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Wilhelm Lehmbruck, Kleine Sinnende

Wilhelm Lehmbruck, Kleine Sinnende

Gips, weiß. Höhe 54,3 cm. In der Plinthe vorne rechts signiert "LEHMBRUCK" (eingeritzt) und mit dem Gießerstempel "cire/C. Valsuani/perdue". Schubert 55 C b.

Losnummer: 8146


"In Lehmbrucks Arbeiten gibt es keine Form, d.h. Leib-Gebärde ohne spezifischen seelischen Ausdruck, er hat keine Form ohne psychologischen Sinn realisiert" (Dietrich Schubert, Wilhelm Lehmbruck. Catalogue raisonné der Skulpturen (1898-1919), Worms 2001, S. 25).
Die Statuette der "Kleinen Sinnenden", die Lehmbruck 1910/11 ausführte, zeigt eine stehende, nach unten schauende, in sich gekehrte Frauenfigur mit halb gesenkten Augenlidern. Sie blickt den Betrachter nicht an, sondern ist in sich versunken. Ihr Oberkörper, über den sie ihre Arme verschränkt, ist leicht gedreht. Der Kopf ist in Richtung Standbein geneigt, im klassischen "contrapposto" zeichnet sich das Spielbein augenfällig unter dem um die Beine geschlungenen Tuch ab. Deutlich kontrastiert das in vielen Falten gestaltete Tuch die nackten, glatten Körperpartien der Figur. Von vielen Blickwinkeln aus betrachtet, offenbart sich die immer wieder neu zu entdeckende Schönheit der Figur von allen Seiten. Die Figur ist in sich ruhend, sie schirmt sich von ihrer Außenwelt ab. Sie scheint eine eigene Seele zu haben.
Lehmbruck schuf eine kleine Gruppe von Figuren, die er eigens für ein kleines Format konzipierte. Neben der "Kleinen stehenden weiblichen Figur" von 1908, dem "Mädchen mit aufgestütztem Bein", dem "Hagener Torso" und "Sitzenden Mädchen" gehört unsere Statuette dazu. In allen Entwürfen setzt er sich mit der Ponderierung der frei stehenden und geschlossenen Figur auseinander.
Lehmbruck fertigte die "Kleine Sinnende" während seines Aufenthalts in Paris an, wo er von 1910 bis 1914 lebte. Im November 1916 hatte er in Mannheim seine erste große Einzelausstellung, hier war auch die Bronze der "Kleinen Sinnenden" vertreten (Nr. 5 im Ausstellungsverzeichnis).
Bei unserer Figur handelt es sich um einen Surmoulage-Guss in Gips, der aufgrund seiner höchst differenzierten Bearbeitung und auch aufgrund der Provenienz auf ein sehr frühes Entstehungsdatum schließen läßt. Laut Schubert kann davon ausgegangen werden, dass Lehmbruck Surmulage-Güsse in eigener Regie anfertigen ließ, um weitere Exemplare zur Verfügung zu haben. Das Sichtbarlassen der einzelnen Nähte im Gips, die changierende, stellenweise fast alabasterartig schimmernde Oberfläche und das Ausmodellieren der feinen Gesichtszüge zeugen von einer engagierten, künstlerischen Hingabe in der Ausführung.
Herr Prof. Dietrich Schubert, Universität Heidelberg, hat die Authentizität der Figur bestätigt (Schreiben vom 11.03.2017).


Veranstaltungshinweise:

Am 27.05.2017 109. Auktion: Moderne Kunst Teil I und II


Schätzpreis: 40.000,-  EURO

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