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T 1979-H 12

Hans Hartung, T 1979-H 12, 1979

Öl auf Leinwand

Provenienz: Privatsammlung Spatzenhausen. Hans Hartung wurde 1904 in Leipzig geboren und studierte ab 1924 zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in seiner Heimatstadt. Ein Jahr später wechselte er zum Studium der Malerei an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Es folgten Studien an den Akademien in Dresden und München, die er 1931 beendete. 1935 floh Hartung vor den Nationalsozialisten nach Paris, schloss sich dort der Fremdenlegion an und kehrte bei Kriegsende versehrt zurück. Hatte er zu Kriegszeiten die Malerei aufgegeben, nahm er sie nun wieder auf und wurde in den 50er Jahren zu einem der einflussreichsten Vertreter der École de Paris. - Frei von jeglicher Gegenstandsassoziation schuf Hartung eine gestische Malerei, die Liniengebilde, Farbschlieren und -bänder vor meist changierenden Farbräumen zeigt. In seinen ersten Schaffensjahren fertigte Hartung Vorzeichnungen zu seinen Gemälden an, um dann die in der Zeichnung improvisierte Geste auf der Leinwand zu wiederholen. Folgend, mit der wachsenden Verfügbarkeit von Malutensilien und der Entwicklung neuer Farben, erweiterte Hartung sein Werkzeug laufend und arbeitete direkt auf der Leinwand. Er ließ sich in sein Atelier eine Hochdruckspritze installieren, bearbeitete den Bildträger mit Lithographierollen, Straßenbesen und zuletzt sogar mit Gartenspritzen, testete und katalogisierte vorher aber alle Werkzeuge in kleinen Proben und machte den Schaffensprozess damit berechenbar. Die Geste ist hier keine Reproduktion improvisierter Zeichnung mehr, immer aber noch "Spontanes Kalkül", wie das Museum der bildenden Künste in Leipzig 2007 seine Hartung-Ausstellung überschrieb. - Auch für das Bild "T 1979-H 12" griff Hartung auf ein experimentelles Arbeitsgerät zurück. Die schwarzen, kalligrafisch anmutenden Farbzeichen, die vor dem sanften Farbverlauf von Blau und Gelb zu schweben scheinen, erzielte Hartung mit dem schnellen Ziehen eines in Farbe getauchten Reisigbündels über die Leinwand. Kontrastierend dazu ist der Farbverlauf Ergebnis eines geplanten und sorgfältig ausgeführten Arbeitsprozesses, sodass, nicht nur in der dynamischen Geste selbst, eine innerbildliche Spannung zwischen Spontaneität und Planung entsteht. Hier treffen sich die zurückhaltend lasierte Farbfläche und das grafische Zeichen, die Fläche und die Linie, das Schwarz und die Farbe, die schnelle Geste und der präzise gesteuerte Prozess.

Weitere Details:


Provenienz: Privatsammlung Spatzenhausen. Hans Hartung wurde 1904 in Leipzig geboren und studierte ab 1924 zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in seiner Heimatstadt. Ein Jahr später wechselte er zum Studium der Malerei an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Es folgten Studien an den Akademien in Dresden und München, die er 1931 beendete. 1935 floh Hartung vor den Nationalsozialisten nach Paris, schloss sich dort der Fremdenlegion an und kehrte bei Kriegsende versehrt zurück. Hatte er zu Kriegszeiten die Malerei aufgegeben, nahm er sie nun wieder auf und wurde in den 50er Jahren zu einem der einflussreichsten Vertreter der École de Paris. - Frei von jeglicher Gegenstandsassoziation schuf Hartung eine gestische Malerei, die Liniengebilde, Farbschlieren und -bänder vor meist changierenden Farbräumen zeigt. In seinen ersten Schaffensjahren fertigte Hartung Vorzeichnungen zu seinen Gemälden an, um dann die in der Zeichnung improvisierte Geste auf der Leinwand zu wiederholen. Folgend, mit der wachsenden Verfügbarkeit von Malutensilien und der Entwicklung neuer Farben, erweiterte Hartung sein Werkzeug laufend und arbeitete direkt auf der Leinwand. Er ließ sich in sein Atelier eine Hochdruckspritze installieren, bearbeitete den Bildträger mit Lithographierollen, Straßenbesen und zuletzt sogar mit Gartenspritzen, testete und katalogisierte vorher aber alle Werkzeuge in kleinen Proben und machte den Schaffensprozess damit berechenbar. Die Geste ist hier keine Reproduktion improvisierter Zeichnung mehr, immer aber noch "Spontanes Kalkül", wie das Museum der bildenden Künste in Leipzig 2007 seine Hartung-Ausstellung überschrieb. - Auch für das Bild "T 1979-H 12" griff Hartung auf ein experimentelles Arbeitsgerät zurück. Die schwarzen, kalligrafisch anmutenden Farbzeichen, die vor dem sanften Farbverlauf von Blau und Gelb zu schweben scheinen, erzielte Hartung mit dem schnellen Ziehen eines in Farbe getauchten Reisigbündels über die Leinwand. Kontrastierend dazu ist der Farbverlauf Ergebnis eines geplanten und sorgfältig ausgeführten Arbeitsprozesses, sodass, nicht nur in der dynamischen Geste selbst, eine innerbildliche Spannung zwischen Spontaneität und Planung entsteht. Hier treffen sich die zurückhaltend lasierte Farbfläche und das grafische Zeichen, die Fläche und die Linie, das Schwarz und die Farbe, die schnelle Geste und der präzise gesteuerte Prozess.

Preis: 30.000 €

signiert

datiert

Maße: 65,3 x 54,3 cm

© Dr. Irene Lehr Kunstauktionen GmbH
, Berlin 


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