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Erstmals erscheint ein vollständiges Werkverzeichnis der Gemälde Karl Hagemeisters, und der Berliner be.bra Verlag lässt sich nicht lumpen: Das Opus von Hendrikje Warmt ist 528 Seiten stark

In Reflexion der Stille



Hendrikje Warmt: Karl Hagemeister – In Reflexion der Stille. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde

Hendrikje Warmt: Karl Hagemeister – In Reflexion der Stille. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde

Vor 15 Jahren gehörte der impressionistische Landschaftsmaler Karl Hagemeister noch zu den Geheimtipps in der Kunstwelt und wurde besonders in Berlin und Umgebung, der Heimat des Künstlers, gesammelt. Zuhause waren seine zart gemalten und teils monumental bemessenen Leinwände das 20. Jahrhundert hindurch vor allem in namhaften Museen und Ausstellungen in deutschen Großstädten oder New York. Doch besonders in den letzten zwölf Jahren treten seine Arbeiten vermehrt auch im Kunsthandel zu Tage – und dies stets mit Erfolg. So erzielten beispielsweise Neumeister, Van Ham oder Grisebach 2015 gute Wertsteigerungen für Hagemeisters Landschaften. Diesen Bekanntheitswandel verdankt der Maler vor allem dem Engagement einer Berliner Kunsthistorikerin, die sich bereits in ihrem zweiten Semester in den kauzigen Einsiedler aus dem Havelland und seine Malerei verliebte. Hendrikje Warmt absolvierte damals ein Praktikum im Berliner Stadtmuseum und wirkte an den Vorbereitungen der Ausstellung „Berliner Kunstfrühling“ mit. Bereits in ihrer Magisterarbeit beschäftigte sie sich mit Hagemeister; in der 2012 abgeschlossenen Doktorarbeit untersuchte sie erstmals sein komplettes Werk. Nun erscheinen ihre aufgearbeiteten Forschungen in einer Publikation des be.bra Verlags.


Karl Hagemeister kam 1848 in Werder an der Havel zur Welt und verstarb daselbst 1933. Gemeinsam mit bekannteren Künstlern wie Walter Leistikow, Franz Skarbina und Max Liebermann gründete er im Mai 1898 die „Berliner Secession“, die federführend in der Entwicklung des deutschen Impressionismus’ und seinerzeit die modernste Künstlervereinigung in Deutschland war. Durch eine Kollektivausstellung der Gruppe in der namhaften Münchner Galerie Heinemann wurde Hagemeister schließlich national bekannt. In den 1870er Jahren begab er sich auf Lehr- und Wanderjahre durch Europa. Bedeutend für sein Œuvre wurden zu dieser Zeit besonders die Begegnungen mit dem Wiener Maler Carl Schuch und dem Künstlerkreis um Wilhelm Leibl, Vertreter einer modernen Kunstauffassung zugunsten von Unmittelbarkeit und Natürlichkeit der Darstellung. Gerade mit Schuch entwickelte sich eine Künstlerfreundschaft, die in gemeinsamen Landschaftsstudienfahrten mündete. Ab 1885 setzte sich Hagemeister bewusst mit den impressionistischen Konzepten auseinander und erweiterte Motivauswahl sowie Farbpalette, die heller und zarter wurde. Etwa um die selbe Zeit entschied er sich für den Rückzug nach Werder und damit für die selbstgewählte, künstlerische Isolation. Er pflegte von da an das Studium der heimischen Natur bis an sein Lebensende.

Der nun im Berliner be.bra Verlag erschienenen Monografie „Karl Hagemeister. In Reflexion der Stille“ liegt eine langjährige Forschungsarbeit über dessen Leben und künstlerischen Werdegang zugrunde, deren Erstellung den Ausführungen der Autorin nach nicht unproblematisch war. Es galt nicht nur die bekannten Arbeiten im öffentlichen sowie privaten Besitz aufzuspüren, sondern eben gerade die nicht mehr nachweisbaren Gemälde. Dies gestaltete sich als holpriges Unterfangen, existierten bisher doch weder Bilderlisten noch schriftliche Aufzeichnungen des malerischen Vermächtnisses Hagemeisters. Hinzukommt, dass der Nachlass des Künstlers aufgrund der historischen Umstände in seinem Todesjahr 1933 nie erschlossen wurde und viele Provenienzen dokumentarisch kaum oder gar nicht verfolgbar sind.

Umso mehr überrascht die Fülle von Werken, die das Verzeichnis aufführt: 575 Gemälde zählt Hendrikje Warmt in Berlin und dessen näherer Umgebung auf und ist sich nun recht sicher, sie alle mehr oder weniger erfasst zu haben. Die drei wichtigsten Forschungsstationen auf dem Weg zu diesem Werkverzeichnis markieren das Archiv des Bröhan-Museums mit seinem umfangreichen Konvolut an Fotografien und Zeitungsbeiträgen des Kunstsammlers Karl H. Bröhan, das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München mit seinem unbeschrifteten Fotoarchiv sowie das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das über den Nachlass der Galerie Heinemann verfügt. Warmts berufliche Verbindungen zu dem ein oder anderen Auktionshaus taten ihr Übriges für den Erfolg ihrer Forschungen. Finanziert wurde das elaborierte Projekt vollständig aus Spendengeldern, für die besonders der Förderverein des Potsdam Museums die Werbetrommel unter seinem Sammler- und Fachpublikum rührte.

Warmt hatte über Jahre selbst auf diversen Kanälen dazu aufgerufen, sie bei der Erfassung, Dokumentation und Reproduktion zu unterstützen – finanziell wie auch ideell durch Erinnerungen und noch nicht verzeichnete Gemälde. Zu diesem Zweck erstellte sie beispielsweise eine eigene Internetseite. Dabei herausgekommen ist am Ende eine ausführliche Biografie, gespickt mit Zitaten aus Briefen, Anekdoten von Zeitgenossen und der Autobiografie Hagemeisters. Der fast schon erzählerisch wiedergegebene Werdegang liest sich flott trotz seines wissenschaftlichen Inhalts. Die empirischen Erkenntnisse wurden in einen fließenden Zusammenhang mit Beschreibungen von künstlerischen Zeitströmungen und gesellschaftlichen Entwicklungen gebracht, die die gerne als staubtrocken beschimpfte Gattung der Monografie zu einer unterhaltsamen wie lehrreichen Lektüre macht.

Besonders an Hagemeisters Werken – davon kann der Katalog natürlich leider nur berichten – ist die Monumentalität des scheinbar alltäglichen Bildmotivs. Die Wucht des Farbauftrags, der nahezu reliefartig mit dickflüssigem Pinselstrich auf das glatte Medium aufgetragen ist, erweckt die Baumgruppen, Wellen und märkischen Seen Hagemeisters zum Leben. Gleichzeitig präsentieren die Naturstücke mit ihren sich im Wind wiegenden Grashalmen und schäumenden Wasseroberflächen die Unmittelbarkeit und skizzenhafte Bewegung, nach deren Darstellung es die Impressionisten so lechzte. Die Autorin stellt im Laufe ihrer Arbeit die Frage auf, ob es Karl Hagemeister gelungen war, einen homogenen Übergang zwischen Tradition und Moderne zu schaffen. Recht diplomatisch kommt sie zu dem Schluss, dass der Landschaftsmaler ein Kind der modernen Malerei und klassischer Anhänger des deutschen Impressionismus’ gewesen sei, der zum Wegbereiter einer expressionistischen Generation avancierte.

Einen ersten Überblick über die Gemälde, Pastelle und Zeichnungen Hagemeisters bot seit 1998 bereits der Katalog von Margit Bröhan, erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Berliner Bröhan-Museum. Mehr Information oder gar ein Werkverzeichnis, das den Anspruch auf Vollständigkeit erhob, fand sich darüber hinaus jedoch nicht – bis jetzt. Die freiberufliche Kunsthistorikerin Hendrikje Warmt räumte nun mit diesem Manko auf und das sehr gründlich. Während dieser Tage die hier besprochene Publikation in den Kunstbuchhandlungen ausgelegt wird, ist ihr Folgewerk bereits in Vorbereitung, eine Dokumentation der Aquarelle, Pastelle und Zeichnungen. Karl Hagemeister war ein fleißiger Künstler, und das Zusammentragen seines Werkes mutiert für Warmt zur Lebensaufgabe, die mit stetigen Neuerkenntnissen verbunden sein wird. Und das verdankt sie auch der Wiederbelebung von Hagemeisters Sammlerschaft auf dem aktuellen Kunstmarkt.

Hendrikje Warmt: Karl Hagemeister – In Reflexion der Stille. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde
be.bra Wissenschaft Verlag, Berlin, 2016
528 Seiten, 800 Abbildungen, Preis: 48 Euro

www.hagemeister-werkverzeichnis.de



22.03.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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