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Berlins historische Industriearchitektur im Wandel

Renaissance der E-Werke



Hans Achim Grube: Renaissance der E-Werke - Historische Industriearchitektur im Wandel

Hans Achim Grube: Renaissance der E-Werke - Historische Industriearchitektur im Wandel

Schon längst ist die Qualität der Architektur ein international einkalkulierter Erfolgsfaktor für viele Städte. Neben attraktiven Gewerbeobjekten gilt dies insbesondere für kulturelle Institutionen. Neben spektakulären Neubauten entstanden in den letzten Jahren vielerorts Ausstellungsräume in umgenutzten Industriekomplexen. Die Tate Modern in London, das Musée d’Orsay in Paris, der Hamburger Bahnhof oder das Vitra Design Museum in Berlin zählen dazu. Doch bis zur Realisierung solcher Vorhaben ist es oft ein weiter, schwerer Weg.



In der deutschen Hauptstadt gibt es viele Industrie- und Technikbauten, die umgenutzt wurden oder einer solchen Verwendung noch harren. Wie eine Umwandlung konkret und erfolgreich vonstatten gehen kann, beschreibt kompetent der junge Berliner Architekt Hans Achim Grube in seiner Dissertation am konkreten Beispiel stillgelegter Elektrizitätswerke des Berliner Stromversorgers Bewag. Die Bekleidung einer Leitungsposition in eben jener Firma ermöglichte es dem Autor, gestärkt durch sein Insiderwissen präzis und konkret die notwendigen Strategien klar und lesbar zu artikulieren und weniger eine schöngeistige Arbeit zur Architekturgeschichte zu liefern. Dennoch muss Grubes Publikation gebührend berücksichtigt werden.

Technikarchitektur ist die am stärksten an innovative Fortschritte gebundene Baukunst. Schon 1924 waren im Zuge der Bildung "Großberlins" und des Wandels in der Energiewirtschaft die ersten Stillegungen zu verzeichnen. Die Insellage der Stadt nach dem Krieg und die Wiedervereinigung beschleunigten in den letzten Jahren neben der technischen Entwicklung diesen Prozess. Die nunmehr benötigten deutlich geringeren Gebäudevolumina und Grundstücksflächen verdeutlichen dies: Pro Abspannwerk genügen heute 800 Quadratmeter Fläche anstatt 8.000 zu früherer Zeit. Die neuen Raumprogramme sind zudem nur eingegrenzt in bestehende Gebäudestrukturen integrierbar. Daraus folgt der Abbau von elektrotechnischen Anlagen, die Demontage von Einrichtungen mit teils hohem Altlastenrisiko und deren Entsorgung. Vor der Wende verlangte zudem die Insellage Berlins nach einer konservativen Vorhaltepolitik.

Ab 1997 wurden von der Bewag als einem der größten Berliner Grundstückseigentümer Umnutzungskonzepte der Liegenschaften erstellt, um mittels Verkaufs- oder Mieterlösen den Unterhalt zu amortisieren. Wie dies im Einzelnen ausgesprochen professionell und stringent verfolgt wurde, erläutert das Buch anhand von Beispielen eingehend, aber nie ausschweifend. Am Anfang steht die Erfassung des Bestandes der Liegenschaft samt Forschungen, Kostenfeststellungen und Definition weiterer Nutzungen. Zwischen betrieblich weiter benötigten oder nicht mehr gebrauchten Objekten wird dann getrennt. Für die nicht mehr benötigten Liegenschaften werden in einem zweiten Schritt Wertermittlungen vorgenommen, für die andere Gruppe mögliche Nutzungsprofile aufgrund der Eckdaten und Bestandsanalysen samt Kostenplänen erstellt. Daraus ergeben sich die Handlungsoptionen wie Vermieten, Kooperationen mit Projektgesellschaften, Verkauf mit oder ohne Nutzerbindung. Das Ziel ist die im Zeitalter der Marktliberalisierung unausweichliche Kostenreduzierung der betrieblich genutzten Liegenschaften um mindestens 30 Prozent sowie eine Gewinnerzielung aus den nicht mehr benötigten Baulichkeiten. Präzise, knapp und doch detailliert schlüsselt die Veröffentlichung die finanziellen Zuschussmöglichkeiten und steuermindernden Optionen etwa aus Denkmalschutzprogrammen auf.

Natürlich war auch der Denkmalschutz immer dazwischen geschaltet, da es sich in Berlin überwiegend um Beständen aus den Gründer- und Pionierjahren der Industriekultur handelte. Wichtig war dabei der frühe Kontakt mit den Behörden, um Planungs- und Kalkulationssicherheit, Zeit- und Kostenersparnis für alle Beteiligten zu ermöglichen. Hier sind insbesondere gute Forschungs- und Dokumentationsarbeiten von Bedeutung.

Es stellte sich heraus, dass sich die funktionalen Flächenzuschnitte für die Medien-, Kommunikations-, Design- und Informationsbranchen geradezu als ideal erwiesen. Als Fazit aus seinen Erfahrungen konstatiert Grube, dass die Ressourcen darstellenden Technikdenkmäler technisch und wirtschaftlich erhaltbar sind, da sie einer neuen Nutzung zugeführt werden können. Ein generelles Konzept - das zeigen die erläuterten Einzelbeispiele - gibt es nicht. Die Beherrschung des Spannungsfeldes zwischen Nutzer, Eigentümer, Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit dürfte dabei die zentrale Herausforderung sein. Sie muss immer speziell am jeweiligen Objekt dezidiert und strategisch angegangen werden. Und dazu bietet das Buch eine informative Basis für die Festlegung eines praktischen Handlungsrahmens.

Hans Achim Grube: Renaissance der E-Werke - Historische Industriearchitektur im Wandel. Jovis-Verlag, Berlin 2003. 144 Seiten, 150 teils farbige Abbildungen, 32 Euro.



19.08.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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