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William Godson, Zwillingsgloben

William Godson, Zwillingsgloben

"A New and Correct Globe with trade winds and monsoons by W. Godson". Erd- und Himmelsglobus in ihren reich vergoldeten Futteralständern. Jeweils 12 kolorierte Kupferstich-Segmente auf massiver Pappmachékugel aufgezogen. Durchmesser 7,6 cm.

Losnummer: 2826


Eingelegt in halbrunde, rostrot lackierte Futteral-Kalotte auf gedrechselten schwarzen und reich vergoldeten Kandelaberständern mit Lederunterfütterung, reichem floralen Golddekor und passenden schwarzlackierten Holzdeckeln mit radialer Lanzettvergoldung. Höhe ca. 21 cm. (London, William Godson, nach 1702).
Ein Set von reizvollen Zwillingsgloben nach dem Kupferstecher, Kartographen und Verleger Hermann Moll (1654-1732) mit der Welt- und Himmelskarte des Londoner Kartographen William Godson. Dieser hatte seine 1702 datierte Weltkarte unter dem Titel herausgegeben "A New and Correct Map of the World, Laid down according to the newest observations & discoveries in several different projections including the trade winds, monsoons, variation of the compass, and illustrated with a coelestial planisphere, the various systems of Ptolomy, Copernicus, and Tycho Brahe together with ye apearances of the planets &c." . Die Karte sollte dann auch noch zuerst bei Charles Price 1710 und dann 1714 und 1717 bei George Willdey in London mit dem Hinweis "W. Godson delin[eat]" erscheinen. Auf dieser Basis wurden dann die beiden kleinen Globen nach Vorbild der Taschengloben, die im Verlag von Hermann Moll erschienen waren, angefertigt.
Wie die o.g. Karte des William Godson sind die Ergebnisse der jüngsten Forschungsreisen in die Karte aufgenommen. So ist die kalifornische Halbinsel schon weitgehend korrekt dargestellt, wohingegen die Ostbegrenzung des australischen Kontinents noch offen und Neuseeland ganz fehlt. In der Gestaltung des terrestrischen wie des Himmelsglobus (dem eine Kartusche mit Titel fehlt) fallen mehrere Gemeinsamkeiten auf: Die ekliptischen und äquatorialen Linien, das Netz der Breitengrade und die nördlichen und südlichen Wendekreise entsprechen sich mit der Lineneinteilung des Himmelsglobus. Es gibt daher zeitgenössische Beispiele, in denen die zwölf Segmente des Himmelsglobus konkav auf die Innenseite des - meist mit dem Taschenglobus hergestellten - Futterals montiert sind.
"The undoubted heyday of the pocket globe was in Georgian England throughout the eighteenth century, they became very popular and 'in vogue'. They were to be found, usually in pairs, in many affluent homes. Wealthy English aristocrats would purchase them as much for their undoubted novelty value, as for their genuine interest in geography and astronomy. The production of pocket globes coincided with the age of the Enlightenment in Britain, which encouraged members of the upper classes to acquire a broad body of knowledge and understanding about the arts and sciences. The twin fields of geography and astronomy were expanding rapidly throughout this period, with British explorers and scientists making strong and significant contributions. Societies were founded to fund exploratory expeditions, and to encourage and foster research about foreign lands - from geography to natural history. World maps were frequently redrawn as the discoveries of Cook and Anson brought back with them new, priceless geographic information about the Western Hemisphere, the South Pacific and the Polar regions. Such discoveries and Cook’s routes were frequently noted on British globes, even at the small scale of a pocket globe. Knowledge, then as now was power, and had a significant impact on a countries ability to expand trade and empire" (B. de R.).
Auf dem Erdglobus ist eine Titelkartusche mit grüner Rankenbordüre und dem o.g. Titeltext angebracht. Der Äquator und der Ekliptikkreis sind graduell abgestuft. Es gibt zwei Polarkalotten sowie eine weitere abgestufte Linie zwischen den beiden polaren Regionen. Kartografische Details sind zu diesem Zeitpunkt nur in Bezug auf Umfang und Wissen begrenzt, was jedoch das Interesse oder die Neugier in keiner Weise minderte. Die australische Küste ist weithin ungenau dargestellt, das "Van Diemen Land" noch an das Festland angeschlossen und die gesamte Ostküste mit Papua-Neuguinea und Südostasien verbunden ist. Es gibt nur den vage Hinweis auf Neuseelands Geographie. Das Land wird immer noch als "New Holland" bezeichnet, eine Anerkennung für frühere niederländische Erkundungen und Entdeckungen. Japan ist unförmig dargestellt, und nur eine Lokation der Stadt Edo auf Honshu, dem heutigen Tokio, ist angegeben als "Land of Yedo". Brasilien wird immer noch als etwas zu weit in den Atlantik drängend dargestellt. Kalifornien wird fälschlicherweise als Insel kartiert, Spanien kontrolliert immer noch Florida und Mexiko. "New Mexico" ist in den heutigen US-Bundesstaaten Oregon und Washington gekennzeichnet. Große Teile Kanadas sind unerforscht und der Fantasie überlassen, belegt durch den Begriff der "[Terra] Incognita". Einige Regionen der amerikanischen Ureinwohner werden hingegen erwähnt.
Die Kontinente sind in verschiedenen pastellfarbigen Farben, in Rosé (Europa, Südamerika und Australien), Rot (Nordamerika), Grün (Afrika), Orange-Gelb (Asien) flächen- und genzkoloriert. Die Weltmeere bzw. die freien Flächen zwischen den Kontinenten sind voller Informationen und Notizen für den ehemaligen Seemann und Seefahrer. Sie informieren über Passatwinde und Monsunaktivitäten, unterstützt von hilfreichen Richtungspfeilen. Lukrative Handelswege von den europäischen Mächten zu ihren Märkten in weit entfernten Reichen sind rot hervorgehoben. Die aus englischer Sicht wichtigste Informationen waren die Routen zwischen der Westküste Afrikas und dem südlichen Nordamerika sowie der Karibik. Es sind dieses die Territorien des Sklavenhandels - ein Handel, der im 18. Jahrhundert florierte und für die Engländer eine große Quelle des Reichtums darstellte.
Der Himmelsglobus ist flächendeckend mit den Tieren und Menschen, den Figuren des Zodiac gestaltet worden, alle hier in zeitgenössischem Kolorit. Die zwölf Sternzeichen sind mit ihren lateinischen Namen betitelt, ebenso die zahlreichen weiteren Sternbilder, die von der Erde aus beobachtet werden konnten. So findet man: 1. Aries (Widder), 2. Taurus (Stier), 3. Gemini (Zwillinge), 4. Cancer (Krebs), 5. Leo (Löwe), 6. Virgo (Jungfrau), 7. Libra (Waage), 8. Scorpio (Scorpion), 9. Sagittarius (Schütze), 10. Capricorn (Steibock), 11. Aquarius (Wassermann) und 12. Pices (Fische). Jedes der Tierkreiszeichen steht für 30 Grad caelestischer Länge.
Von besonderer Schönheit sind die beiden Futteralständer, deren Sockel mit Durchmesser von 11 cm jeweils mit einem Lederteil unterfüttert wurden (beim Himmelsglobus erneuert). Über dem zylindrischen Sockel, der mit einem Goldring mit Wellenmuster geziert ist, leitet ein ebenfalls vergoldeter Polsterring über zu einer Hohlkehle, die mit bemerkenswert hübschen Goldblumen und zahlreichen filigranen Blüten auf schwarzem Grund ausgestattet sind. Aus der Kehle erhebt sich der Stumpf, der die untere Kalotte für das rostrot lackierte innere Futteral bildet, in dem die jeweilige Globenkugel eingelegt werden konnte. Die halbrunde Deckelkalotte ist ebenfalls innen mit rostrotem Lack ausgestattet. Nimmt man den Deckel ab, so kann jeder Globus präsentiert werden - und, ohne, dass man die Kugel herausnimmt jeweils zur Hälfte betrachtet und dann gedreht werden. Das kugelförmige Futteral ist mit hübschen gotischen Goldlanzetten ornamentiert, die oben radial in einem kleinen gedrechselten Schlussknopf enden. – Wenige kleine Farbretuschen, hier und da leichte Reinigungsspuren und Auffrischung des Schutzlacks. Die Südpolkappe des Himmelsglobus gering verschoben bzw. mit kleinem Darstellungsbruch (in der Platte), insgesamt in schöner, heiterer Farbigkeit und meist im zeitgenössischen Kolorit. Die prächtigen Standfutterale in bestem Zustand, kaum Farb- oder Goldabrieb. Insgesamt in sehr schönem Gesamtzustand - ein besonders seltenes Paar dieser frühen, seltenen Zwillings-Taschengloben in bemerkenswertem Zustand.


Veranstaltungshinweise:

Am 13.04.2021 bis 15.04.2021 117. Auktion: Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen


Schätzpreis: 26.000,-  EURO

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