Das Kultum, das Zentrum für Gegenwart, Kunst und Religion der Diözese Graz-Seckau, untersucht in der Schau „Gott hat kein Museum“ Perspektiven von Transzendenz und Religion in der Kunst der Gegenwart  
Seit geraumer Zeit ist in der Gegenwartskunst ein verstärktes Interesse an Religion und Religiosität zu beobachten. Künstlerinnen und Künstler greifen religiöse Themen, Narrative und Symbolwelten auf, ohne sich von diesen vereinnahmen zu lassen. Vielmehr werden Glaubensbilder, Rituale und Dogmen einer zeitgenössischen Befragung unterzogen. Insbesondere die katholische Kirche öffnet sich zunehmend für aktuelle künstlerische Ausdrucksformen, etwa durch Initiativen des Vatikans unter Papst Franziskus, der mit der Eröffnung einer neuen Galerie für zeitgenössische Kunst den Dialog zwischen Kunst, Spiritualität und Glauben in modernen Kontexten fördern wollte. Auch die wiederholte Präsenz des Vatikans auf der Biennale in Venedig, zuletzt im Frauengefängnis auf der Giudecca, Ausstellungen wie „The Problem of God“ im Düsseldorfer Ständehaus, das seit Jahren anspruchsvoll konzipierte Programm im Kolumba, dem Kunstmuseum der Erzdiözese Köln, oder Präsentationen wie „Du sollst dir kein Bild machen“ im Wiener Künstlerhaus sowie „Echoes. Skin Contact“ im Haus der Kunst in München zeigen: Kunst und Kirche begegnen einander heute in Formen von Spiritualität, Kritik und Neudeutung. Religiöse Motive werden genutzt, um Fragen des Glaubens, der Sinnsuche, der Moral oder gesellschaftlicher Entwicklungen aus zeitgenössischer Perspektive zu reflektieren. ...mehr |