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Manzoni mit großem Erfolg

Piero Manzoni, Achrome, um 1958

Spitzenstücke waren ein „Achrome“ von Piero Manzoni für 855.600, Günther Förg (zwei Bleibilder für 248.000 und 297.600), eine Zeichnung von Georg Baselitz (173.600) und eine große Plastik des Künstlerpaars Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff mit 396.800. Eine Leinwand von William Nelson Copley kam auf 104.200 und eine Acrylarbeit Sigmar Polkes wurde auf 198.400 gesteigert. Festzustellen sind die zahlreichen, häufig deutlichen Steigerungen.

Höhepunkt der Auktion wurde mit 855.600 ein frühes, Ende der 1950er Jahre entstandenes „Achrome“ von Piero Manzoni. Internationale Telefone rangen um die auf 400/500.000 geschätzte kaolingetränkte kleine Leinwand mit markanter horizontaler Faltung. Manzoni (1933 – 1963), gehörte zu den wichtigsten italienischen Künstlern der Nachkriegszeit. Nur wenige Jahre blieben ihm, um sein vielschichtiges, schillerndes, provozierendes und bisweilen seine Betrachter verstörendes Schaffen zu entwickeln und mit seinem folgenreichen Beitrag den radikalen Wandel der Kunst um 1960 anzustoßen. Das hier vorgestellte Werk gehört zu den sogenannten „Achromes“, eine umfangreiche Werkreihe, die Manzoni seit etwa 1957 beschäftigte (Lot 617).

Mit 396.800 wurde eine imposante drei Meter große Skulptur von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff mit prominenter Ausstellungsgeschichte (Berlin; Paris; Karlsruhe; Hannover; Essen; Venedig, Biennale) ein weiteres Highlight der Auktion. Die versteigerte Skulptur hat sich jahrzehntelang als Leihgabe in der Neuen Nationalgalerie, Berlin und auf der Terrasse von Schloss Bellevue in Berlin befunden. Das Bildhauer-Ehepaar ist für seine monumentalen abstrakten Skulpturen aus Chromnickelstahl-Röhren international bekannt (Lot 607, 300/400.000).

Arbeiten von Günther Förg waren sehr gesucht und Erfolg und Steigerungen entsprechend. An der Spitze standen zwei bedeutende teilweise übermalte Bleibilder aus dem Jahr 1990, um die mehrere Telefone kämpften. Am höchsten kletterte mit 297.600 das zu größeren Teilen nur im unteren Bereich mit Rosttönen bemalte Bleibild (Lot 636); die gänzlich mit Farbe über-deckte Arbeit kam auf 248.000 (Lot 635, Taxen je 150/200.000). Ein Gitterbild von 2000 stieg von 30/40.000 bis auf 64.500 und eine graue Leinwand von derselben Taxe auf 62.000 (Lots, 639/640).

Zu einem weiteren Höhepunkt zählte mit 173.600 eine Zeichnung von Georg Baselitz, die 1988 u.a. in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt wurde (dort als „Rebell“ betitelt). Das Frühwerk aus der Werkgruppe der Helden und Neuen Typen wird in der Literatur zusätzlich unter dem Titel „Fahnenträger“ aufgeführt. Eine Figur im Kontext eines Schlachtfeldes, mit übermenschlicher Größe zwischen gefallenen Kameraden stehend und allen Gefahren ins Auge sehend. Baselitz zielt mit dieser durch Krieg und Gewaltherrschaft schuldig gewordenen Heldenfigur auf eine in den 1960er Jahren tabuisierte Empfindung (Lot 615, 80/120.000). Eine weitere Zeichnung des Künstlers wurde für 64.500 von demselben amerikanischen Bietern ersteigert (Lot 616, 25/35.000).

Eine 1999 entstandene Arbeit mit Acryl, Spray- und Interferenzfarbe von Sigmar Polke wurde von norwegischem Handel von 70/90.000 bis auf 198.400 getrieben (Lot 634). Ein weiteres mit Interferenzfarbe und Acryl gemaltes Bild aus dem Jahr 1998 kam auf 68.200 (Lot 633, 70.000). Eine unbetitelte, 180 x 110 cm messende Leinwand Katharina Grosses aus dem Jahr 2003 war sehr begehrt und stieg von 35/45.000 bis auf 99.200 (Lot 647).

Von William Nelson Copley wurden zwei Leinwände angeboten: Das großformatige Werk „July 5 (Great Day Coming)“ von 1975, bei dem Copley die bemalte Leinwand zusätzlich mit Feuerwerkskörpern collagiert hat, stieg von 60/80.000 auf 104.200 (Lot 604), während das zwölf Jahre später entstandene Bild The Sun Never Sets mit 93.000 in neue Hände überging (Lot 605,50/70.000). Andy Warhol erreichte mit seiner bekannten Farbserigraphie „Marilyn Monroe (Marilyn)“ von 1967 80.600, die amerikanischer Handel bewilligte (Lot 632, 50/70.000).

Großer Erfolg auch für eine unbetitelte Leinwand Werner Büttners. Die 190 x 150 cm große Leinwand aus dem Jahr 2005 wurde von 30.000 bis auf 86.800 emporgetrieben: internationaler Rekordpreis für den Künstler (Lot 649). Aus der breiten A. R. Penck-Offerte ragte mit 67.000 „Plato, Sokrates und Aristoteles – 6“, eine Leinwand aus dem Jahr 1996 heraus (Lot 630, 40/50.000). Norbert Bisky kam mit „Havarie“, einer großen Leinwand von 2010, auf den Spitzenpreis von 86.800 (Lot 651, 50/60.000). Eine weitere, neun Jahre ältere Leinwand spielte 62.000 ein (Lotz 650, 30/40.000). Hervorzuheben ist auch eine umfangreiche Sammlung Papierarbeiten von Antonio Calderara mit der Provenienz des Galeristen August Haseke. Die zahlreichen kleineren Aquarelle sind auf insgesamt acht Lots verteilt offeriert worden. Die Arbeiten sind ausgeprägt monochrom und von verschwindender Zartheit und frei von Bezügen zur Gegenständlichkeit (Lots 702 – 709). Am höchsten stiegen mit 59.500 die aus je zwei bis sieben Blatt bestehenden „18 Progetti“ aus der Zeit um 1967/1968 am. Dank verschiedener vollständig ausgeführter Blätter kann man sehr genau den Werkprozess nachvollziehen (Lot 706, 40/50.000).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1111: Zeitgenössische Kunst

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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