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Jean-Honoré Fragonard, Weite Landschaft mit Hirten und ihrer Herde

Jean-Honoré Fragonard, Weite Landschaft mit Hirten und ihrer Herde

Öl auf Leinwand. 38 x 45 cm.

Losnummer: 1302


Provenienz

Dubois sale, 31.03.1784, Lot 131. - Purchase by Desmaret, for 621 pounds. - Sotheby´s New York 25.05.2000, Lot 90. - Konrad O. Bernheimer, London/ München. - Deutsche Privatsammlung 2008-2012. - Colnaghi, London/New York 2013 (TEFAF Maastricht 2013). - Englische Privatsammlung.

Literatur

P. de Nolhac: Fragonard, 1906, S. 137. - G. Wildenstein: The paintings of Fragonard, London 1960, S. 231, Nr. 149 (Titel: "Landscape with River. Shadow Effect"). - G. Mandel / G. Wildenstein: Fragonard, 1972, Nr. 141. - J. P. Cuzin: Fragonard, 1987, S. 349, Nr. D 101

Das vorliegende Landschaftsbild von Jean-Honoré Fragonard ist wahrscheinlich in den 1760er Jahren entstanden - vielleicht noch in Italien oder kurz nach seiner Ankunft in Paris. Bildmotiv und Komposition entsprechen dem in der Tradition als sogenanntes „Südliche Landschaft mit Hirten“ überlieferten Sujet, das vor allem niederländische Maler des 17. Jahrhunderts wie Nicolaes Berchem oder Jan Both eingeführt hatten. Unter den Italienern wurde es vor allem von Castiglione gestaltet.

Es handelt sich um eine idyllische, im Gegenlicht betrachtete Landschaftsszenerie. Eine Hirtenfamilie mit ihren Rindern, Esel und Schafsherde steigt von links kommend einen Hügel hinauf und erreicht den Schatten eines knorrigen Baumes. Rechts weitet sich der Blick auf ein ruhiges Flusstal. Ein geschicktes Lichtspiel und stark leuchtende Kontraste charakterisieren dieses frühe Werk von Fragonard, bei dem die Süße des Pariser Rokoko noch nicht zu erkennen ist.

Nachdem Fragonard seine Ausbildung bei Charles Natoire an der Academie Française in Rom abgeschlossen hatte, kehrte er 1761 nach Paris zurück. Beim Aufbruch zu seiner Reise 1756 hatte er die französische Hauptstadt als vielversprechender Schüler verlassen, fünf Jahre später ist er ein Maler mit voll ausgereiftem Können. Paris wurde auf ihn durch sein Gemälde „Die Gärten der Villa d'Este“ aufmerksam, das er im Salon präsentierte. Danach sprudelten die Aufträge - unter anderem auch von dem großen Sammler Joseph-François Varanchan de St. Geniès, der neben Werken von Boucher, Deshayes und Baudouin viele Bilder von Fragonard erwarb.

Als Bildmotiv blieb die pastorale Idylle vor allem bei den höfischen Auftraggebern bis weit ins 18. Jahrhundert ein beliebtes Sujet, Fragonards Malstil und Palette aber änderte sich im Laufe seines Lebens. Sehr ähnlich zu unserem Bild, weil kompositorisch geradezu im Gegensinn gestaltet, ist sein Gemälde „Le Retour du Troupeau“, auch „Annette et Lubin“ genannt, im Worcester Art Museum.


Veranstaltungshinweise:

Am 18.05.2019 Auktion 1132: Alte Kunst - 19. Jahrhundert


Schätzpreis: 150.000 - 170.000  EURO

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