Die Kunst, online zu lesen.

Home


Wissen

Geschichte


Sammelgebiete


Restaurierung und Fälschung


Preisführer


Bücher


Recht, Steuer & Versicherung


Transport & Zoll


Gestohlene Kunst


Stilrichtungen





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 25.06.2018 Top-Ergebnisse Auktion 68

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Anzeige

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Bücher

Aktuellzum Archiv:Buchvorstellung

Hans Purrmann ist der französischste Künstler unter den deutschen Modernen. Das macht seine Positionierung heute schwierig. Eine neue Monografie und der Große Hans-Purrmann-Preis steuern dagegen. Auch die Münchner Galerie Schüller zeigt zum Jahreswechsel Purrmann-Werke

Neues über einen Meister der Farbe



Felix Billeter und Christoph Wagner: Neue Wege zu Hans Purrmann

Felix Billeter und Christoph Wagner: Neue Wege zu Hans Purrmann

Gleich vorweg: Dass in der Pinakothek der Moderne in München kein Bild von Hans Purrmann ausgestellt ist, irritiert. Denn der Maler gilt mit seinen koloristisch vibrierenden Landschaften und Stillleben längst als Klassiker der Moderne. Er ist in der Münchner Sammlung nicht in der Nähe von Lovis Corinth und Max Slevogt zu finden, die er in seinen frühen Jahren so bewundert hat. Aber auch nicht bei Henri Matisse, der sein großer Lehrer und Freund war und der dem 1880 in Speyer geborenen Künstler um 1910 die Richtung für sein weiteres Schaffen gab. Die Jahre in Paris waren richtungsweisend und sind bis heute in jedem Bild zu spüren. Purrmann gilt hierzulande als der französischste seiner Generation. Auch wenn in letzter Zeit kaum ein Jahr ohne eine Purrmann-Ausstellung verging, viel öffentlichen Gesprächsstoff lieferten sie nicht. Der Zeitgenosse von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Max Beckmann war für den kunsthistorischen Diskurs der letzen Jahrzehnte wahrscheinlich zu wenig Avantgardist oder schillernde Figur.


Daran wird auch die anlässlich des 50. Todestags des Künstlers im vergangenen Jahr herausgegebene Monografie „Neue Wege zu Hans Purrmann“ nichts ändern. Aber sie unternimmt eine neue Positionsbestimmung und versucht, das kunsthistorische Image Purrmanns als Malers, dessen Werkqualität vor allem auf das „Fest fürs Auge“ reduziert wird, aufzubrechen. Der Vorwurf seiner Kritiker lag bislang in seinem Festhalten an den immer gleichen Sujets und Motiven – meist südliche Landschaften – über Jahrzehnte hinweg. Carla Schulz-Hoffmann, 35 Jahre lang Kuratorin für Moderne Kunst bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, sieht in ihrem Aufsatz gerade darin eine besondere Qualität. Purrmanns Beschwörung einer Welt des Gleichgewichts erkennt sie als „Suche nach Beständigkeit, nach Struktur und Ordnung im Meer flüchtiger Erfahrungen und Begegnungen“. Das sei, so Schulz-Hoffmann, die Relevanz seiner Bilder.

Vielleicht lehnt sie sich mit ihrer These, dass Purrmann unbewusst die Position der Postmoderne, die das Paradigma der Einmaligkeit jeder Bildfindung und des permanenten Neuigkeitswert einer künstlerischen Schöpfung für antiquiert hält, etwas weit aus dem Fenster. Aber der im Gebrüder Mann Verlag erschienene und vom Purrmann-Archiv initiierte Band schlägt ein weites Rad. Purrmanns Leben und Wirken als ein europäischer Künstler, seine Förderer wie der frühe Matisse- und Giacometti-Verfechter Gotthard Jedlicka, sein politisch motiviertes Wirken in Rom in der Villa Massimo, seine Ausstellungserfolge auf der Documenta und in den großen bundesrepublikanischen Kunsthallen nach dem Zweiten Weltkrieg und nicht zuletzt seine frühen Jahre in München als Schüler Franz von Stucks werden in diesem Band von mehr als 20 Autoren facettenreich und quellenfundiert beleuchtet.

Hans Purrmann als Impulsgeber der Moderne wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken, dazu dient auch der Große Hans-Purrmann-Preis, den die Nachfahren des Künstlers vor zehn Jahren ins Leben gerufen haben. Im Februar 2017 wird die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zum dritten Mal an eine junge Künstlerpersönlichkeit verliehen, deren Werk bereits eine eigenständige Position aufweist. Etwa 30 Kuratoren, etablierte Künstler und Hochschulprofessoren wurden um Vorschläge potentieller Preisträger gebeten. Zu den finalen Anwärtern wählte die Jury, zu der die Malerin Karin Kneffel und der Videokünstler Marcel Odenbach gehörten, Ende vergangenen Jahres unter anderem die US-amerikanische Malerin Ellen Akimoto, die sich durch einen starken erzählerischen Ton in ihren Gemälden auszeichnet, die in Köln lebende Künstlerin und mit abstrakten sowie gegenständlichen Formen arbeitende Sabrina Fritsch oder die Belgierin Hannelore van Dijk, die mit ihren Kohlezeichnungen Oberflächenstrukturen versinnbildlicht.

Auf dem Kunstmarkt werden vor allem Purrmanns südliche Landschaften mit ihrem zauberhaftem Licht und ihren strahlenden Farben geschätzt. Ihre Preise liegen bei Auktionen zwischen 80.000 Euro und 100.000 Euro. „Faszination Farbe“ heißt derzeit eine Studio-Ausstellung in der Münchner Galerie Schüller, die Purrmanns virile und mit 160.000 Euro ausgepreiste Sommerszene „Porto d’Ischia“ von 1924 sowie die 98.000 Euro teure Leinwand „Landschaft bei Sorrent“ von 1952 seinen ganz frühen Vorbildner wie Max Liebermann und Lovis Corinth gegenüberstellt. Mit der hügeligen „Landschaft bei Sorrent“ ist Schüller gar die Schließung einer Lücke im 2006 herausgegebenen Werkverzeichnis gelungen. Dort ist das in Grün- und Blautönen changierende Gemälde nur als Schwarz-Weiß-Reproduktion und mit dem Vermerk „Standort unbekannt“ aufgeführt.

Felix Billeter und Christoph Wagner (Hrsg.): Neue Wege zu Hans Purrmann Gebr. Mann Verlag, Berlin 2016 400 Seiten mit 217 farbigen und 113 schwarzweißen Abbildungen; Hardcover; Preis: 79 Euro oder 96,40 Franken

Die Ausstellung „Faszination Farbe – Hans Purrmann ins Licht gerückt“ ist bis zum 31. Januar zu sehen. Die Galerie Schüller hat montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr, am Samstag von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Ein Katalog ist auf Anfrage erhältlich.

Kontakt:

Galerie Schüller

Promenadeplatz 2-6

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 21 20 173

Telefax:+49 (089) 21 20 176



17.01.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Galerie Schüller

Variabilder:

Felix Billeter und Christoph Wagner: Neue Wege zu Hans Purrmann
Felix Billeter und Christoph Wagner: Neue Wege zu Hans Purrmann

Künstler:

Hans Purrmann










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Wissen

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce