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Stilleben im Herbst

Gerhard Altenbourg, Stilleben im Herbst, 1955

Aquarell u. Tempera über Bleistift auf Karton

Janda 55/82 - Ausgestellt in: Gerhard Altenbourg - Wurzellinien. Berlin, Kupferstichkabinett, 1987, Katalog-Nr. 116. - Anfang der Fünfziger Jahre war sich Altenbourg im Unklaren darüber, ob er nicht eher Schriftsteller und Poet als Maler werden sollte. Neben Gedichten und Texten existiert eine umfangreiche Sammlung zur Dada-Bewegung, zu der er eine wissenschaftliche Monographie verfassen wollte. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Dadaismus bildet vielleicht den Kern seiner malerischen Assoziationsfreiheit und erklärt den Ansatz eines ersten unbewusst spontanen "Hinwerfens" einer Idee, die dann akribisch weiterentwickelt wird. Altenbourgs malerisch-dichterischer Kunstverstand verwebte verschiedenste Gedanken und Einzelteile miteinander und paarte diese mit Leichtigkeit, Pathos und sinnlichem Farbgefühl und ließ so ein einzigartiges Oeuvre entstehen. - In jenen frühen Jahren, in denen sich Altenbourg weiterhin mit seinen Kriegserlebnissen auseinandersetzte, erschien ihm der Herbst vermehrt bedrückend und düster. 1955 ergibt sich aus seinen Aufzeichnungen jedoch ein anderes, gefestigteres Bild: "Ich fühle in mir einen Hochmut aufsteigen, - aber auch eine kalte, gemessene Befreiung von vielem, was einen früher anfocht. Eine Entspannung, ein Gelächter, über Torheit und Unsinn, über sich selbst, ein helles Klarsein, das einem auch eine gewisse Spannung raubt und träg und steril zu machen scheint. Alles ist bekannt, so vieles entbehrt irgendwelche Neuheit. Das Verschlampen und das kleine Gesumm dessen, was sich vorbereitet; immer bereitet sich etwas vor, immer verändert sich etwas, immer lebt es sich zwischen zwei Übergängen." (Janda I, S. 91). - Das vorliegende Aquarell gestaltete Altenbourg freudig und farbenfroh. Bestimmt wird die Arbeit, der ein Bleistiftentwurf als Gerüst zugrunde liegt, durch ihre intensive Farbgebung, den verschiedenen Rot- und Ockertönen, die in stakkatohaftem Auftrag das Bildgeviert teilen. Erdhaft, rotbraun und kräftig im unteren Teil, luftiger und leuchtender im Oberen - sinnlich gelebter Herbst in meisterlicher Manier, die den Betrachter in den Mikrokosmos des Künstlers entführt.

Weitere Details:


Janda 55/82 - Ausgestellt in: Gerhard Altenbourg - Wurzellinien. Berlin, Kupferstichkabinett, 1987, Katalog-Nr. 116. - Anfang der Fünfziger Jahre war sich Altenbourg im Unklaren darüber, ob er nicht eher Schriftsteller und Poet als Maler werden sollte. Neben Gedichten und Texten existiert eine umfangreiche Sammlung zur Dada-Bewegung, zu der er eine wissenschaftliche Monographie verfassen wollte. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Dadaismus bildet vielleicht den Kern seiner malerischen Assoziationsfreiheit und erklärt den Ansatz eines ersten unbewusst spontanen "Hinwerfens" einer Idee, die dann akribisch weiterentwickelt wird. Altenbourgs malerisch-dichterischer Kunstverstand verwebte verschiedenste Gedanken und Einzelteile miteinander und paarte diese mit Leichtigkeit, Pathos und sinnlichem Farbgefühl und ließ so ein einzigartiges Oeuvre entstehen. - In jenen frühen Jahren, in denen sich Altenbourg weiterhin mit seinen Kriegserlebnissen auseinandersetzte, erschien ihm der Herbst vermehrt bedrückend und düster. 1955 ergibt sich aus seinen Aufzeichnungen jedoch ein anderes, gefestigteres Bild: "Ich fühle in mir einen Hochmut aufsteigen, - aber auch eine kalte, gemessene Befreiung von vielem, was einen früher anfocht. Eine Entspannung, ein Gelächter, über Torheit und Unsinn, über sich selbst, ein helles Klarsein, das einem auch eine gewisse Spannung raubt und träg und steril zu machen scheint. Alles ist bekannt, so vieles entbehrt irgendwelche Neuheit. Das Verschlampen und das kleine Gesumm dessen, was sich vorbereitet; immer bereitet sich etwas vor, immer verändert sich etwas, immer lebt es sich zwischen zwei Übergängen." (Janda I, S. 91). - Das vorliegende Aquarell gestaltete Altenbourg freudig und farbenfroh. Bestimmt wird die Arbeit, der ein Bleistiftentwurf als Gerüst zugrunde liegt, durch ihre intensive Farbgebung, den verschiedenen Rot- und Ockertönen, die in stakkatohaftem Auftrag das Bildgeviert teilen. Erdhaft, rotbraun und kräftig im unteren Teil, luftiger und leuchtender im Oberen - sinnlich gelebter Herbst in meisterlicher Manier, die den Betrachter in den Mikrokosmos des Künstlers entführt.

Preis: 20000 €

signiert

datiert

Maße: 51 x 72,5

© Dr. Irene Lehr Kunstauktionen GmbH
, Berlin 


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