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Stilrichtungen

Stilrichtungen: Surrealismus



Hans Bellmer, Souterrain Baroque, 40er Jahre

Hans Bellmer, Souterrain Baroque, 40er Jahre


Die Kunstströmung des Surrealismus ging aus der Literatur von Dichtern wie Rimbaud, Stéphane Mallarmé und Guillaume Apollinaire hervor.Der Begriff „surrealistisch“ tauchte erstmals in Verbindung mit Apollinaires Stück „Les Mamelles de Tirèsias“ auf. Zunächst entwickelte sich der Surrealismus der bildenden Kunst in Paris als Zweig des Dadaismus.

1921 kam es zum Bruch dieser beiden Bewegungen, wobei die Surrealisten nun zentral den experimentellen Charakter ihrer Kunst betonten. Geprägt wurde die surrealistische Ästhetik vom Prinzip des Zusammentreffens wesensfremder Elemente und dem des psychischen Automatismus.

Einer der Hauptvertreter war Max Ernst, der sich zuvor im Dadaistenkreis bewegt hatte. Mit der Gründung einer Surrealistengruppe im Jahr 1924 in Paris breitete sich die Bewegung explosionsartig in Europa, dann in der ganzen Welt aus. Im selben Jahr erschien die Zeitschrift „La Révolution Surréaliste“ als offizielles Organ der surrealistischen Bewegung, sowie das „Manifest du Surréalisme“ des Schriftstellers André Breton.

Er definierte den Surrealismus als rein psychischen Automatismus, bei dem der wirkliche Denkprozeß ohne jegliche Vernunftkontrolle zum Ausdruck kommen sollte. Eine bedeutende Funktion erhielt der Traum als ebenso gültige Form des Begreifens von Realität, wie die rational kontrollierte Gedanken- und Empfindungswelt. Unter Einfluß der Psychoanalyse mit ihren Vertretern Sigmund Freud und C. G. Jung sollte der Traum als oberstes Erkenntnismittel in den Schaffensprozeß integriert werden. Als wesentliches Gestaltungselement surrealistischer Maler fungierte das Zufallsmoment und die Neubenennung des Trivialen anstelle einer logischen Konzeption.

Charakteristisch für die Kunst des Surrealismus ist die Überführung des phantastisch-traumhaften in bildliche Vorstellungen. Die Künstler griffen hierzu auf Vorbilder phantastischer Kunst aller Zeiten und Völker zurück. Maltechniken der Dadaisten, wie die von Max Ernst entwickelte Frottage und die Grattage wurden als „automatische Malweise“ weitergeführt. Starke Impulse bot die italienische Pittura Metafisica Giorgio de Chiricos mit ihrer Verrätselung des Gegenständlichen, das so zum vielfachen Bedeutungsträger wird.

Salvador Dali und der Filmregisseur Luis Bunuel begründeten die Auseinandersetzung mit der „Paranoisch-kritischen Geistestätigkeit“, die nach dem psychoanalytischen Hintergrund des Absurden sucht. Die beiden riefen die nachfolgende Bewegung des Neo-Surrealismus ins Leben.

Innerhalb der Kunstbewegung bildeten sich zwei Pole, der absolute und der veristische Surrealismus. Beim absoluten Surrealismus wurden Mittel der abstrakten Malerei und des Kubismus als Träger des Unbewußten poetisch aufbereitet. Der veristische Surrealismus reichte von neoromantischer Traumlyrik bis zu absurdem Realismus.

Aus dem Surrealismus entwickelten sich Tachismus und Action Painting als Basis neuer künstlerischer Abstraktion in den USA der 1950er Jahre.

Internationale Surrealistenzirkel existierten trotz mehrfacher Spaltungen bis in die 1960er Jahre.

Künstler:
Max Ernst
Salvador Dali
René Magritte
Hans Arp
Jean Miró
Paul Delvaux
Yves Tanguy
André Masson
Paul Klee
Francis Picabia
Marcel Duchamp
Pablo Picasso
Édouard L. T. Mesens
Paul Nougé
Félix Labisse
Hans Bellmer
Richard Oelze
Wolfgang Paalen
Meret Oppenheim
Victor Brauner
Oscar Domínguez
Paul Nash
Kurt Seligmann
Roberta Matta
Alberto Giacometti
Eileen Agar



06.09.2000

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Joan Miró, Ohne Titel, 1947

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