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The Olbricht Collection

John M. Armleder, O.T. (target), 2001

Am 26. September offeriert Van Ham eines der größten Highlights auf dem deutschen Kunstmarkt 2020: Die Versteigerung eines ausgewählten Teils der Olbricht Collection! Der „me Collectors Room“ in Berlin wurde im Mai nach 10 Jahren geschlossen. Nun offeriert Van Ham ca. 500 Werke aus diesem unvergleichlichen Sammleruniversum, das neben allen Medien der Zeitgenössischen Kunst auch großartige Werke der Klassischen Moderne sowie zahlreiche Wunderkammer-Objekte zeigt. Die Privatsammlung vom Prof. Thomas Olbricht zählt zu den größten und bedeutendsten Europas.

Die Inspiration für die Sammlung fand Thomas Olbricht (1948), habilitierter Mediziner, Endokrinologe und Chemiker aus Essen, bei den großen und gefeierten Stars der Kunstszene, aber auch in den Wundern der Natur, den Kuriositäten der Kunstgeschichte und den handwerklichen Meisterleistungen, die schon Könige und Fürsten für ihre Wunderkammern sammelten.

Der Schwerpunkt der Sammlung und Auktion liegt bei der Zeitgenössischen Kunst mit Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation. Ein besonderer Blickfang ist John M. Armleders (1948) Neonlichtinstallation „O.T. (target)“, deren Größe auf dem Auktionsmarkt bisher einzigartig ist (Schätzpreis: 80.000 – 120.000 Euro). Mit seinen kinetischen Neonarbeiten diskutiert Armleder eines der fundamentalsten Elemente in der Kunst: das Licht.

George Condo (1957) ist einer der erfolgreichsten und interessantesten amerikanischen Künstler. Condos groteske und humorvolle Bildwelten zeigen überzeichnete Figuren, Hybride aus altmeisterlichen Vorbildern mit comichaften sowie popkulturellen Elementen. Das Ölgemälde „Screaming Couple“ zieht den Betrachter sofort in seinen Bann und überzeugt mit seiner Farbkraft und den für den Künstler so typischen Figuren (Schätzpreis: 300.000 – 500.000).

Daniel Richters (1962) gewaltiges und kritisches Werk „Das Recht“ bereicherte bereits zahlreiche Ausstellungen. Es ist eines der frühen Werke aus Richters zweiter Werkphase, in der seine Sujets zunehmend figürlicher wurden (Schätzpreis: 250.000 – 350.000).

In William N. Copleys (1919 – 1996) eindrucksvoller Arbeit aus dem Jahr 1961 kollidieren zwei Welten. Der durch die Laterne erleuchteten Welt, in der ein Polizist mit erhobenem Knüppel die Ordnung wahrt, steht der dunklen Welt, der Nacht, gegenüber (Schätzpreis: 35.000 – 45.000).

Einen Sammlungsschwerpunkt innerhalb der Olbricht Collection stellen die Werke wichtiger Künstlerinnen aus dem In- und Ausland dar. Dazu gehören auch mehrere Arbeiten von Cindy Sherman. Die Künstlerin porträtiert sich in ihren Werken stets selbst, unterschiedliche weibliche Stereotypen verkörpernd. Sie wird somit zum Objekt, das betrachtet wird.

Das hyperrealistische Emaillebild „Handful“ der Ausnahmekünstlerin Marilyn Minters (1948) kommt mit 152,4 x 243,8 cm in eindrucksvoller Größe daher. Minters‘ Handschrift ist in ihrer Arbeit „Handful“ aus dem Jahr 2008 mehr als deutlich zu erkennen. Es ist die Kombination von Fashion und Glamour, die das Werk lückenlos in Minters Oeuvre einreihen lässt (Schätzpreis: 60.000 – 80.000).

Seit den 1990er-Jahren macht sich die amerikanische Künstlerin Sarah Morris einen Namen mit ihren großformatigen, gitterartigen Gemälden sowie als Filmemacherin. Morris‘ Gemälde entstehen meist Schicht um Schicht in einem langwierigen, akribischen Prozess, bei dem die Stadtarchitektur zu Mustern und Strukturen abstrahiert wird. Die "Lichter der Großstadt" mit ihren Reflexen und Spiegelungen fließen auch in die angebotene Arbeit "Universal (Los Angeles)" ein (Schätzpreis: 60.000 – 80.000).

Thomas Ruffs Werkreihe „Substrat“ lotet die Grenzen der Fotografie neu aus (Schätzpreis: 30.000 – 50.000). Ohne Kamera, Negativ oder Dunkelkammer treibt der Künstler den klassischen Fotografie-Begriff in die Enge. Die Fotografie als solche wird auf ihre abstraktesten Grundzüge reduziert und neu erforscht. So lenkt Ruff die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die wahren Wesenszüge der Fotografie.

Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938) bildet den Schwerpunkt bei der Modernen Kunst. Highlight ist hier die Zeichnung zweier weiblicher Akte aus weich schwingenden, farbigen Linien (Schätzpreis: 60.000 – 80.000). Kirchner lässt hier alle Vorgaben und Engen der akademischen Tradition hinter sich und fängt das Unruhige, Aufreizende und Sinnliche eines ganz anderen Lebensgefühls ein.

Prof. Olbricht dehnt den Begriff der Wunderkammer in seiner Sammlung aus, indem er diese mit Stücken bis ins 20. Jahrhundert erweitert. Klassische Inhalte wie kostbare Kunstwerke (Artificialia), seltene Naturalien (Naturalia), wissenschaftliche Instrumente (Scientifica), Objekte aus fremden Welten (Exotica) und wundersame Objekte (Mirabilia) prägen den Charakter der allumfassenden Sammlung. Sie stehen für die jahrhundertealte Tradition der Wunderkammern. Das pure Interesse an den seltenen, oftmals wissenschaftlichen Gegenständen steht hierbei im Vordergrund.

So gibt es ein Stethoskop aus Elfenbein, das auf Olbrichts medizinischen Hintergrund, vor allem aber auf die Geschichte der Erforschung des menschlichen Körpers verweist. Außerordentliche Materialien verbinden sich mit hochwertigen handwerklichen Techniken in einem Sturzbecher aus Rhinozerushorn sowie einem Chrysanthemen-Teller, hauchdünn handgefertigt aus Jade. Verschiedene Asiatika, seltene Tiere und Kabinett-Schränke beweisen die Vielfalt, die Olbrichts Sammlung verkörpert. Auf allen Ebenen berühren sich Kunst und Natur. Anatomische Modelle, aber auch zeitgenössische Arbeiten greifen das Vanitas-Motiv immer wieder auf. Gekrönt wird diese Symbolik in den Rosenkränzen aus dem 16./17. Jahrhundert aus reinem Bergkristallen und einer einzelnen Vanitas-Perle von unglaublicher Größe und Wertigkeit. Die therapeutischen Tiere der Spielzeugdesignerin Renate Müller sind besonders liebenswürdig.

Arbeiten des Designs und Interieurs vervollständigen den Sammlungsumfang. Zu diesen außergewöhnlichen Design-Objekten zählen ein Mixed Banquett Chair der brasilianischen Brüder Fernando und Humberto Campana, der ein surrealistisches Highlight darstellt (Schätzpreis: 8.000 – 12.000). Auch die Kabinettschränke in Form eines Mannes von Marcello Mariotti sind eine Seltenheit (Schätzpreis: 3.000 – 5.000).

Mit seiner letzten Ausstellung und dem Rückblick “10 years me Collectors Room Berlin“ schloss Olbricht sein Projekt des eigenen Museums ab, um sich neuen Kapiteln zu widmen, wie der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Olbrichts Wunsch ist es, dass die Objektmagie nun andere entzündet. Sie vergeht nicht, wenn man ein Objekt weitergibt, sie hält sich über die Besitzer hinaus.

Quelle: © Van Ham Kunstauktionen

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