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Carlo Lasinio, Selbstbildnis des Edouard Dagoty, 1783

Carlo Lasinio, Selbstbildnis des Edouard Dagoty, 1783

Selbstbildnis des Edouard Dagoty. Farbiges Schabkunstblatt von vier Platten, mit eigenhändigen Federeinzeichnungen des Künstlers. 50,1 x 43,1 cm. 1783. Nagler 3, Le Blanc 149, Singer (Der Vierfarbendruck in der Gefolgschaft Jacob Christoffel Le Blons) 444 I (von II), Nicht in Ausst. Kat. Carlo Lasinio Incisioni, Florenz 2004. Wz. Große Wappenkartusche mit Inschrift "Colle in Toscana".

Carlo Lasinio darf als einer der letzten Künstler gelten, der die von Jakob Christoph Le Blon zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte, kunstvolle Technik des Vierfarbendrucks anwandte und beherrschte. Wenn bis dahin das händische Einfärben der Druckplatten die einzige Möglichkeit gewesen war tonale, malerische Wirkungen auf druckgraphischem Wege zu erzeugen, bestand Le Blons revolutionäres Verfahren darin zunächst drei, dann vier geschabte Platten, die jeweils mit den drei Primärfarben und später Schwarz eingerieben wurden, in transparenten Schichten übereinander zu drucken. Sein Schüler und später größter Konkurrent auf diesem Gebiet wurde Jacques-Fabien Gautier-Dagoty, der Vater des hier portraitierten Edouard. Nach Le Blons Tod 1741 erlangte dessen Familie eine regelrechte Monopolstellung in der Herstellung mehrfarbiger Blätter und es verwundert daher kaum, dass Edouard als Erfinder dieser bravourösen Technik galt, als er diese in Italien einführte. Von ihm erlernte sie auch Lasinio 1783, der seinen Lehrer auf dem vorliegenden Bildnis überschwänglich als den "inventeur de la gravure en couleurs" verewigt.
Carlo Lasinios Schabkunstblätter zeichnen sich häufig durch ein zusätzlich gesetztes Kolorit aus, das jedem seiner Werke einen unikathaften Charakter verleiht. So hat auch hier der Künstler feine Einzeichnungen mit der Feder gesetzt, die sich in den Haaren und der Jacke des Dargestellten nachvollziehen lassen. Der Vierfarbendruck sollte aufgrund des zeitraubenden, kostspieligen Herstellungsaufwands ab dem 19. Jahrhundert rasch an Bedeutung verlieren, sodass Lasinio als einer der letzten großen Vertreter dieses Metiers gelten kann. Unser in seiner Ausführung einzigartiges Hauptwerk des Künstlers stellt in technischer als auch künstlerischer Hinsicht zweifellos einen Höhepunkt dieser virtuosen Schabkunsttechnik dar. - Prachtvoller, fein nuancierter, mit einer herrlichen, malerischen Wirkung entfaltender Abzug mit gleichmäßigem schmalem Rand um die sich markant und deutlich abzeichnende Plattenkante. Insgesamt leicht stockfleckig, unten rechts winziger Wurmgang, geringfügige Altersspuren, sonst in ganz vorzüglicher und unberührt originaler Erhaltung. Von aller größter Seltenheit.

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Carlo Lasinio darf als einer der letzten Künstler gelten, der die von Jakob Christoph Le Blon zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte, kunstvolle Technik des Vierfarbendrucks anwandte und beherrschte. Wenn bis dahin das händische Einfärben der Druckplatten die einzige Möglichkeit gewesen war tonale, malerische Wirkungen auf druckgraphischem Wege zu erzeugen, bestand Le Blons revolutionäres Verfahren darin zunächst drei, dann vier geschabte Platten, die jeweils mit den drei Primärfarben und später Schwarz eingerieben wurden, in transparenten Schichten übereinander zu drucken. Sein Schüler und später größter Konkurrent auf diesem Gebiet wurde Jacques-Fabien Gautier-Dagoty, der Vater des hier portraitierten Edouard. Nach Le Blons Tod 1741 erlangte dessen Familie eine regelrechte Monopolstellung in der Herstellung mehrfarbiger Blätter und es verwundert daher kaum, dass Edouard als Erfinder dieser bravourösen Technik galt, als er diese in Italien einführte. Von ihm erlernte sie auch Lasinio 1783, der seinen Lehrer auf dem vorliegenden Bildnis überschwänglich als den "inventeur de la gravure en couleurs" verewigt.
Carlo Lasinios Schabkunstblätter zeichnen sich häufig durch ein zusätzlich gesetztes Kolorit aus, das jedem seiner Werke einen unikathaften Charakter verleiht. So hat auch hier der Künstler feine Einzeichnungen mit der Feder gesetzt, die sich in den Haaren und der Jacke des Dargestellten nachvollziehen lassen. Der Vierfarbendruck sollte aufgrund des zeitraubenden, kostspieligen Herstellungsaufwands ab dem 19. Jahrhundert rasch an Bedeutung verlieren, sodass Lasinio als einer der letzten großen Vertreter dieses Metiers gelten kann. Unser in seiner Ausführung einzigartiges Hauptwerk des Künstlers stellt in technischer als auch künstlerischer Hinsicht zweifellos einen Höhepunkt dieser virtuosen Schabkunsttechnik dar. - Prachtvoller, fein nuancierter, mit einer herrlichen, malerischen Wirkung entfaltender Abzug mit gleichmäßigem schmalem Rand um die sich markant und deutlich abzeichnende Plattenkante. Insgesamt leicht stockfleckig, unten rechts winziger Wurmgang, geringfügige Altersspuren, sonst in ganz vorzüglicher und unberührt originaler Erhaltung. Von aller größter Seltenheit.

Preis: 28000 

© Galerie Bassenge KG, Berlin 


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