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Das Buch „Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900“ zeichnet die von zahlreichen Hindernissen begleiteten Karrieren malender Frauen in einer einstigen Männerdomäne nach

Mit Malkittel, Leidenschaft und Freiheitsdrang



Katja Behling und Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900

Katja Behling und Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900

Frauen sind für die Familie zuständig. Sie sorgen für die Erziehung der Kinder, für das leibliche Wohl und die Behaglichkeit des Mannes, der in die weite, feindliche Welt hinausgehen muss. Diese überkommene Vorstellung wirkte lange bis ins 20. Jahrhundert hinein nach. Der Berufswunsch der Frau stand erst einmal hinten an. Und wenn sie dann noch eine künstlerische Neigung hatte und das Malen, Zeichnen oder die Bildhauerei zu ihrem Beruf machen wollte, wurde es ganz schwierig. Eine akademische künstlerische Ausbildung stand aus finanziellen und gesellschaftlichen Gründen nur in den seltensten Fällen überhaupt zur Debatte.


Dennoch gab es immer wieder Frauen, die trotz der männlichen Dominanz und zahlreicher gesellschaftlicher Stolpersteine ihren künstlerischen Weg einschlugen. Die Autorinnen Katja Behling und Anke Manigold stellen in ihrem jetzt vorliegenden Band „Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900“ die Schicksale von 42 Frauen vor, die allen Hindernissen zum Trotz eine Künstlerkarriere einschlugen. Die Lebenswege einerseits prominenter und andererseits nahezu vergessener Malerinnen und Bildhauerinnen zeichnen die Autorinnen in einem luftigen, erzählerischen Stil nach.

Dabei gehen sie in ihrer Gliederung nach bestimmten Regionen und Landstrichen vor. Typisch für die Biografien dieser „Malweiber“ ist nämlich ein zumindest zeitweiser Aufenthalt in Künstlerkolonien meist in der Nähe damaliger Kunstzentren. Die bekanntesten dieser Kolonien waren Worpswede bei Bremen, Ahrenshoop, Hiddensee und Nidden an der Ostsee, Kronberg bei Frankfurt und Dachau bei München. Eine der prominentesten Malerinnen um 1900, die ihren eigenen Weg in einer Männerdomäne suchten, ist sicherlich Paula Modersohn-Becker (1876-1907), die in der Künstlerkolonie Worpswede lebte. Ihre malerische Inspiration und Anbindung an die internationale Kunstwelt jedoch holte sie sich während ihrer Ausbildungsjahre in Paris.

Die Ausbildung an den renommierten Kunstakademien mussten sich die Frauen um 1900 erst erkämpfen. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, nämlich das Studium der Freien Kunst für Frauen, galt damals als verpönt. Frauen, die malten, wurden als egozentrische Selbstverwirklicherinnen abgestempelt, belächelt und bewusst von männlichen Kollegen und Professoren ausgegrenzt. Dennoch waren die kunstbesessenen Malerinnen nicht aufzuhalten. Sie gingen auf private Malschulen, gern auch ins Ausland – Paris galt um 1900 als der bevorzugte Ort – oder suchten sich ihren Freiraum zu Hause.

Gerade Töchter aus großbürgerlichen Familien wagten oft, ökonomisch abgesichert, den Weg in die künstlerische Freiheit. Zielstrebige Damen zogen, mit Staffelei und Pinsel bewaffnet und mit praktischen Malkitteln bekleidet, ins Freie und übten sich in der Plein-air-Malerei. Zunächst wurden sie müde bis spöttisch belächelt. Der Münchner Journalist und Schriftsteller Fritz von Ostini sprach 1914 abschätzig von Münchner „Malweibchen“, „jüngeren Wesen“, wie er sich ausdrückte, „die sich unter irgendeinem künstlerischen Vorwand im schönen München ausleben und in Lebensführung und Exterieur vom gutbürgerlichen Frauentypus abweichen.“ Doch die männliche Herablassung war letztlich eine Unterschätzung des künstlerischen Potenzials der weiblichen Avantgardistinnen.

Langsam mussten Akademien, Galeristen, Kritiker und Museumsdirektoren anerkennen, dass sich die Frauen ihren Weg in alle Institutionen erkämpften. In München war es Gabriele Münter, die gerade durch die Förderung von Wassily Kandinsky eine allmähliche Anerkennung erhielt. In Berlin Käthe Kollwitz, die konsequent und selbstaufopfernd ein umfangreiches grafisches und bildhauerisches Lebenswerk schuf. In Zürich Sophie Taeuber-Arp, die Ehefrau des erfolgreichen Bildhauers Hans Arp, die als eine der Pionierinnen der abstrakten Kunst auftrat. Und in Hamburg die später als „entartet“ verfemte, hochtalentierte junge Malerin Anita Rée. Überall bahnten sich Künstlerinnen unermüdlich und unerschrocken ihren Weg und stellten ihr Werk in den Lebensmittelpunkt, ungeachtet privater und öffentlicher Ausgrenzungen, Verspottungen oder Häme. Es ist ein Verdienst dieses sachkundig geschriebenen und üppig bebilderten Buches, diese starken Frauen so kraftvoll in den Fokus zu rücken.

Katja Behling und Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900 Elisabeth Sandmann Verlag, München 152 Seiten, ca. 150 Abbildungen, Preis 24,80 Euro



04.08.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Katja Behling und Anke Manigold: Die Malweiber.
 Unerschrockene Künstlerinnen um 1900
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Paula
 Modersohn-Becker, Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris, um 1905
Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris, um 1905

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Anita Rée, Selbstbildnis, 1930
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Die 37jährige Sophie Taeuber-Arp in ihrem Atelier
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Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris, um 1905

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Die 37jährige Sophie Taeuber-Arp in ihrem Atelier

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Anita Rée, Selbstbildnis, 1930

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