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Herbstauktionen 2017

H. de Toulouse Lautrec. Aristide Bruant dans son cabaret. 1893.

Auktion 145
Ein umfangreicher Bestand an Plakaten aus rheinischem Privatbesitz wurde über einen Zeitraum von dreißig Jahren in den 60er bis 90er Jahren zusammengetragen. Erworben wurden die Plakate in renommierten deutschen und Schweizer Auktionshäusern, Galerien und Antiquariaten.

Die Sammlung umfasst mit frühen französischen Plakaten, Tourismus-Plakaten und modernen Künstlerplakaten drei Schwerpunkte.

Ein besonderer Akzent liegt dabei auf den prachtvollen Plakaten der Belle Epoque und des Jugendstils.

Den Auftakt bilden allein sechzehn Werke von Toulouse-Lautrec, darunter das ikonenhafte „Aristide Bruant, dans son cabaret“ und die berühmte Plakatversion von „La Passagère du 54 – Promenade en yacht“ sowie vier eindrucksvolle Arbeiten von Alphonse Mucha.

Es folgt ein Bestand von mehr als 80 Losen Plakate von Jules Chéret, überwiegend unter seiner künstlerischen Leitung bei der Imprimerie Chaix in Paris gedruckt, ein in diesem Umfang außergewöhnliches Angebot. Mit einem Gesamtœuvre von weit über 1000 Plakaten prägte Chéret wie kaum ein anderer Künstler die Entwicklung des frühen französischen Plakates und als „Dampf-Watteau unserer Tage“ (Le Figaro) das Erscheinungsbild der Stadt Paris der Belle Epoque mit. Auftraggeber Chérets kamen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Metropole, darunter Konzertcafés („Ambassadeurs“) , Theater („Folies Bergère“), Ballhäuser („Bullier“), Eislaufbahnen („Palais de Glace“), Zeitungen und Zeitschriften (mit ihren Fortsetzungsromanen, u.a. von Zola), Pariser Ladengeschäfte (u.a. für Neujahrsgeschenke und Spielzeug), Getränke-, Parfüm- und Kosmetika-Fabrikanten etc.

Abgerundet wird die Abteilung „Das frühe Plakat“ mit Arbeiten u.a. von Steinlen, Cappiello, Grasset, Willette, Jossot sowie wenigen Werken deutscher Plakatkünstler.

Der mehr als sechzig Lose umfassende Bereich der Reiseplakate enthält eindrucksvolle Arbeiten überwiegend der 20er und 30er Jahre, mit dem Schwerpunkt auf den großen Schifffahrtsgesellschaften (Norddeutscher Lloyd, Hamburg-Amerika Linie, White Star, Cunard etc.) und den Reisezielen Afrika, Amerika, Südamerika, Polarkreis und Mittelmeer.

Den dritten Sammelschwerpunkt bildet ein Bestand an frühen Ausstellungsplakaten moderner Künstler, vor allem von Miró und Picasso.

Auktion 146
Der Katalog 146 verzeichnet in 860 Nummern Bücher, Autographen und Druckgraphik vom 15. Jahrhundert bis 1945.

Die Versteigerung beginnt mit Reiseliteratur, Ansichtenwerken und Atlanten. Die Abteilung bietet neben Atlanten von Blaeu (»Grooten Atlas«, Vol. I, 1664) und dem »Atlas novus coelestis« von Gabriel Doppelmayr z.B. zwei umfangreiches Sammelatlanten des 18. Jhs. mit Karten von Italien und dem Westfälischen Reichskreis. Daneben sind bedeutende wissenschaftlich geographische Werke zu erwähnen, wie Sven Hedins »Southern Tibet«, seine Ergebnisse der sino-schwedischen Expedition oder Maximilian von Wieds »Reise nach Brasilien«.
An die Bücher schließen sich die Landkarten und Ansichtenwerke an, beginnend mit einem 1800 und 1812 herausgegebenen Globenpaar von Cary in London. Von besonderem Interesse dürfte eine große, von sechs Platten gedruckte Weltkarte von Frederik de Wit sein, die im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts bei R. & J. Ottens in Amsterdam erschienen ist. Von vier Platten gedruckt ist der mustergültige kolorierte Kupferstichplan »Plan de la Ville de Berlin« des Samuel Graf von Schmettau aus dem Jahr 1784. In der anschließenden »Dekorativen Graphik« findet sich u.a. eine Reihe von englischen Karikaturen des 18./19. Jahrhunderts.

Die Altmeistergraphik kann mit etlichen schönen Kupferstichen von Albrecht Dürer aufwarten, unter ihnen sieben Blätter aus der Kupferstichpassion von 1512 oder die »Maria mit Zepter und Sternenkrone« von 1516. Umfangreiche Teile aus Giovanni Volpatos Folge von Kupferstichen mit Raffaels Fresken der Loggien im Vatikan werden in farbfrischem Kolorit angeboten.
Wie immer ist Rembrandt bei Venator & Hanstein stark vertreten. Aus dem Angebot sind besonders zu erwähnen die Radierungen »Christus lehrend (La petite Tombe)« (um 1657) in einem prachtvollen, klaren Druck, sein »Selbstbildnis mit krausem Haar« (ca. 1630) oder »Alter Mann mit gespaltener Pelzmütze« (1640).
Einen Höhepunkt der Druckgraphik des 19. Jahrhunderts stellt Max Klingers ausgesprochen seltenes Mappenwerk »Ein Leben« (Opus VIII, 1884) dar. In dieser Folge setzt sich der Künstler in symbolistischer Bildsprache kritisch mit dem Thema der »gefallenen Frau« auseinander. Unsere Mappe stammt aus dem Vorbesitz von Heinrich Stinnes und Otto Dix und enthält meist signierte, datierte und bezeichnete Zustands- und Probedrucke.

Quer durch die Abteilungen »Naturwissenschaften«, »Geschichte« und »Alte Drucke« zieht sich bedeutende Literatur zum Thema Bergbau und Hüttenwesen mit Schriften des 16. bis 19. Jahrhunderts; darunter die berühmten Werke des Agricola, Löhneysen, Ercker, Schlüter, v. Trebra, Weigel u.a.
Aus dem Angebot der naturwissenschaftlichen Literatur sind weiterhin das Fischbuch des U. Aldrovandi, (Bologna 1638-44), Charpentiers Werke über die Libellen (»Libellulinae Europaeae«, 1840) und über die Heuschrecken (»Orthoptera«, 1841-45) oder die niederländische Ausgabe »D‘onder-aardse werelt« (1682) von Athanasius Kirchers »Mundus subterraneus« zu nennen.

Unter den alten Drucken des 15. und 16. Jahrhunderts sollen eine ganze Reihe seltener Ausgaben erwähnt werden, so etwa ein Druck der sogen. »Disticha Catonis«, erschienen in Deventer bei Jacob von Breda 1489/90, ein lateinischer Pergamentdruck der »Heures a lusaige de Renes« bei Simon Vostre um 1507, zwei Evangelien-kommentare des Johannes Chrysostomus (Köln 1486/87), die »Historiale description de l'Afrique« des Leo Africanus (Antwerpen 1556) mit der ersten französischen Einzelausgabe der geographischen Beschreibung Nordafrikas. Ein Hauptwerk der Reformationsliteratur bietet die sehr seltene erste Ausgabe von Martin Luthers »De servo arbitrio«, Wittenberg 1525. Es folgen Marquards von Lindau »Buch der Zehn Gebote«, Venedig 1483, oder drei lateinisch/deutsche Psalter (Straßburg um 1474), Worms 1504 und Straßburg 1506).

Mit einem protokollartigen Bericht über das Marburger Religionsgespräch von 1529 zwischen Luther, Zwingli und den Hauptvertretern der lutherischen und schweizerisch reformierten Konfession kann die Abteilung »Autographen und Manuskripte« aufwarten. Das auf Einladung des hessischen Landgrafen Philipp veranstaltete Gespräch, das in den theologischen Auseinandersetzungen zwischen Luther und Zwingli zu einer Einigung führen sollte, blieb ohne substantiellen Erfolg. Es markiert die endgültige Trennung zwischen der lutherischen und der reformierten Konfession. Der Bericht, von zwei Händen niedergeschrieben, entstand offenbar noch während der Disputation oder unmittelbar danach. Als einer der beiden Schreiber kommt Georg Rörer in Frage.
- Schriftstücke von Heinrich Böll, Annette von Droste-Hülshoff, Albert Einstein und J. W. v. Goethe runden das Autographenangebot ab.

Ein ungedruckter Katalog einer Sammlung von Goetheana von Zacharias Funk aus dem Jahr 1846, der fast 2500 Nummern umfasst, ist ein herausragendes Objekt der Bücher zum Thema Buchwesen.
Neben einigen seltenen Barockromanen bietet die Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts das Sprachrohr der Heidelberger Romantik mit Arnims Zeitschrift »Tröst Einsamkeit«. Ein weiterer Höhepunkt der Abteilung ist die Erstausgabe von Lavaters »Physiognomische Fragmente«. Bemerkenswert ist weiterhin eine in 22 Bänden nahezu komplette Reihe der sehr seltenen deutschen Ausgabe des Amadisromans, hier in einer Mischauflage aus den Jahren 1572 bis 1610.

Die abschließende Abteilung widmet sich der Literatur und illustrierten Büchern bis 1945. Sie enthält wertvolle Erstausgaben, wie den »Ulysses« von James Joyce (Paris 1922) und Thomas Manns »Doktor Faustus« (Stockholm 1947), oder illustrierte Werke, wie z.B. Ovids »L’Art d’aimer« (Paris 1935) mit Holzschnitten und Lithographien von Maillol, R. Radiguets »Les Pélican« (Paris 1921) mit den kubistischen Radierungen von Henri Laurens oder W. Seidels »Yali und sein weißes Weib« (Berlin 1923) mit 8 signierten Radierungen von H. M. Pechstein.

Auktion 147
In der Auktion „Moderne und zeitgenössische Graphik - Moderne Bücher“ kommen am dritten Auktionstag über 1000 Katalognummern zum Aufruf. Das reichhaltige Angebot umfasst unter anderem Werke von Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Christian Rohlfs über Georges Braque, Marc Chagall, George Grosz, Joan Miró sowie Salvador Dalí und Max Ernst bis Joseph Beuys, Eduardo Chillida, Rupprecht Geiger, Gerhard Hoehme, Heinz Mack, Neo Rauch, Gerhard Richter und Günther Uecker.

Einen ersten Höhepunkt der Auktion bildet Max Beckmanns Tuschfederzeichnung „Frau mit Halskette“ aus dem Jahr 1944 (12.000 €).
Die klassische Moderne ist mit zahlreichen weiteren Werken, wie beispielsweise der Farblithographie „Gebirgsstock“ von Erich Heckel (1500 €) oder der Keramik „Yan Bandeau Noir“ von Pablo Picasso (€ 3500) vertreten. Emil Noldes Radierung „Segler“ aus dem Jahr 1907 ist mit 4000 € taxiert und für Karl Schmidt-Rottluffs „Emybildnis“, eine Radierung von 1921, werden 2500 € erwartet.

Das 1969 entstandene Mappenwerk „Venus im Pelz (Vénus aux fourrures)“ (9000 €) von Salvador Dalí umfasst 16 Blatt aquarellierte Kaltnadelradierungen mit Roulette auf Japan.
Druckgraphiken u.a. von Victor Bonato, Sol LeWitt, Heinz Mack, Blinky Palermo, Otto Piene, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Cy Twombly sind im Kölner Kunstmarkt aus dem Jahr 1970 (€ 7500) enthalten. Die Mappe „Bauen, wohnen, denken“ (6000 €) beinhaltet insgesamt 9 Graphiken, darunter Werke von Eduardo Chillida, Thomas Huber und Per Kirkeby.
Friedensreich Hundertwassers bekannte Kassette „Look at it on a rainy day (Regentag)“ (12.000 €) und Niki de Saint-Phalles „Méchant Méchant“ (4500 €) runden das Angebot der Mappenwerke ab.

Die beiden Graphik-Serien „Geiger – Modulation“ (4500 €) und „Variation Runde Farbe I – V“ (2000 €) bilden den Auftakt einer Sammlung mit Farbserigraphien in 44 Losnummern von Rupprecht Geiger, darunter überwiegend Druckerexemplare.

Unter den angebotenen Druckgraphiken von Gerhard Richter stechen zwei Exemplare der „Schweizer Alpen (A2 und B3)“ mit einer Taxe von jeweils 10.000 € hervor. Von Günther Uecker werden unter anderem ein Prägedruck aus dem Jahr 1994 (6000 €) und „Nagelköpfe“ sowie eine „Nagelreihung“, beide aus dem Jahr 1971, angeboten (jeweils 3000 €).

Einen weiteren Höhepunkt bilden zwei Werke mit Vinylrelief und Graphit des japanischen Künstlers Takesada Matsutani (10.000 € bzw. 6000 €), der in diesem Jahr mit einer Installation in der Ausstellung "Viva Arte Viva" der 57. Venedig-Biennale vertreten ist.

Unter den Papierarbeiten zeitgenössischer Künstler ist eine Bleistiftzeichnung „Ramo mano acqua terra“ von Giuseppe Penone (7500 €) hervorzuheben; des Weiteren „Zwei Köpfe“ in Tusche von Max Uhlig (2000 €), eine Bleistiftzeichnung von Richard Artschwager (4000 €), ein Aquarell mit Tusche und Kreide von Fred Thieler (3000 €) und zwei Werke in Acryl und Kohle auf Bütten von Dieter Krieg (jeweils 5000 €).

Von Paul Wunderlich kommen u.a. eine Arbeit mit „5 Torsi“ in Spritztechnik (4000 €) und ein Aquarell (2400 €), die beide in den 1960er Jahren entstanden sind, zum Aufruf. Bernard Schultze ist ebenfalls mit mehreren Zeichnungen in Aquarell und Buntstift vertreten sowie mit einer Grisaille in Öl auf Leinwand „Und der Wald rauscht durch das Gitter“ (7500 €).

Neben Bronzen – exemplarisch seinen Helge Leibergs „Energie“ (3500 €), Lothar Fischers „Christus-Torso VII“ (2000 €) und ein „Bandagierter Kopf“ von Igor Mitoraj (1200 €) genannt – stellen Multiples und Assemblagen einen weiteren Bereich unseres umfangreichen Angebotes dar, darunter die „Universal Machine II“ (2000 €) und der „Bottle Bottle-Opener“ (2000 €) von dem Fluxus-Künstler George Brecht. Von Marcels Broodthaers werden ein Kunststoffrelief „Multipl.é illimite“ (8000 €) sowie „Six Lettres ouvertes (Avis)“ (2000 €) angeboten. Auf Jenny Holzers LED-Multiple „Selections from Truisms“ (1500 €) erscheint ein Text in LED-Laufschrift, während Christian Tomaszewskis Neon-Objekt den Schriftzug „Bang-Bang“ (2000 €) hell erleuchtet.

In der abschließenden Abteilung mit Künstlerbüchern und Mappenwerken fällt ein Meisterwerk der Art brut mit Jean Dubuffets 1945 entstandenen Lithographien zu E. Guillevics „Les Murs“ ins Augen (10.000 €). Das 17 signierte Radierungen umfassende Mappenwerk von Horst Janssen „Caprice 2“ ist mit 8000 € taxiert. Unter den Werkverzeichnissen sei genannt Gustav Schieflers graphisches Werk Emil Noldes von den Anfängen bis 1925 in 2 Bänden, versehen mit OrHolzschnitten und OrLithographien von Nolde (3000 €).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktionen 145-147 · September 2017

www.venator-hanstein.de/kataloge/aktuelle-kataloge/

Quelle: © Venator & Hanstein

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