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André Kertész, Drei Bühnenentwürfe von Piet Mondrian für 'L'éphémère est éternel', 1926

André Kertész, Drei Bühnenentwürfe von Piet Mondrian für 'L'éphémère est éternel', 1926

3 Vintages, Gelatinesilberabzüge. Jeweils ca. 8,9 x 11,9 cm. Der erste Abzug rückseitig von Piet Mondrian mit einer erläuternden Tuschfederskizze versehen. - Die Abzüge mit Gebrauchsspuren und leichten Aussilberungen, einige Kanten stellenweise ausgerissen und mit kleinen Fehlstellen.

Losnummer: 79


Provenienz

Nachlass Eberhard Steneberg; Eckhard Neumann, Frankfurt; Privatsammlung, Deutschland
Literatur

Michel Seuphor (Hg.), L'art abstrait. Ses origines, ses premiers maîtres, Paris 1950, S. 119 mit Abbn.; Michel Seuphor, Piet Mondrian, Paris 1956, Abbn. 488, 489, 490; Joop M. Joosten, Catalogue Raisonné of the Work of 1911-1944 (Bd. 2), Paris 1998, Kat. B178 mit 1 Abb. (Detail); Anne de Mondenard, L'Odyssée d'une icône. Trois photographies d'André Kertész, Ausst.kat Maison Européenne de la Photographie, Paris, Arles 2006, S. 22 mit Abb. (Variante)

1926 entwarf Piet Mondrian für seinen Freund und späteren Biographen, den Kunstkritiker und Künstler Michel Seuphor, drei neoplastische Bühnenentwürfe für dessen Theaterstück 'L'Éphémère est éternel', die von André Kertész photographisch dokumentiert wurden. Die Holzmodelle selbst gelten seit 1934 als verschollen. Das Stedelijk van Abbemuseum in Eindhoven ließ sie 1964 rekonstruieren, basierend auf den Photographien von Kertész und den Aufzeichnungen von Michel Seuphor. Interessant ist, dass die Farbfelder auf der eigenhändigen Skizze von Mondrian, die sich veso auf einem der hier vorliegenden Abzüge befindet, anders belegt sind als in der Rekonstruktion der Modelle aus dem Jahr 1964, die auf den - aus der Erinnerung angefertigen - Aufzeichnungen von Michel Seuphor basieren (1). Die tatsächliche Farbgebung der Bühnenentwürfe kann auf Grundlage dieser, der Forschung bislang unbekannten Skizze aus der Hand des Künstlers erstmals korrekt rekonstruiert werden.

Der junge Kertész war erst im Herbst 1925 von Ungarn nach Paris gekommen und fand sich schnell im Umkreis einer Gruppe gleichgesinnter Künstler wieder, die hier zum Teil im Exil lebten. Der Niederländer Piet Mondrian und der Belgier Michel Seuphor gehörten dazu. Mondrian lud Kertész 1926 zu sich in sein Studio ein, wo zahlreiche Atelieransichten und Portraits entstanden, darunter einige seiner berühmtesten Photographien, "Chez Mondrian" und "Mondrians Brille und Pfeife".

(1) Das Van Abbemuseum, Eindhoven verwahrt ein Exemplar der Zeitschrift Cinquième saison, Paris 1963 (Heft 18) mit dem Aufsatzes "L'Éphémère est èternel. Théâtre anti-théâtre", in dem der Autor Michel Seuphor die Schwarz-Weiß-Abbildungen des Bühnenentwurfes mit handschriftlichen Vermerken zur Farbgebung versehen hat.


Veranstaltungshinweise:

Am 01.06.2018 Auktion 1109: Photographie


Schätzpreis: 12.000 - 15.000  EURO

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