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Selbstbildnis

 • Max Beckmann • 

Selbstbildnis, 1911

Lithographie auf JW Zanders Bütten. 1911. Signiert, datiert, betitelt u. nummeriert „32 / 40“. Verso mit dem Stempel des Graphischen Kabinetts München u. einem italienischen Zollstempel.

Losnummer: 61


Hofmaier 25 B b – Gallwitz 12 – Provenienz: Nachlass Günther Franke, München, seitdem in Familienbesitz. – Dauerleihgabe in der Staatlichen Graphischen Sammlung München von 1999 bis 2016. – Kaum ein anderer Künstler der Moderne hat sich mit der Darstellung der eigenen Gestalt so intensiv auseinandergesetzt wie Max Beckmann. Sein Œuvre umfasst etwa 100 Selbstbildnisse, die zwischen 1900 und 1950 entstanden sind. Sowohl in der Malerei als auch in seinem grafischen Werk spürte Beckmann den Wandlungen seines Ichs unermüdlich nach und schuf Selbstbildnisse, die einen Einblick in seine konkreten Lebensumstände und geistige Haltung gewähren. So präsentiert er sich bisweilen als selbstbewusster Mann von Welt, andere Porträts offenbaren Distanziertheit, Zweifel und stummes Entsetzen oder zeigen ihn als Artisten in tragisch-komischen Rollenspielen. – In dem frühen Selbstbildnis von 1911 tritt uns der Künstler kühl und entschlossen entgegen. Die auf Kopf und Schultern reduzierte Darstellung erhält durch den dunklen Hintergrund, der die Figur wie eine Aureole umfängt, eine wirkungsvolle Dramatik und Ernsthaftigkeit. Eindringlich und gleichzeitig unausweichlich ist der skeptisch-prüfende Blick, mit dem uns der Künstler fixiert. Beckmann hat seine eigene Gestalt zum Gegenstand prüfender Selbstbefragung gemacht. Sein Antlitz scheint die Frage nach dem ureigenen Wesen nun auf den Betrachter zurückzuwerfen. „Was bist du? Was bin ich?“ sind existenzielle Fragen, mit denen sich Beckmann in seiner Kunst auseinandersetzte: „Da wir immer noch nicht wissen, was dieses Ich wirklich ist, das dich und mich, jeden in seiner Art, zum Ausdruck bringt, müssen wir tiefer und tiefer in seiner Entdeckung vordringen. Denn das Ich ist das große verschleierte Mysterium des Daseins. […] Und daher bin ich so versunken in das Problem des Individuums, des sogenannten vollkommenen Individuums, und versuche auf alle Weise es zu erklären und darzustellen. Was bist du? Was bin ich? Das sind die Fragen, die mich unablässig verfolgen und quälen und vielleicht auch eine gewisse Rolle in meiner Kunst spielen.“ (Max Beckmann, Meine Theorie der Malerei (Vorlesung, gehalten 1938 in London), zitiert nach: Benno Reifenberg, Wilhelm Hausenstein. Max Beckmann, 1949, S. 47) – Im Passepartoutausschnitt minimal gebräunt. Die oberen Ecken verso mit Montierungsspuren, diese leicht nach vorne durchscheinend.


Veranstaltungshinweise:

Am 04.05.2019 Auktion 50 • Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Maße: 25,5 x 18,5 (44,5 x 36) cm

signiert datiert


Schätzpreis: 20.000,-  EURO

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