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 | Auktions-Nachbericht
Mit ihrem Angebot an Kunst des 20. Jahrhunderts hat die Berliner Auktionatorin Irene Lehr wieder den Nerv der Sammler getroffen. Dafür stehen eine hohe Verkaufsrate, zahlreiche Steigerungen und zwei Rekordwerte
Wie bewertet man ein Werk von einem Künstler, von dem Auktionspreisdatenbanken nicht einmal eine Handvoll Ergebnisse listen? Die Berliner Versteigerin Irene Lehr hat das in ihrer Art mit einer gewissen Zurückhaltung getan und den „Sitzenden Botenjungen“ von Lode Sengers mit 8.000 Euro im Katalog aufgenommen. Dabei besitzt das Gemälde aus den frühen 1930er Jahren eine bezwingende Ausstrahlung und reflektiert hoch verdichtet die sozialen Spannungen der Epoche. Der 1896 geborene niederländische Maler schildert in seinem Laufburschen keine individuelle Person, sondern eine paradigmatische Gestalt für soziale Unsicherheit. Körperhaltung, Blickführung und Proportionen zeugen von einem Zustand innerer Erschöpfung, der weniger physisch als vielmehr durch die herrschenden Rahmenbedingungen bergründet scheint. Eine kleine Figur in der rechten oberen Ecke mit einem Messer und zwei weitere finstere Gestalten stehen in diesem Zusammenhang symbolhaft für potenzielle Gewalt. Zudem wird der Botenjunge von einem Hund bedrängt. Dies alles verpackt Sengers in eine Bildarchitektur, die von Schrägen und Instabilität und einem roten Kreuz, das auf den Schultern des Jungen lastet, bestimmt ist und Assoziationen an Symbole autoritärer Systeme weckt. Dass ein Bild von solcher Intensität auf rege Nachfrage stoßen würde, war abzusehen, dass am Ende aber 140.000 Euro zusammenkamen, hat dann doch etwas verblüfft. ...mehr
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 | Ausstellung
Mit „Terminal Piece“ und einer Schau zu Tolia Astakhishvili gibt Fatima Hellberg ihren programmatischen Auftakt als Direktorin im Wiener Museum moderner Kunst und schickt ihre Gäste durch eine dicht verwebte Struktur von Sammlung, Gegenwartskunst, Architektur und Szenografie
Kaum eine kulturelle Institution verhandelt ihre eigenen Voraussetzungen derzeit so intensiv wie das Museum. Sammeln, Ausstellen und Vermitteln gehören weiterhin zu seinen zentralen Aufgaben, werden jedoch zunehmend von der Frage begleitet, unter welchen Bedingungen diese Praktiken überhaupt möglich sind. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die ...mehr
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 | Auktions-Nachbericht
Lempertz brilliert mit einem Renaissanceportrait. Ansonsten wollten die Gemälde Alter Meister oft nicht so recht zünden. Das 19. Jahrhundert hatte es da deutlich besser
Der Auftakt war fulminant. Nach rund einem halben Jahrhundert tauchte bei Lempertz ein junger Edelmann wieder auf, den Barent van Orley um 1520 in einen kostbar durchwirkten Seidenbrokat, eine dunkle Schaube und ein schwarzes Barett gekleidet hatte. Sein leicht verträumter Blick schweift in die Ferne, ...mehr
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 | Auktions-Nachbericht
Auch wenn nicht alles ein früheres Preisniveau erreichte, überzeugte der Züricher Versteigerer Koller bei seiner Auswahl an Kunsthandwerk, Antiken und Skulpturen mit einer hohen Verkaufsrate
Sie muss einmal ein schönes ausdrucksvolles Gesicht getragen haben. Auch ihre Arme und Unterschenkel sind ihr abhandengekommen. Doch noch immer steht die sogenannte „Bartholoni-Venus“ für Schönheit, Ebenmaß und Eleganz. Der helle weibliche Marmortorso, der nach dem Vorbild der berühmten „Aphrodite von Knidos“ von Praxiteles einen ...mehr
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