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Ernst Barlach, Lesender Klosterschüler, 1930/nach 1938

Ernst Barlach, Lesender Klosterschüler, 1930/nach 1938

Bronze mit goldbrauner Patina. 1930/nach 1938.
31 x 20 x 12 cm.
Seitlich rechts am Sockel signiert "E. Barlach", verso mit dem Gießerstempel "H. Noack Berlin". Auflage 7 num. Ex.
Laur II 462.

Losnummer: 8310


Laur erwähnt sieben unnumerierte Abgüsse der Bronze, entstanden nach 1938; dieses Exemplar, anders als bei Laur angegeben, mit Numerierung. Im Staatlichen Museum Schwerin befindet sich ein weiterer Abguss. Vorbild für diese bedeutende und äußerst seltene Bronze war Barlachs knapp unterlebensgroße Holzplastik von 1930, entstanden für den Güstrower Fabrikanten Richard van Tongel, ursprünglich gedacht als figürlicher Aufsatz für einen Graphikschrank, heute in der Gertrudenkapelle, Güstrow, sowie ein Gipsmodell dieser Plastik (Schult 366, Laur II 459).
Die gotische Holzfigur des Apostel Johannes im Güstrower Dom, entstanden um 1430, die Barlach sicher bekannt war, zeigt kompositorisch einen engen ikonographischen Bezug zum "Klosterschüler".
Barlachs Skulpturenmotiv stellt ein zentrales Element in Alfred Anderschs 1957 erschienenem Roman "Sansibar oder der letzte Grund" dar. Die Existenz der in der Kirche ausgestellten Plastik ist durch die nationalsozialistischen Machthaber bedroht, ist sie doch in der Liste von Kunstwerken verzeichnet, die nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen. Der "Lesende Klosterschüler" fasziniert die fünf Protagonisten des Romans aus unterschiedlichen Gründen. Andersch beschreibt die fiktive Rettungsaktion der Skulptur, die sie von Rerik an der mecklenburgischen Ostseeküste mit einem Fischkutter nach Schweden führt. Die Plastik dient im Roman als Reflexionsfläche der Protagonisten und steht als Sinnbild für Wahrhaftigkeit und Freiheit des Geistes. Der Autor lässt Gregor, den KPD-Funktionär, im Angesicht der Figur sinnieren: "Was tat er eigentlich? Er las ganz einfach. Er las aufmerksam. Er las genau. Er las sogar in höchster Konzentration. Aber er las kritisch. Er sah aus, als wisse er in jedem Moment, was er da lese. Seine Arme hingen herab, aber sie schienen bereit, jeden Augenblick einen Finger auf den Text zu führen, der zeigen würde: das ist nicht wahr. Das glaube ich nicht." (Der Bildhauer Ernst Barlach. Skulpturen und Plastiken im Ernst Barlach Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg 2007, S. 164, zit. nach ernst-barlach-stiftung.de, 23.4.2019).
Ausgezeichneter Guss mit schön differenzierter, schimmernder Patina. Sehr selten.


Veranstaltungshinweise:

Am 01.06.2019 113. Auktion: Vergessene Moderne - Meistergraphik deutscher Klassiker - Moderne Kunst Teil I


Schätzpreis: 15.000,-  EURO

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