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Aus Familienbesitz: Grisebach präsentiert marktfrische Kunstwerke der Klassischen Moderne und stellt Bauhaus und Zeitgenossen in den Dialog

Lovis Corinth, Helle Rosen, 1915

Gleich zwei besondere Gemälde, die sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Familienbesitz befinden, werden am 30. Mai in Berlin versteigert: „Helle Rosen“ von Lovis Corinth aus dem Jahr 1915, ein vibrierendes Blumenstillleben mit ungeheurer Verve gemalt, ist auf EUR 250.000–350.000 geschätzt. Das Bild befindet sich seit 1917 in Familienbesitz. Besonderes Augenmerk verdienen auch Paula Modersohn-Beckers „Brustbild eines Mädchens nach links vor Birken“ von 1903, das sich lange im Besitz der Familie der Künstlerin befand (EUR 120.000–150.000), sowie verschiedene kolorierte Postkarten der Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Erich Heckel (bis EUR 25.000–35.000). Eine bezaubernde Rarität ist auch der farbige Gruß „Steinbock im Gebirge“ von Franz Marc aus dem Jahr 1913 (EUR 40.000–60.000). Weitere Entdeckungen im Moderne-Angebot sind unter anderem das „Stilleben in Grau“ von Max Pechstein von 1913 (EUR 500.000–700.000), die „Fischräucherei am Bahngleis“ von Karl Schmidt-Rottluff aus dem Jahr 1937 (Schätzung EUR 400.000–600.000) oder das neusachliche Gemälde „Mädchen mit Schafen“ von Georg Schrimpf aus dem Jahr 1923 (EUR 180.000–240.000). Ein Jahr vor seinem Tod malte Paul Klee die „Dryaden“ in Öl auf Papier, die auf EUR 400.000–600.000 geschätzt sind.

Das Bauhaus wird 100 – die ORANGERIE feiert mit und bietet ebenfalls Kunstwerke an, die über knapp ein Jahrhundert in Familienbesitz waren. Darunter läßt ein ganzes Konvolut von Grafiken, Gemälden und der sog. Pädagogi-schen Puppenstube von Ludwig Hirschfeld-Mack (EUR 8.000–10.000), diesen großen Visionär des Weimarer Bauhauses wieder entdecken: Herausragend ist das Originalfoto zum „Reflektorischen Farbenspiel“ von 1923 (EUR 25.000–30.000), das im berühmten Bauhaus-Buch 1927 publiziert, 1938 im MoMa in New York gezeigt und nun von der Familie eingeliefert wurde. Die Erben des Hamburger Architekten Fritz Block vertrauten uns das ikonische Tee- und Kaffeeservice vom Goldschmiedemeister am Bauhaus, Naum Slutzky an, das 1927 entstand und die Blocks bei der Vertreibung nach Los Angeles begleitet hatte (EUR 180.000–240.000). Die „bauhaus forever!“-Auktion schlägt den historischen Bogen von der originalen Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld von 1924 (EUR 100.000–150.000) bis hin zu László Moholy-Nagys „Expressionist Composition“ von 1946 (EUR 120.000–150.000), widmet sich aber auch mit neugierig-lustvollem Blick überraschenden Vorläufern und Nachfolgern der Idee Bauhaus.

Das Hauptlos der Auktion für Zeitgenössische Kunst ist Gerhard Richters Gemälde aus der Serie „Fuji“ von 1996, ein besonders kraftvolles Exemplar, für das der Künstler mit Ölfarbe und Rakel eine einzigartige, komplexe und viel-schichtige Farboberfläche erzeugte (EUR 300.000–400.000). Ein weiteres Glanzlicht ist das frühe Farbkissen „Farbraumkörper“ von Gotthard Graubner aus dem Jahr 1972 (EUR 100.000–150.000). Mit Ulrich Erben ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Vertreter der konkreten Malerei in Deutschland vertreten. Seine Arbeit „Rot und Blau“ von 1988, ist sein erstes mehrfarbiges Gemälde in Acryl auf Leinwand nach einer längeren Phase der monochromen und konstruktivistischen Malerei, welches den Beginn seiner Serie „Farben der Erinnerung“ markiert (EUR 35.000–45.000). Eine besondere Entdeckung ist die Arbeit „Wool“ von Rosemarie Trockel. Sie webt das von Francesco Saroglia entworfene internationale Wooltrade-Zeichen in ihren Teppich aus Wolle, ein in der zeitgenössischen Kunst ungewöhnliches, traditionell weiblich konnotiertes Material (EUR 80.000–120.000).

Auch die Abteilung Kunst des 19. Jahrhunderts kann mit einem hochwertigen Angebot aufwarten: ein Meisterstück Menzelscher Zeichenkunst ist seine Arbeit „Inneres der Stiftskirche zu Einsiedeln“ aus dem Jahr 1881, welche auf EUR 60.000–80.000 geschätzt ist. Carl Philipp Fohrs „Bildnis Ludwig Sigismund Ruhl“ von 1816 ist ein weiteres Meisterwerk auf Papier (EUR 25.000–35.000) und Ikone der frühromantischen deutschen Zeichenkunst. Ein museales Ölgemälde von Fritz von Uhde, „Holländische Nähstube“ von 1882 – der Einfluß des französischen Impressionismus und die Nähe zu Liebermann sind unübersehbar – ist auf EUR 40.000–60.000 geschätzt. Die beiden „typischen“ Arbeiten für die frühe Dresdner Malerei von Carl Gustav Carus, dem dritten Hauptmeister der Dresdner Romantik, sind mit EUR 25.000–35.000 („Weidenstamm mit Unterholz“, um 1820) und EUR 18.000–24.000 („Tannen“, um 1840) angesetzt.

Besondere Sammlerstücke gibt es in der Abteilung Photographie zu entdecken: Eine absolute Rarität ist die Arbeit „Triebwerk einer Lokomotive“ von 1925 von Albert Renger-Patzsch (EUR 40.000-60.000). Da der Markt für Renger-Patzsch auch international wächst, werden seine Arbeiten immer begehrter. Wie kaum ein anderer prägte Irving Penn die Photographie. „Young Berber Shepherdess, Morocco“ aus unserer Auktion, datiert 1971, wurde von Vogue an Natalia Vodianovas Charity Auktion zugunsten der Naked Heart Foundation, New York, an den derzeitigen Eigentümer verkauft (EUR 50.000–70.000). Von einem weiteren grossen amerikanischen Fotografen Robert Mapplethorpe – er war eng mit Patti Smith befreundet - werden wir das besondere Stilleben „Rose with Smoke“ von 1985 versteigern (EUR 30.000–40.000). Ein weiteres Spitzenlos bildet František Drtikols Arbeit „Composition au nu aux poires“ von 1925 (EUR 40.000–60.000), ein Beispiel für dessen typisch „kulissenhafte“ Welten.

Quelle: © Villa Grisebach Auktionen GmbH

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