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Alfons Walde

Alfons Walde, Tiroler Bergdorf / Aurach bei Kitzbühel, 1932. Ergebnis: 545.500 €

2018 ist ein Gedenkjahr an Gustav Klimt, Egon Schiele und Kolo Moser, an drei der größten Malerpersönlichkeiten Österreichs. Vielleicht auch an Alfons Walde, der vor 60 Jahren in Kitzbühel gestorben ist. Schon 1910 kam Walde zum Architektur-Studium nach Wien, bereits 1913 stellte er seine malerischen Werke in der Secession aus. Er war ihr junger Zeitgenosse, nicht ihr Schüler. In der damaligen Wiener Kunstszene zwischen Jugendstil und beginnendem Expressionismus fand er die für ihn wichtigen Begegnungen: Gustav Klimt prägte ihn mit der Farbensprache der Blumendekors. In der Freundschaft mit Egon Schiele sah Walde den Weg zum Expressiven und zu einem grafisch betonten Malduktus. Und schließlich prägten Koloman Mosers Landschaften Waldes Naturkompositionen mit den lichterfüllten Landschaftskonturen. Mit diesen Erfahrungen konnte er dann in Kitzbühel seinen eigenen Stil in Sujet, Malweise und Kolorit erarbeiten. Denn die Großstadt bot ihm nicht das Milieu für seine Kunst!

Winter- und Sportmotive prägten sein Werk, die durch ihn in der österreichischen Malerei salonfähig wurden. 1912/14 malte er in kleinformatigen, oft spontan skizzierten Schilderungen des Alltags das „Gasslrennen“, dann Sportler beim Schilauf, Damen auf der Schiwiese, die Gesellschaft beim Après-Ski, aber auch intime naturhafte Stimmungssujets. Der Landschaftsraum zwischen dem Hahnenkamm, dem Wilden Kaiser und den Jochberger Bergen wurde für Alfons Walde ein ihn künstlerisch stimulierendes Refugium. Zum Markenzeichen seines Naturbildes werden weiche Schneepartien im Kontrast zu felsiger, schroffer Gebirgskulisse. Er verstand es, Mensch, Architektur und Natur zu einer harmonischen Einheit zu verbinden. Dagegen modellierte er in fast monochromer Sicht die „Stadt im Tauschnee“, für die Schieles Städtebilder Pate stand, wie ein Porträt seiner Heimatstadt. Die Menschen in ihrer lebensfrohen Mentalität lässt er hingegen im „Bauernsonntag“ oder in der „Begegnung“ aktiv werden.

Zu seinen Hauptmotiven gelten idyllische Stimmungsbilder, Blumenarrangements und Sujets aus dem religiösen, alltäglichen und sportlichen Leben, die weltweite Verbreitung fanden. Daneben spürt man vor allem auch seine Vorliebe für den weiblichen Akt in subtiler Expressivität und feinem Kolorit. Intimität und Sinnlichkeit schweben über den Motiven wie der „Erotik“. In den Dreißigerjahren wird seine Farbpalette pastoser, Themen wie „Bergweiler“ oder „Alpensommer“ dominieren, aber auch Motive wie „Almen im Schnee“ oder „Aufstieg der Schifahrer“ sind weiterhin begehrt.

Als Architekt prägte er seine Heimatstadt Kitzbühel: 1926/27 entstehen die Tal- und Bergstation der Hahnenkammbahn mit dem später errichteten Hotel, 1929 baute er sein Berghaus, das auch zum „Atelier“ für seine Aktdarstellungen inmitten der Natur und abseits der Öffentlichkeit wurde. Villen und Geschäftshäuser folgten. Dennoch: Seine Hauptthemen zeigen „Tirol“ in allen Facetten: Die unberührte Natur in der großen „Winterlandschaft“ als monumentale Idylle oder das „Tiroler Bergdorf“, oft auch das „Auracher Kirchl“ genannt, werden zu markanten Symbolbildern des alpinen Tirol.

Gert Ammann

Quelle: © Galerie Auktionshaus Hassfurther

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