Die Kunst, online zu lesen.

Home



Gerd Arntz, Spiegel, 1925

Gerd Arntz, Spiegel, 1925

Bemalter Druckstock. 35,6 x 23,4 cm. Gerahmt. Der Druckstock im verworfenen Entwurf desselben Motivs rückseitig schwarz signiert, datiert und betitelt 'Arntz 25 Spiegel' und zweifach mit Bleistift nummeriert "7" und "VII". - Mit wenigen feinen vertikalen Spannungsrissen. Zum äußersten rechten Rand ein minimaler Farbausbruch.

Beiliegend: Holzschnitt auf dünnem Japanpapier. 35,6 x 24 cm (43,3 x 31,4 cm). Unter Glas gerahmt. Signiert, datiert, nummeriert und betitelt 'Arntz 25 SPIEGEL (1-10) K "Spiegel" 10 Dr'. In schönem Erhaltungszustand.

Broos-Bool 71 (Holzschnitt)

Provenienz

Richmod Galerie Casimir Hagen, Köln (der Druckstock mit rückseitigem Klebe-Etikett "Frau bei der Toilette"); Privatsammlung Rheinland

Ausstellungen

Köln 2008 (Museum Ludwig), köln progessiv. seiwert - hoerle - arntz, Kat. Nr. 81/82 mit Abb. S. 63

Wie das Werk seiner Künstlerfreunde Franz W. Seiwert und Heinrich Hoerle, so sind auch die Arbeiten von Gerd Arntz der Veränderung sozialer und gesellschaftlicher Realitäten verpflichtet; sie versuchen sich an nicht weniger als der Synthese von Kunst und revolutionärer Politik. Dass die neue klassenlose Gesellschaft dafür neuer Ausdrucksformen in der Kunst bedürfe, lag für die Künstlergruppe Kölner Progressive auf der Hand. Wie radikal der Arntz nach neuen Wegen in der Kunst suchte, bezeugt nicht zuletzt sein Schaffen im Zwischenraum von Druckgraphik, Malerei und Plastik.

Für Gerd Arntz sind das plastische Werk des Druckstocks und der Druck untrennbar miteinander verbunden. Ihm selbst, so Arntz über sein Werk, sei das „plastische Gefühl wichtiger als das Drucken […] lange arbeitete ich nur die Stöcke, ohne Abzüge machen zu wollen“ (Gerd Arntz, Autobiographischer Abriss, in: Ausstellung Arntz Holzschnitte, Ausst. Kat. Neuer Buchladen, Köln 1925, o. S.). Tatsächlich fertigte der Künstler seine Drucke nur in sehr kleinen Auflagen von meist fünf bis fünfzehn Exemplaren, um sich dann der weiteren Gestaltung des Holzstocks zu widmen. Dass diese Gestaltung weit über die einfache nachträgliche Bemalung hinausgeht, zeigt unser Werk auf eindrucksvolle Weise - das titelgebende Motiv des Spiegels wird in der Reflektion über den Umkehrprozess beim Drucken noch einmal potenziert. Arntz koloriert den Stock nicht nur, sondern er erweitert ihn zum Relief: Die Ausarbeitungen im Bereich von Brust, Bein und Bauch verstärken die Plastizität des Werkes und unterstreichen nicht zuletzt das für den Künstler so wichtige sinnliche Moment der Formen.

In einem Katalog anlässlich einer Ausstellung in der Kölner Richmod-Galerie Casimir Hagen im Jahr 1926 resümiert Gerd Arntz in knappen Worten: „Wichtig ist mir: Strenge Ausnutzung der einfachen Möglichkeiten der Holztafel und der Fläche. Resultate: Eine Grafik ohne Zufälligkeiten und ein plastisches Bild: Beides gute Mittel die Erscheinungen unseres Lebens umgeformt, knapp und drastisch aufzuzeigen.“ (Ausst. Kat. Richmod Galerie Kasimir Hagen, Köln 1926. Zit. nach: Ausst. Kat. Gerd Arntz - Augustin Tschinkel, Galerie Glöckner, Köln 2010/11, S. 5).

Weitere Details:


Wie das Werk seiner Künstlerfreunde Franz W. Seiwert und Heinrich Hoerle, so sind auch die Arbeiten von Gerd Arntz der Veränderung sozialer und gesellschaftlicher Realitäten verpflichtet; sie versuchen sich an nicht weniger als der Synthese von Kunst und revolutionärer Politik. Dass die neue klassenlose Gesellschaft dafür neuer Ausdrucksformen in der Kunst bedürfe, lag für die Künstlergruppe Kölner Progressive auf der Hand. Wie radikal der Arntz nach neuen Wegen in der Kunst suchte, bezeugt nicht zuletzt sein Schaffen im Zwischenraum von Druckgraphik, Malerei und Plastik.

Für Gerd Arntz sind das plastische Werk des Druckstocks und der Druck untrennbar miteinander verbunden. Ihm selbst, so Arntz über sein Werk, sei das „plastische Gefühl wichtiger als das Drucken […] lange arbeitete ich nur die Stöcke, ohne Abzüge machen zu wollen“ (Gerd Arntz, Autobiographischer Abriss, in: Ausstellung Arntz Holzschnitte, Ausst. Kat. Neuer Buchladen, Köln 1925, o. S.). Tatsächlich fertigte der Künstler seine Drucke nur in sehr kleinen Auflagen von meist fünf bis fünfzehn Exemplaren, um sich dann der weiteren Gestaltung des Holzstocks zu widmen. Dass diese Gestaltung weit über die einfache nachträgliche Bemalung hinausgeht, zeigt unser Werk auf eindrucksvolle Weise - das titelgebende Motiv des Spiegels wird in der Reflektion über den Umkehrprozess beim Drucken noch einmal potenziert. Arntz koloriert den Stock nicht nur, sondern er erweitert ihn zum Relief: Die Ausarbeitungen im Bereich von Brust, Bein und Bauch verstärken die Plastizität des Werkes und unterstreichen nicht zuletzt das für den Künstler so wichtige sinnliche Moment der Formen.

In einem Katalog anlässlich einer Ausstellung in der Kölner Richmod-Galerie Casimir Hagen im Jahr 1926 resümiert Gerd Arntz in knappen Worten: „Wichtig ist mir: Strenge Ausnutzung der einfachen Möglichkeiten der Holztafel und der Fläche. Resultate: Eine Grafik ohne Zufälligkeiten und ein plastisches Bild: Beides gute Mittel die Erscheinungen unseres Lebens umgeformt, knapp und drastisch aufzuzeigen.“ (Ausst. Kat. Richmod Galerie Kasimir Hagen, Köln 1926. Zit. nach: Ausst. Kat. Gerd Arntz - Augustin Tschinkel, Galerie Glöckner, Köln 2010/11, S. 5).

Preis: 50000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


Zurück




Kunsthaus Lempertz

English Site Kunsthaus Lempertz

News

English Site News

Termine

English Site Termine

Highlights








Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Auktionen

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce