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Das flanierende Paar / Max Stern

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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
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Ausstellungen

Die Kunsthalle Bremen stellt in einer aufschlussreichen Schau den Romantiker Friedrich Nerly vor

Die alte Zeit im besten Licht


Friedrich Nerly, Campagnalandschaft mit Aqua Claudia, 1836

Den Auftakt bildet ein hell strahlender Marmorblock vor der Kulisse der Berge von Carrara. In der Bildmitte, leicht nach links versetzt angeordnet, ziehen Büffel den stattlichen Quader auf einem Fahrgestell. Die Inschrift auf dem Block verweist auf den dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen, der 1823 den ...mehr

11.06.2026

Wuppertal entdeckt das Œuvre des Malers Carl Grossberg und fördert viel Unbekanntes zu Tage

Der Vermeer der Neuen Sachlichkeit


Carl Grossberg, Der gelbe Kessel, 1933

Als in den Jahren 2024 und 2025 zahlreiche Ausstellungen das hundertjährige Jubiläum der Neuen Sachlichkeit würdigten, zählten Gemälde des Künstlers Carl Grossberg zu den viel beachteten Exponaten. Details zur Person und zum Werkschaffen blieben jedoch im Dunkeln. Um das Renommee eines namhaften und zugleich unbekannten Malers zu relativieren, präsentiert das Von der Heydt-Museum in Wuppertal, dem Geburtsort Grossbergs, derzeit eine umfassende Retrospektive. Nur verhältnismäßig wenige, gerade einmal knapp 70 Gemälde sind von ihm überhaupt bekannt. Die stattliche Anzahl von 50 Ölbildern konnte das Kuratorenduo aus Roland Mönig und Anna Storm nun für die Ausstellung akquirieren, davon allein 27 als Leihgaben aus den USA, wo Grossberg zu den Symbolfiguren der Neuen Sachlichkeit zählt. Hinzu kommen 100 Arbeiten auf Papier, darunter Skizzenbücher, frühe Studentenzeichnungen aus seiner Weimarer Zeit sowie weitere Dokumente. 40 Exponate anderer Künstlerinnen und Künstler aus dem hauseigenen Bestand, darunter speziell Fotografien, stehen den Arbeiten Grossbergs dialogisch zur Seite. ...mehr

05.06.2026

In der Schau „Zeitfragmente“ präsentiert die Kunsthalle Lingen fünf Mixed Media-Installationen des Berliner Künstlers Daniel Laufer und fordert damit den Intellekt der Betrachter*innen heraus

Als die Bilder denken lernten



Beim Betreten der hohen und jetzt im Frühjahr besonders vom Tageslicht durchfluteten Kunsthalle Lingen in den Räumen eines ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks aus dem 19. Jahrhundert stößt man derzeit auf Daniel Laufers Videoinstallation „Train of Thought“ aus dem Jahr 2015. Was zunächst ins Auge fällt, ist ein historisch anmutendes Arrangement aus einem opulenten Perserteppich, auf dem ein runder Tisch aus dunklem Holz und ein Lehnstuhl platziert sind. Auf dem Tisch wiederum befindet sich ein kleiner „Handapparat“ aus antiquarischen Büchern. Dieser wird von zwei antik wirkenden Buchständern in Form von Miniweltkugeln gestützt. Laufer hat dieses Setting noch durch ein Wasserglas mit Fake-Eiswürfeln und dem darin liegenden Modell eines kleinen Segelschiffs komplettiert. Das Ganze erinnert an die inszenierende, oft nur Authentizität vorgaukelnde Ausstellungspraxis, wie man sie aus Dichter-, Komponisten-, Künstler- oder Wissenschaftlerhäusern kennt. Frei nach dem Motto: Hier hat XY also gesessen und diese oder jene geistige Leistung hervorgebracht. Das Ergebnis sind oft romantisch verklärte Pseudowirkungsstätten, die vom breiten Publikum jedoch bereitwillig goutiert werden. ...mehr

29.05.2026

Richard Prince präsentiert in der Albertina sein Schaffen zwischen Kritik und Affirmation und legt mit seiner Appropriation Art die manipulative Suggestivkraft medialer Bildwelten offen

Kalkulierte Komplizenschaft


Richard Prince, Untitled (Cowboy), 1999

Es ist eine bemerkenswerte Koinzidenz der zeitgenössischen Bildproduktion: Während das Biopic „Michael“ die Kinoleinwände bespielt und ein Millionenpublikum in die nostalgisch verklärte Hyperrealität einer Pop-Ikone zieht, fokussiert die Albertina in einer umfassenden Retrospektive das Werk von Richard Prince. Darin zeigt sich eine fundamentale Gegenüberstellung zweier Bildwelten. Während der Film eine populäre, medial geprägte Sehnsucht nach einem unantastbaren Idol bedient, ohne dessen Schattenseiten zu hinterfragen, legt Prince exakt jene Mechanismen offen, die solche künstlichen Starkult-Fassaden überhaupt erst erschaffen. Doch genau an dieser Stelle kippt die Gewissheit: Befragte Prince die Prozesse dieser Ikonisierung analytisch oder reproduzierte er sie durch seine obsessive Aneignung vielmehr unhinterfragt? Sein Werk rührt damit an die Grundfesten der westlichen Kunsttheorie: Es stellt zentrale Fragen nach Autorschaft, nach dem Status des Originals und den Grenzen der Appropriation Art. ...mehr

20.05.2026

Die Stadt als visuelles Konzept: Noch heute prägen die Veduten von Giovanni Antonio Canal und Bernardo Bellotto unsere Vorstellungen von Venedig, Wien, London, Dresden oder Warschau. Das arbeitet das Kunsthistorisches Museum Wien in seiner aktuellen Schau klar heraus

Konstruierte Wirklichkeit



Gemälde sind nie bloße Abbilder der Wirklichkeit. Sie formen auch unsere Vorstellungen von ihr. Lange bevor Fotografie oder digitale Medien existierten, bestimmten Maler, wie Städte gesehen werden: was als typisch, schön oder bedeutend galt. Wer heute an Venedig, London oder Wien denkt, sieht daher nicht nur reale Orte, sondern auch tradierte Bildwelten, deren Ursprung im 18. Jahrhundert liegt. Die aktuelle Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien macht dies eindrucksvoll sichtbar, indem Giovanni Antonio Canal und sein Neffe Bernardo Bellotto zusammengeführt werden und damit zwei Künstler, die das Bild europäischer Städte nachhaltig geprägt haben, wenn auch auf unterschiedliche Weise. ...mehr

Neuerdings treten ihre Protagonisten aus dem Bild hinaus in den physischen Raum: Das Wiener Künstlerpaar Muntean/Rosenblum zeigt in der Galerie Zink in Waldkirchen neben Gemälden und Videoarbeiten erstmals auch lebensgroße Skulpturen

Was war, was ist und was sein wird


Markus Muntean und Adi Rosenblum sind im internationalen Kunstbetrieb seit über 30 Jahren primär als Schöpfer melancholischer Gemälde bekannt, auf denen gut aussehende, hip gekleidete und mit angesagten Accessoires ausgestattete junge Menschen vornehmlich in Freizeitsituationen zu sehen sind. Den Hintergrund bilden meist Landschaften und Szenerien, ...mehr

Erkan Özgen in der Galerie Zink in Waldkirchen: Kunst zwischen bitterer Realität und der Aussicht auf Hoffnung

Gefährliche Leidenschaften


Unter dem Titel „Living Pits“ ist aktuell in der Galerie Zink in Waldkirchen bei Neumarkt in der Oberpfalz eine Ausstellung des Foto- und Videokünstlers Erkan Özgen zu sehen. Es handelt sich um die erste Einzelausstellung des international renommierten türkischen Künstlers in Deutschland. Özgen hat bereits an zahlreichen Biennalen und Großausstellungen teilgenommen, darunter an der Documenta, der Manifesta und den Biennalen in Sydney und Istanbul. Seine Werke befinden sich in wichtigen institutionellen und privaten Sammlungen, so im Centre Georges Pompidou in Paris, in der Tate Modern in London, der Pinault Collection in Paris und der Sammlung Verbund in Wien. Die Galerie Zink, Özgen weltweit exklusiv vertritt, präsentiert nun Videos und großformatige Fotografien. ...mehr

Die exaltierte Textilkunst des belgischen Künstlers Klaas Rommelaere entsteht in Zusammenarbeit mit Angehörigen, Nachbarn und Freunden

Kollektives Sticken


Wer die Werke von Klaas Rommelaere zum ersten Mal sieht, dürfte sie so schnell nicht wieder vergessen, da sie sich aufgrund ihrer sehr speziellen Mischung aus Extravaganz und Verschrobenheit nahezu unauslöschlich ins Gedächtnis einbrennen: Mit Fransen versehene Wandbehänge in unterschiedlichen Formaten, auf denen chaotisch angefüllte Räume, obskure Figurengruppen und fratzenartige Gesichter zu sehen sind, in bunte Stickereien gehüllte Objekte, wie etwa eine Art Bumerang oder an Halloweenkürbisse erinnernde Gebilde sowie überlebensgroße Puppen, die zu einer Art Parade aufgestellt sind. ...mehr

Die Produzentengalerie Hamburg zeigt unter dem Titel „27 Hochzeiten & ein Todesfall“ eine mannigfach aufgeladene Ausstellung von Christoph Blawert

Die vielen Facetten des Christoph B.


Frühmorgens, wenn sich die ersten Sonnenstrahlen über die sanften Hügel des Pays d’Auge legen, macht sich Christoph Blawert gerne auf, um sich in der freien Natur ein Plätzchen zum Malen zu suchen. In der Normandie, wo die Landschaft weniger spektakulär ist als in der zerklüfteten Bretagne, hat der 1981 in Offenburg geborene Künstler einen Ort gefunden, der für seine besondere Darstellung von Landschaftsbildern in Pleinairmalerei geradezu prädestiniert ist. Gleich neben dem mondänen Badeort Deauville liegt das wesentlich beschaulichere Städtchen Trouville mit seinem weiten Strand. Hier hat Christoph Blawert seit 2019 viele seiner landschaftlichen Motive entdeckt, an hellen Frühlingstagen ebenso wie im warmtonigen Licht des Sommers oder im wolkenverhangenen Winter: Heckenlandschaften, Waldstücke, einsam gelegene normannische Häuser und Strandvillen im Tudorstil, einen Apfelbaum mit rosa Blüten. Dabei geht es ihm jedoch weniger um die genaue Ausarbeitung der Motive, als vielmehr um das Arrangement des Farbauftrags. ...mehr

Al Held bei White Cube und Sherrie Levine bei David Zwirner. Ein Galerienrundgang im frühlinghaften Paris zwischen farbintensiver Hard Edge-Abstraktion und kritisch-feministischer Appropriation Art

Take a Picture to Make a Picture


Die Avenue Matignon im 8. Pariser Arrondissement gehört zu den feinsten Adressen der französischen Hauptstadt. Rund um den Abschnitt zwischen den Champs-Élysées und der Rue du Faubourg Saint-Honoré befinden sich etliche Fünf-Sterne-Hotels, Maßschneider und Restaurants der Haute Cuisine. Dazwischen die Niederlassung von Christie’s und eine von Jahr zu Jahr zunehmende Anzahl wichtiger französischer und internationaler Galerien. Ob Almine Rech, Perrotin oder Gagosian – sie alle haben sich in diesem noblen Viertel nur einen Steinwurf vom Élysée-Palast entfernt niedergelassen. ...mehr







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