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Hendrick van der Borcht d. Ä., Blumen in einer Vase auf einer Marmorplinthe

Hendrick van der Borcht d. Ä., Blumen in einer Vase auf einer Marmorplinthe

Öl auf Holz.
Unten rechts monogrammiert und schwer leserlich datiert: HVB 16(..).
35 x 26 cm.
Gutachten: Dr. Jaco Rutgers, 22.04.2016.

Provenienz: Schweizer Privatbesitz.

Dieser Blumenstrauss in einer Tonvase mit Relief ist eine bedeutende Bereicherung für das kleine Oeuvre des Stilllebenmalers Hendrick van der Borcht d. Ä., von dem bislang nur eine weitere etwas grössere Blumenkomposition in der Gemäldegalerie des Erkenbert-Museums in Franckenthal bekannt ist.

Die Komposition unseres Blumenstrausses ist symmetrisch um eine Mittelachse angeordnet und spricht für die frühe Entstehungszeit zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als sich die Gattung des Blumenstilllebens als eine eigenständige Form in der Kunstgeschichte zu etablieren beginnt. Die Blüten sind alle einzeln platziert, ohne sich zu überlappen, so dass sie sich bestmöglich dem Betrachter präsentieren können. Die Plastizität und Haptik der einzelnen Blütenblätter ist dabei bemerkenswert.

Hendrick van der Borcht d. Ä. wurde in Brüssel 1583 geboren, wo er allerdings nicht lange verweilt sein mag, denn sein Vater war Teil der calvinistischen Stadtregierung in Brüssel, die durch die Übernahme der Spanier 1585 wohl vertrieben wurde. Im Anschluss dürfte die Familie van der Borcht nach Deutschland übergesiedelt sein, wo sie ab 1597 in Franckenthal verzeichnet sind (siehe zur Biographie des Künstlers Zehl, G: Die Frankfurter Malerfamilie van der Borcht, in: Hürkey, E. J. u.a.:, Kunst, Kommerz, Glaubenskampf: Frankenthal um 1600, Ausst. Kat. Frankenthal (Erkenbert-Museum), Worms 1995, S. 138-143). 1598 wechselte Hendrick nach Frankfurt, wo er Schüler von Gillis van Valckenborch wurde. In Frankfurt und dem nahegelegenen Frankenthal bildete sich eine florierende Gemeinschaft an Künstlern, die sich besonders auf die Stilllebengattung spezialisierten, wie beispielsweise Peter Binoit (1590-1632), Peter Soreau (1604-1672) und vor allem Georg Flegel (1566-1638), der zum Zeitpunkt von Hendrick van der Borchts künstlerischer Ausbildung bereits in Frankfurt als Maler tätig war. Flegel hatte bei Gillis van Valckenborchs Onkel, Lucas van Valckenborch, gelernt und später in Zusammenarbeit mit diesem und seiner Werkstatt einige Gemälde angefertigt (siehe auch Los 3056). Besonders Flegels malerische Umsetzung dürfte sehr prägend für die künstlerische Entwicklung von Hendrick van der Borcht gewesen sein und auch die Blumenwahl Flegels ist bei Van den Borcht wiederzufinden.

Mit der dekorierten Tonvase auf unserem Stillleben und der Darstellung des Flussgottes Tiberinus und den von der Wölfin gesäugten Zwillingen Romulus und Remus, die der römischen Mythologie entnommen und die Gründung Roms am Ufer des Tibers thematisieren, dürften besonders altertumsgelehrte Sammler angesprochen worden sein. Auch der Maler selbst hatte ein grosses Interesse an der Antike, die er auch immer wieder in seinen Werken thematisierte. So auf dem signierten Tondo auf Kupfer in der Ermitage in St. Petersburg, auf dem kleine Statuen, Münzen, Kameen, und weitere Kunstkammerobjekte zu finden sind (siehe Nikulin, N. / Asvarisch, B.: The Hermitage, Leningrad: German and Austrian painting of the 15th to 19th century, Leningrad 1986, Kat. Nr. 50).

Weitere Details:


Dieser Blumenstrauss in einer Tonvase mit Relief ist eine bedeutende Bereicherung für das kleine Oeuvre des Stilllebenmalers Hendrick van der Borcht d. Ä., von dem bislang nur eine weitere etwas grössere Blumenkomposition in der Gemäldegalerie des Erkenbert-Museums in Franckenthal bekannt ist.

Die Komposition unseres Blumenstrausses ist symmetrisch um eine Mittelachse angeordnet und spricht für die frühe Entstehungszeit zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als sich die Gattung des Blumenstilllebens als eine eigenständige Form in der Kunstgeschichte zu etablieren beginnt. Die Blüten sind alle einzeln platziert, ohne sich zu überlappen, so dass sie sich bestmöglich dem Betrachter präsentieren können. Die Plastizität und Haptik der einzelnen Blütenblätter ist dabei bemerkenswert.

Hendrick van der Borcht d. Ä. wurde in Brüssel 1583 geboren, wo er allerdings nicht lange verweilt sein mag, denn sein Vater war Teil der calvinistischen Stadtregierung in Brüssel, die durch die Übernahme der Spanier 1585 wohl vertrieben wurde. Im Anschluss dürfte die Familie van der Borcht nach Deutschland übergesiedelt sein, wo sie ab 1597 in Franckenthal verzeichnet sind (siehe zur Biographie des Künstlers Zehl, G: Die Frankfurter Malerfamilie van der Borcht, in: Hürkey, E. J. u.a.:, Kunst, Kommerz, Glaubenskampf: Frankenthal um 1600, Ausst. Kat. Frankenthal (Erkenbert-Museum), Worms 1995, S. 138-143). 1598 wechselte Hendrick nach Frankfurt, wo er Schüler von Gillis van Valckenborch wurde. In Frankfurt und dem nahegelegenen Frankenthal bildete sich eine florierende Gemeinschaft an Künstlern, die sich besonders auf die Stilllebengattung spezialisierten, wie beispielsweise Peter Binoit (1590-1632), Peter Soreau (1604-1672) und vor allem Georg Flegel (1566-1638), der zum Zeitpunkt von Hendrick van der Borchts künstlerischer Ausbildung bereits in Frankfurt als Maler tätig war. Flegel hatte bei Gillis van Valckenborchs Onkel, Lucas van Valckenborch, gelernt und später in Zusammenarbeit mit diesem und seiner Werkstatt einige Gemälde angefertigt (siehe auch Los 3056). Besonders Flegels malerische Umsetzung dürfte sehr prägend für die künstlerische Entwicklung von Hendrick van der Borcht gewesen sein und auch die Blumenwahl Flegels ist bei Van den Borcht wiederzufinden.

Mit der dekorierten Tonvase auf unserem Stillleben und der Darstellung des Flussgottes Tiberinus und den von der Wölfin gesäugten Zwillingen Romulus und Remus, die der römischen Mythologie entnommen und die Gründung Roms am Ufer des Tibers thematisieren, dürften besonders altertumsgelehrte Sammler angesprochen worden sein. Auch der Maler selbst hatte ein grosses Interesse an der Antike, die er auch immer wieder in seinen Werken thematisierte. So auf dem signierten Tondo auf Kupfer in der Ermitage in St. Petersburg, auf dem kleine Statuen, Münzen, Kameen, und weitere Kunstkammerobjekte zu finden sind (siehe Nikulin, N. / Asvarisch, B.: The Hermitage, Leningrad: German and Austrian painting of the 15th to 19th century, Leningrad 1986, Kat. Nr. 50).

Preis: 90000-120000 

© Koller Auktionen AG, Zürich 


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