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Hans Thoma, Schwarzwaldwiese, 1874

Hans Thoma, Schwarzwaldwiese, 1874

Öl auf Leinwand. 62 x 74cm. Signiert und datiert unten rechts: H. (lig.) Thoma 74. Rahmen.

Rückseitig:
Verschiedene Klebezettel:
- Sammlungsetikett W. Lindley;
- Inventarisierungskleber der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe 1972.

Literatur:
Thode, Henry (Hrsg.): Thoma. Des Meisters Gemälde in 874 Abbildungen. (Klassiker der Kunst, Band 15), Stuttgart und Leipzig 1909, S. 68 mit Abb.

Provenienz:
- Sammlung William Lindley, Frankfurt am Main (vermutlich direkt vom Künstler erworben);
- seitdem im Besitz der Nachfahren Lindleys;
- 1972-2018 als Leihgabe in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Losnummer: 1259


Hans Thoma gehört zu den Künstlern, die sich mit ihrer Kunst gegen starke Widerstände durchsetzen und zu Lebzeiten ihren Erfolg, ihre gesellschaftliche Anerkennung und ihren Ruhm genießen können. Und es war ihm ein Anliegen, seinen - nicht immer einfachen - Weg der Künstlerwerdung niederzuschreiben. So lassen sich einzelne Gemälde, auch die hier angebotene »Schwarzwaldwiese«, in Thomas’ Erinnerungen wiederfinden (Thode, 1909, S.XXV, Abb. S. 68).
Auf den ersten Blick ist dies eine ganz unspektakuläre Landschaft aus Thomas Heimat, zu belanglos, um zur damaligen Zeit in akademischen Kreisen bildwürdig zu sein. Vorherrschend das Grün in allen Schattierungen, das drei Viertel des Bildraumes einnimmt. Über einer sanften Hügelkette in der Ferne erstreckt sich der blaue, mit grauen Schleierwolken durchzogene Himmel. Der Blick richtet sich aus einer Senke heraus gegen den hoch liegenden Horizont. Das Grün verdichtet sich wolkenartig in einem Gebüsch, aus dem ein Bach auf den Betrachter zufließt. Die Reflexionen auf dem Wasser, ein paar weiße Wiesenblumen, ein Schaf mit Lamm, ein Hirtenpärchen im Mittelgrund sowie ein Paar auf dem Weg im Hintergrund: dies sind die wenigen Elemente, die das Thomasche »Dauergrün« auflockern.

Hans Thoma ist Mitte Dreißig, als er dieses Bild malt. Nach einer kurzen Lithographen-Lehre studiert er an der Kunstschule in Karlsruhe unter anderem bei Wilhelm Schirmer, der die Landschaftsmalerei zu dieser Zeit prägt. Thoma hat mit seinen Gemälden zunächst keinen Erfolg, weigert sich aber, seine Malerei dem Publikumsgeschmack anzupassen. Er will malen, was er sieht und wird in diesem Drang bestärkt, als er in Paris mit den Kunstrevolutionären Courbet und der Schule von Barbizon bekannt wird.

Aber Thoma bleibt nicht in Paris. Er geht nach München und malt unbeirrt in seinem eigenen Stil. Am Kunstmarkt, beim großen Publikum kommt er damit nicht an. Gerade für das von ihm gerne verwendete leuchtende Grün handelt er sich viel Spott ein. Aber er findet sich mit seinem »Anderssein« in bester Gesellschaft. Künstlerkollegen bestärken ihn. Leibl und Böcklin gehören zu seinem Münchener Kreis. Mit gelegentlichen Verkäufen, Porträt- und Kopieraufträgen kommt er finanziell leidlich zurecht. Positiv verändert sich Thomas Situation, als er 1873 den Frankfurter Arzt Dr. Eiser kennenlernt, der von seiner Malerei begeistert ist und ihm Aufträge verschafft. Dr. Eiser ermutigt ihn auch zu seiner ersten viermonatigen Italienreise Anfang 1874, die Thoma nachhaltig beeindruckt. In den Schwarzwald zurückgekehrt, malt er das hier angebotene Gemälde der Schwarzwaldwiese sowie eine Rhein-Ansicht.

Nach einem erneuten Intermezzo in München, zieht Thoma 1878 nach Frankfurt. Hier findet er Aufmerksamkeit, Anerkennung und Aufträge. Eine Ausstellung im Münchener Kunstverein 1890 festigt seinen Ruhm und 1899 bekommt er einen Ruf als Professor an die Kunstschule in Karlsruhe, seiner eigenen, früheren Ausbildungsstätte. Zeitgleich hat er die Position des Direktors der Karlsruher Kunsthalle inne und wird 1905 zum Mitglied des badischen Landtags ernannt. Laut Mayers Konversations-Lexikon von 1909 ist Hans Thoma »der Lieblingskünstler der Deutschen«.

Ein Etikett auf der Rückseite des Bildes wie auch die Literatur von 1909 (Thode, s.o.) weisen das Gemälde als Teil der Sammlung William Lindley aus.
Der Engländer Lindley war einer der führenden Eisenbahn- und Wasserbau-Ingenieure Europas und hatte zwischen 1863 und 1878 dauerhaft auch die Frankfurter Stadtbe- und -entwässerung überarbeitet. Möglicherweise hatte er zu dieser Zeit Kontakt zu Hans Thoma.
Laut Aussage der Einlieferer kaufte Lindley das Gemälde direkt beim Künstler und anschließend blieb es über mehrere Generationen in Familienbesitz. Seit 1972 war »Die Schwarzwald-Wiese«, die ein typisches Beispiel für das frühe aber so entschiedene Schaffen Thomas ist, als Dauerleihgabe in der Karlsruher Kunsthalle ausgestellt von wo sie nun, ganz marktfrisch, zum Verkauf kommt.


Veranstaltungshinweise:

Am 15.11.2018 418. Auktion: Alte Kunst


Schätzpreis: 20.000 - 25.000  EURO

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