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Anrichte „Aux Pattes de Lion“, sign. „Jacob Frères Rue Meslée“, Paris um 1800

Anrichte „Aux Pattes de Lion“, sign. „Jacob Frères Rue Meslée“, Paris um 1800

Zusammenarbeit zwischen François Honoré Georges Jacob-Desmalter und Georges II Jacob zwischen 1796 und 1803.

Mahagoni geflammt und beschnitzt mit geflügelten Tatzenfüssen. Rechteckiger Korpus mit vorstehendem Blatt auf profllierter, gerader Zarge mit Tatzenfüssen. Front mit breiter Türe und blindem Türenfronton, flankiert von 1 schmalen Türe. Inwendig mit 3 Schubladen "à l'anglaise ". Ausserordentlich feine, matt- und glanzvergoldete Bronzebeschläge und -applikationen. "Vert de mer"-Marmor.

117x52x110,5 cm.

Provenienz:
- Ehemals Sammlung Duchesse d'Audiffret-Pasquier, Château de Sassy, Frankreich.
- B.B. Steinitz, Paris.
- Privatsammlung, Deutschland.

Eine vergleichbare Anrichte von den Gebrüdern Jacob wurde für Schloss Fontainebleau geliefert und ist abgebildet in: J.P. Samoyault, Guide du Musée Nationale du Château de Fontainebleau, Paris 1990; S. 148 (Tafel 194). Eine Entwurfszeichnung von C. Percier (Charles Percier, 1764-1838) mit nahezu identischer Grundstruktur ist abgebildet in: H. Lefuel, François Honoré Georges Jacob-Desmalter, Paris 1926; Tafel IV.

Das Château de Sassy befindet sich in der Normandie, im Département Orne und wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde es vom Chancelier Pasquier erworben und später an seinen Adoptivsohl, Gaston, Duc d'Audiffret-Pasquier (1823 Paris 1905) vererbt. Dieser war als glühender Anhänger der konstitutionellen Monarchie ein bedeutender Politiker in den Wirren der Oktoberrevolution und später der erste Senatspräsident der Dritten Republik. Es ist seither in Familienbesitz geblieben.

Am 13. April 1796 überschrieb G. Jacob die florierende Firma seinen beiden Söhnen Georges II und François-Honoré-Georges. Die Zusammenarbeit der Gebrüder Jacob war nur von sehr kurzer Dauer und wurde durch den plötzlichen Tod von Georges II beendet.
Die Werke der Jacob Frères gehören zu den elegantesten und innovativsten der Jahre um 1800. Die "Légèrte" der Formgebung, die neuen Dekorationen "à l'égyptien" oder "à l'antique", die perfekte Ausführung und die Verwendung von bestem Mahagoni-Furnier waren die Markenzeichen ihrer Arbeit. D. Ledoux-Lebard hält diesbezüglich Folgendes fest: "Ces qualités les classent parmi les plus belles productions de cette maison, et leur relative rareté, vu la brièvite de cette période, ajoute encore à leur intêret." in: Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 272-279 und 293f.
In den "Expositions des produits de l'industrie française" jener Jahre erhielten die Brüder stets die höchsten Auszeichnungen, obwohl die Konkurrenz aus den bedeutendsten Kunsthandwerkern bestand. Trotz der Konkurrenz arbeiteten sie manchmal zusammen für die Paläste des angehenden Kaisers Napoleon und seine Entourage. Kaiserin Joséphine gab oft "ce qu'il y a de mieux" in Auftrag, und Napoleon erinnerte sich noch während seines Exils auf Sankt Helena mit Entsetzen an die horrende Rechnung der Jacob Frères. Nebst den Bonapartes war Madame de Recamier die wichtigste Kundin des Unternehmens, sie liess eine Vielzahl von Möbeln herstellen, die zu den bedeutendsten der Directoire-Epoche gehören.

Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 434 (biogr. Angaben).

Weitere Details:


Eine vergleichbare Anrichte von den Gebrüdern Jacob wurde für Schloss Fontainebleau geliefert und ist abgebildet in: J.P. Samoyault, Guide du Musée Nationale du Château de Fontainebleau, Paris 1990; S. 148 (Tafel 194). Eine Entwurfszeichnung von C. Percier (Charles Percier, 1764-1838) mit nahezu identischer Grundstruktur ist abgebildet in: H. Lefuel, François Honoré Georges Jacob-Desmalter, Paris 1926; Tafel IV.

Das Château de Sassy befindet sich in der Normandie, im Département Orne und wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde es vom Chancelier Pasquier erworben und später an seinen Adoptivsohl, Gaston, Duc d'Audiffret-Pasquier (1823 Paris 1905) vererbt. Dieser war als glühender Anhänger der konstitutionellen Monarchie ein bedeutender Politiker in den Wirren der Oktoberrevolution und später der erste Senatspräsident der Dritten Republik. Es ist seither in Familienbesitz geblieben.

Am 13. April 1796 überschrieb G. Jacob die florierende Firma seinen beiden Söhnen Georges II und François-Honoré-Georges. Die Zusammenarbeit der Gebrüder Jacob war nur von sehr kurzer Dauer und wurde durch den plötzlichen Tod von Georges II beendet.
Die Werke der Jacob Frères gehören zu den elegantesten und innovativsten der Jahre um 1800. Die "Légèrte" der Formgebung, die neuen Dekorationen "à l'égyptien" oder "à l'antique", die perfekte Ausführung und die Verwendung von bestem Mahagoni-Furnier waren die Markenzeichen ihrer Arbeit. D. Ledoux-Lebard hält diesbezüglich Folgendes fest: "Ces qualités les classent parmi les plus belles productions de cette maison, et leur relative rareté, vu la brièvite de cette période, ajoute encore à leur intêret." in: Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 272-279 und 293f.
In den "Expositions des produits de l'industrie française" jener Jahre erhielten die Brüder stets die höchsten Auszeichnungen, obwohl die Konkurrenz aus den bedeutendsten Kunsthandwerkern bestand. Trotz der Konkurrenz arbeiteten sie manchmal zusammen für die Paläste des angehenden Kaisers Napoleon und seine Entourage. Kaiserin Joséphine gab oft "ce qu'il y a de mieux" in Auftrag, und Napoleon erinnerte sich noch während seines Exils auf Sankt Helena mit Entsetzen an die horrende Rechnung der Jacob Frères. Nebst den Bonapartes war Madame de Recamier die wichtigste Kundin des Unternehmens, sie liess eine Vielzahl von Möbeln herstellen, die zu den bedeutendsten der Directoire-Epoche gehören.

Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 434 (biogr. Angaben).

Preis: 40000-60000 

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