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Jorinde und Joringel (Tiere und Puppe)

 • Georg Tappert • 

Jorinde und Joringel (Tiere und Puppe), 1919

Öl auf Leinwand

Losnummer: 454


Wietek 191 - Eine Leihanfrage für die Ausstellung "Weltangst 1919. Depression-Revolution-Vision" der Internationalen Tage Ingelheim vom 14. April bis 23. Juni 2019 liegt vor. - Provenienz: Nachlass des Künstlers; Privatsammlung Norddeutschland. - Ausgestellt in: A Retrospective Exhibition of Paintings by Georg Tappert 1880-1957. New York, Leonard Hutton Galleries, 1964, Katalog-Nr. 26; Georg Tappert. Das Vermächtnis. Werke der Georg Tappert Stiftung. Schleswig, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, 1995, Katalog-Nr. 40, S. 104 sowie in: Georg Tappert. Deutscher Expressionist. Nürnberg, Germanisches Landesmuseum u.a., 2005.
1919 war eine Zeit des Aufbruchs und der Revolution, die auch Tapperts Werk beeinflusste und seine Bilder mit neuen Inhalten füllte, denn nun bevölkerten plötzlich Phantasiegeschöpfe, Puppen und groteske Kreaturen seine Kompositionen - wie auch in vorliegendem Gemälde, das eine Art Traumsequenz oder Vision zu sein scheint. Bei dem gleich einem Kaleidoskop konzipierten Bild dürfte es sich um eine Darstellung des Märchens von "Jorinde und Joringel" handeln: "Es war einmal ein altes Schloß mitten in einem großen dicken Wald, darinnen wohnte eine alte Frau ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet." Diese Zauberin verwandelte Jungfrauen in Vögel, um sie zu verzehren. Eines Tages, nach einem Stelldichein der Verliebten im Wald, "kam eine alte krumme Frau aus diesem hervor, gelb und mager: große rote Augen, krumme Nase, die mit der Spitze ans Kinn reichte" und verzauberte Jorinde in eine Nachtigall. Joringel klagte und trauerte um seine Liebe und suchte fortan ein Mittel gegen den Zauber. "Endlich träumte er einmal des Nachts, er fände eine blutrote Blume, in deren Mitte eine schöne große Perle war. Die Blume brach er ab, ging damit zum Schlosse: alles, was er mit der Blume berührte, ward von der Zauberei frei." Der junge Held fand die Blume, befreite seine Liebste "und sie lebten lange vergnügt zusammen" (Märchen der Gebrüder Grimm). - Tappert versinnbildlicht das Märchen durch eine menschlich wirkende Katze, eine puppenhafte Blume, darunter die glitzernde Perle sowie eine isolierte, in sich kauernde rote Figur in der unteren Mitte. Die schimmernden Rot-, Gelb- und Orangetöne stehen dabei in leuchtendem Kontrast zum virtuos abgestuften Blau des Katzenkörpers und des Hintergrundes. Künstlerisch frei gestaltete Tappert das Bildgeviert in einzigartigem Verve und balancierte die Farben und Formen in seinem für diese Zeit expressionistischen Stil. Nur das traumhaft Surreale belegt einen neuen Ansatz.
Wie sehr sich das Märchen von "Jorinde und Joringel" in diesen Jahren großer Beliebtheit erfreute, beweist die Tatsache, dass zur selben Zeit der Berliner Filmpionier Hans Cürlis den Stoff als Animationsfilm drehte. Während die gängigen Interpretationen das Märchen in den Zusammenhang von "Angst" und "Ehe" stellen, nutzte Tappert die Erzählung, um seiner ersten Frau, Kathleen Bagot, die er just 1919 heiratete, mit diesem wunderbar intensiven Farbenspiel eine persönliche, intime Liebeserklärung zu machen. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Bild zeitlebens nie veräußert wurde.


Veranstaltungshinweise:

Am 27.10.2018 Auktion 49

Maße: 49 x 40 cm

signiert datiert


Schätzpreis: 40.000,-  EURO

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