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Baroque’s Leading Lady

Jacob van Walscapelle, Stillleben mit Krustentieren und Rettich

Elk zijn meug“ (Jeder nach seinem Geschmack) gehört nach seiner Entdeckung zu den wenigen bekannten Werken der hochtalentierten Barockmalerin Michaelina Wautier. Hinzu kommt ein faszinierendes Stillleben von Jacob van Walscapelle, stimmungsvolle italienische Szenerien von Giuseppe Barison, Theodor Groll und Oswald Achenbach sowie fragile Scherenschnitte von Philipp Otto Runge.

Gemälde Alter Meister

Sie gilt als absolute Ausnahmeerscheinung der Kunstgeschichte: Michaelina Wautier, Zeitgenossin von Peter Paul Rubens und eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen dieser Zeit. Bislang waren nur rund 30 Werke aus ihrer Hand bekannt, nun kommt ein Weiteres hinzu: in meisterlicher Manier stellt Wautier ihr Talent in der Darstellung zweier Jungen im Streit um ein Ei unter Beweis (Schätzpreis: 60.000 - 80.000 Euro). Ihre Pinselführung in diesem eindrucksvollen Genreporträt variiert von hauchfeinen Spuren bis hin zu breiten, energischen Pinselstrichen. Mit der Ausstellung „Michaelina. Baroque’s Leading Lady“ widmet das Rubenshaus im Antwerpener MAS ab dem 1. Juli dieser Ausnahmekünstlerin die erste Übersichtsausstellung.

Jacob van Walscapelle brilliert in seinem „Stillleben mit Krustentieren und Rettich“ mit der minutiösen und überaus plastischen Ausführung der dargestellten Früchte und Gegenstände und der sanften Lichtführung, die der Arbeit eine starke Atmosphäre verleiht. Es ist ein eindrucksvolles und bezauberndes Beispiel für die flämische Stillleben-Kunst der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (Schätzpreis: 100.000 - 150.000 Euro).

Das ursprüngliche Altarbild mit der Darstellung der „Madonna in den Wolken“ wird schon Anfang des 20. Jahrhunderts in der Literatur bei Eduard Sack und Antonio Morassi erwähnt (Schätzpreis: 30.000 - 50.000 Euro). Die Zuschreibung an Giovanni Battista Tiepolo und dessen Werkstatt ist sicher, insbesondere Domenico Tiepolo, der zur Entstehungszeit des Gemäldes zwischen 1745 - 50 als einer der maßgeblichen Werkstattmitarbeiter fungierte, ist in der Fertigung der Heiligen Männer zu Füßen Marias zu erkennen.

Geradezu beschaulich kommt die „Große Flusslandschaft“ des niederländischen Altmeisters Salomon van Ruysdael daher. Das Gemälde befindet sich nicht nur in einem guten Erhaltungszustand mit ansprechendem Kolorit, sondern zeigt mit dem gemächlichen Treiben am Flussufer auch noch ein bei den Sammlern des Goldenen Zeitalters besonders geschätztes Thema (Schätzpreis: 120.000 - 160.000 Euro).

Gemälde 19. Jahrhundert

Abenteuerlich geht es auf in der Malerei „Schiffe auf stürmischer See“ des javanischen Prinzen mit holländischer Malausbildung Raden Saleh Ben Jaggia zu (Schätzpreis: 100.00 - 150.000 Euro). Van Ham überraschte schon oft mit beeindruckenden Ergebnissen für den indonesischen Ausnahmekünstler. Das nun angebotene Gemälde entstand 1840 für die Akademieausstellung in Dresden. Mit dem Gemälde wollte Saleh das Publikum und die Kritiker nachhaltig begeistern, was ihm gelang, denn die Arbeit wurde durchweg in den höchsten Tönen gelobt. Auch heute erzielt das Gemälde seine Wirkung. So schreibt der Saleh-Experte Dr. Werner Kraus: „Das Bild Schiffe auf stürmischer See (...) ist der größte und beste Seesturm, den wir von seiner Hand kennen. Kein anderes seiner Storm-at-Sea Bilder ist ähnlich detailliert gemalt und in der Darstellung des Wassers ähnlich gut gelungen.“

Philipp Otto Runge zählt zu den vielseitigsten Künstlern des 19. Jahrhunderts. Dabei verdeutlichen insbesondere seine fragilen Scherenschnitte den haptischen Zugriff auf die sinnliche, ihn umgebende Welt. Aus Privatbesitz sind jetzt drei Pflanzenscherenschnitte Runges aufgetaucht, die der Forschung bislang unbekannt waren und welche hier erstmals vorgestellt werden. Bei diesen handelt es sich um die Darstellungen eines Veilchens, einer Hyazinthe und eines Eichenzweigs (Schätzpreis je: 15.000 - 20.000 Euro) Die Provenienz der Scherenschnitte lässt aufhorchen, denn diese befanden sich seit Generationen im Besitz der Familie Speckter, die enge Beziehungen zu Runge unterhielt.

Carl Spitzwegs Gemälde „Die Scharwache“ stammt aus der vielseitigen Sammlung des Saturn-Gründers Friedrich Wilhelm Waffenschmidt. Es ist eines der beliebtesten Themen des Münchner Malers, mit dem er sich in den Jahren um 1850/55 auseinandersetzte. Die Nacht ist angebrochen, die Stadtsoldaten machen ihre Visitierrunde durch die Straßen. Stimmungsvoll erleuchtet das Mondlicht die Fassaden der Häuser sowie die schreitende Gruppe, die von einem Offizier, ausgestattet mit einer Laterne, angeführt wird (Schätzpreis: 60.000 - 80.000 Euro).

Das Fernweh packt einen bei der Betrachtung der idyllischen Landschaften, den prächtigen Veduten und reizvollen Genrestücken, die zahlreiche Maler des 19. Jahrhunderts von ihren Italien-Reisen und Aufenthalten fertigten. So entstand Theodor Grolls „große Vedute von Venedig mit Dogenpalast und Santa Maria della Salute“, die stattliche 294 x 200 cm misst, im Rahmen einer seiner Studienreisen nach Italien (Schätzpreis: 80.000 - 100.000 Euro). Auch Friedrich Nerly, der Venedig 1835 zu seiner Wahlheimat machte, wurde durch die Lagunenstadt zu immer neuen Gemälden inspiriert. Seine Malerei „Der Palazzo Contarini in Vendig (Haus der Desdemona)“ entstand um 1850 (Schätzpreis: 30.000 - 50.000 Euro). Auch die heimischen Maler fanden in Venedig ansprechende Motive, wie Giuseppe Barisons gesellige Szene geschäftigen Treibens auf einem Fischmarkt zeigt (Schätzpreis: 20.000 - 30.000 Euro). Oswald Achenbach erweitert die Palette mit seinen Gemälden einer Malerin unter Zypressen im Park der Villa d’Este und einer Reisegesellschaft um Motive aus Rom und Neapel (Schätzpreise jeweils: 15.000 - 20.000 Euro).

Veranstaltungen zum Bericht:
410. Auktion: Alte Kunst

Quelle: © Van Ham Kunstauktionen

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