa in der Kunsthandlung Senger, die in diesem Jahr ihr 55jähriges Bestehen feiert. Als Marianne und Walter Senger im Juli 1970 das alteingesessene Bamberger Antiquitätengeschäft Haramus-Lorenz übernahmen, war ihr Programm mit repräsentativen Möbeln, Skulpturen und Gemälden vergangener Epochen traditionell geprägt. Heute steht die Kunst der Gegenwart in ihren Räumen Seite an Seite mit Bildwerken des Mittelalters und des 18. Jahrhunderts. Die Präsentation überschreitet bewusst zeitliche und stilistische Grenzen, eröffnet dem Publikum einen Dialog der Epochen und will damit eine neue Käuferschicht ansprechen, die sich nicht um kunstgeschichtliche Kategorien schert. ...mehr  |
| | 




|

 |
 |