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Frühjahrsauktionen 2018

Roy Lichtenstein. Shipboard girl.

Auktion 148
Der Katalog 148 enthält in 771 Nummern Bücher, Autographen und Manuskripte vom 15. Jahrhundert bis zum Jahr 1945 sowie alte Druckgraphik.

Die Versteigerung wird eröffnet mit Büchern zum Thema Reiseliteratur, Ansichtenwerke und Atlanten. Darunter findet man z.B. die bekannten Merian-Topographien von Schwaben und Franken (2 in 1 Bd., Taxe € 5000,-), Mähren und Schlesien (€ 2500,-) oder Niederlande und Westfalen (2 in 1 Bd., € 4000,-), daneben Olfert Dappers reich illustrierte landeskundliche Beschreibung der ägäischen Inseln «Naukeurige Beschryving der Eilanden …» (€ 2400,-), die erste Ausgabe des Geschichts- und Ansichtenwerks «Commentariorum rerum Germanicarum» von Petrus Bertius, Amsterdam 1616 (€ 2100,-) oder Leonhard Eulers «Atlas geographicus», Berlin 1753 (€ 2100,-).

Die Abteilung ‚Städte- und Landschaftsansichten, Landkarten‘ bietet gleich zu Anfang eine Reihe von zwischen 1689 und 1739 gezeichneten Manuskriptkarten aus dem Habsburgerreich. Daraus besonders erwähnt seien «Statt und Schloß Sigeth», eine bisher unbekannte Karte des bedeutenden Militärkartographen Leandro Anguissola von der näheren Umgebung der südungarischen Stadt Szigetvár aus dem Jahr 1689. Auf ihr ist der genaue Ort der Grabstätte des türkischen Sultans Süleyman des Prächtigen eingezeichnet, der im Jahr 1566 während der Belagerung und Schlacht um die Festung Szigetvár starb. Süleyman wurde an einem Ort bestattet, der später in Vergessenheit geriet und erst im Jahr 2015 nach aufwendiger Feldforschung ausgegraben werden konnte. Eine bekannte, fast gleichartige Karte Anguissolas von Szigetvár, die sich im Wiener Kriegsarchiv befindet, zeigt im Gegensatz zu unserer Karte das Grab Süleymans nicht, wodurch der vorliegenden eine besondere Bedeutung zukommt (€ 45.000,-). Eine weitere Manuskriptkarte stammt von Luigi Ferdinando Marsigli und Johann Christoph Müller; sie markiert den nach dem Friedensvertrag von Karlowitz 1699 festgelegten Grenzverlauf und die noch 1703 zu vervollständigende Grenzfestlegung zwischen dem Habsburgischen und dem Osmanischen Reich (€ 40.000,-). Von einem weiteren bekannten Kartographen, nämlich den für die Kartographie Ungarns bahnbrechenden Sámuel Mikoviny, stammt eine besonders dekorative Gebietskarte in Feder und Aquarell des ungarischen Komitats Somogy aus dem Jahr 1726, angefertigt für den Grafen Raimund von Harrach (€ 35.000,-).

Die Altmeistergraphik kann mit einem 32 Holzschnitte umfassenden Teil aus dem Triumphzug Kaiser Maximilians I. aufwarten. Die Folge enthält Abdrucke aus dem Jahr 1796 von den Originalstöcken von Altdorfer, Beck, Burgkmair, Schäufelein und Springinklee (€ 5000,-). Die «Schlacht der Geldsäcke und Schatztruhen» ist eine groteske Allegorie von Pieter Breughel d. Ä. im Kupferstich von Pieter van der Heyden (€ 2400,-). Von den zahlreich vorhandenen Radierungen Rembrandts sind z.B. «Der Goldschmied» (€ 3600,-), «Der Engel verlässt die Familie des Tobias» (€ 2700,-) oder die «Kreuzabnahme bei Fackelschein» (€ 3000,-) zu nennen. Zwei Aquarelle von Thomas Rowlandson aus den Jahren 1803 und 1823 sind mit € 3000,- und 2000,- taxiert. Von Henri de Toulouse-Lautrec liegt u.a. eine Entwurfsskizze zur Zeitschrift «La Vache enragée» vor (€ 3000,-).

Sämtliche Kupfertafeln zur Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert, dem Hauptwerk der Aufklärung, bietet die 1762 bis 1777 erschienene zwölfbändige «Recueil de planches» (€ 8000,-). Einer der Höhepunkte der naturwissenschaftlichen Werke ist das seltene Hauptwerk des Nürnberger Kupferstechers Georg Wolfgang Knorr «Regnum florae» (1750-72), dem hier 298 (v. 300) kolorierten Kupfern umfassenden Tafelteil zum «Thesaurus rei herbariae hortensisque universalis», in dem er die ästhetisch ansprechendsten Darstellungen der beliebtesten Garten- und Feldblumen zu vereinen suchte (€ 30.000,-). Benjamin Maunds «The Botanic Garden» wird als komplette Reihe mit den Ergänzungsbänden in 14 Bänden angeboten (€ 4500,-). Das «Florilegium renovatum et auctum» des Joh. Theodor de Bry liegt in der Ausgabe von 1641 vor (€ 5000,-). In 90 (89 kolor.) Kupfertafeln veröffentlichte der Forschungsreisende Maximilian Prinz zu Wied-Neuwied 1822-31 mit den «Abbildungen zur Naturgeschichte Brasiliens» die bildlichen Darstellungen der Fauna Brasiliens zu seinen wissenschaftlichen Resultaten. Die seltene wohlerhaltene Ausgabe ist mit € 10.000,- geschätzt.

Die Kölnische Chronik, im Jahr 1499 bei Johann Koelhoff dem Jüngeren gedruckt, gehört als volkssprachliches und reich bebildertes Buch zu den herausragenden Kölner Drucken der Inkunabelzeit. Ein koloriertes komplettes Exemplar dieses Werkes wird mit einem Schätzpreis von € 15.000,- angeboten. Ein weiterer bemerkenswerte Band aus den Alten Drucken ist das reich illustrierte «Thierbuch» (Zürich 1563) von Conrad Gesner, das hier mit seinem «Vogelbuch» (1557) und «Fischbuch» (1563) in einem Band vereint vorliegt (€ 9000,-). Ein schönes Exemplar der «Statuta ordinis Cartusiensis» des Guigo de Castro, gedruckt in Basel 1510, ist mit € 4500,- taxiert. Eine große Anzahl von Karten, Ansichten und Plänen enthält Sebastian Münsters Kosmographie, hier in einer deutschen Ausgabe von 1598 (€ 6000,-).

Zwei bemerkenswerte Manuskripte sind eine theologische Sammelhandschrift in mittelniederländischer Sprache, vermutlich entstanden in einem niederrheinischen Frauenkonvent gegen Ende des 15. Jahrhunderts (€ 5000,-) und ein mit den Jahren 1597-1600 datiertes Album mit meist französischen Chansons, Epigrammen und geistlichen Liedern in der Art eines Album amicorum, möglicherweise geschrieben von und für Gerardus ab Imstenraedt. Für einen seltenen eigenhändigen dreiseitigen Brief von Giacomo Casanova, den dieser 1791 in Schloss Dux in italienischer Sprache an den Grafen Collalto verfasste, werden € 9000,- erwartet. Aus einem höchst interessanten wissenschaftlichen Briefwechsel stammt eine Sammlung von 16 Briefen (3 eigenhändig) von Charles Darwin aus den Jahren 1862 bis 1879 an den deutschen Botaniker Friedrich Hildebrand (€ 30.000,-).

Als Hommage an den Ort der Auktion sei abschließend noch der sehr seltene Tafelband von Sulpiz Boisserée «Ansichten, Risse und einzelne Teile des Doms von Köln» erwähnt. In schlechter, aber durchaus reparabler Erhaltung ist das großformatige Werk mit € 5000,- geschätzt.


Auktion 149
In der Auktion «Moderne und zeitgenössische Graphik - Moderne Bücher» werden am zweiten Auktionstag ca. 700 Katalognummern aufgerufen.
Das abwechslungsreiche Angebot umfasst Werke von Georges Braque, Marc Chagall, James Ensor, René Magritte und Pablo Picasso sowie von Salvador Dalí und Friedensreich Hundertwasser bis zu Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Raimund Girke, Heinz Mack, Günther Uecker, Gerhard Richter, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Blinky Palermo und Sigmar Polke.

Die Klassische Moderne ist unter anderem mit Marc Chagalls «Temple et Histoire de Bacchus» aus «Daphnis et Chloé» aus dem Jahr 1961 (€ 5.000) vertreten. Von Ernst Ludwig Kirchner wird die Lithographie «Negerkopf» von 1909 mit einem Schätzpreis von €15.000 aufgerufen. Der Druck ist von größter Seltenheit: von den nur 5 bekannten Exemplaren befinden sich zwei in öffentlichem Besitz - im Brücke-Museum in Berlin sowie in der Staatsgalerie Stuttgart. Für Hermann Max Pechsteins seltene Lithographie «Mutter und Kind» von 1913 werden € 3.000 erwartet, seine Kaltnadelradierung «Frau an der Türe» aus dem Jahr 1908 wird mit einer Taxe von € 1.500 angeboten.

Von den beiden Schülern Paul Klees, Hubert Berke und Eugen Batz, wird jeweils eine kleine Sammlung Papierarbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen zum Aufruf kommen. Eugen Batz ist mit neun Losnummern vertreten. Von Hubert Berke werden Aquarelle und Zeichnungen aus den Jahren 1932 bis 1979 in 30 Losnummern (€ 400-1200) offeriert.

Ein frühes Aquarell aus dem Jahr 1909 von Ewald Mataré zeigt das Innere des Aachener Doms (€ 3.000) während Hans Purrmanns Aquarell aus dem Jahr 1934 den «Blick auf das Riesengebirge» (€ 3.000) gewährt.

Einen Höhepunkt der Auktion bildet Andy Warhols signierter Siebdruck mit Diamantstaub «Cologne Cathedral» (€ 20.000). Aus dem Bereich der Pop Art stechen darüber hinaus Roy Lichtensteins «Shipboard Girl» (€ 15.000) und seine Lithographie «Real Estate» (€ 6.000) hervor.

Von dem belgischen Künstler Marcel Broodthaers kommen unter anderem die beiden Serigraphien «Gedicht / Poem / Poeme - Change / Exchange / Wechsel» (€ 8.000), eine Filzschreiberzeichnung (€ 5.000) sowie zwei Siebdrucke «Das Recht» von 1972 (€ 2.400) zum Aufruf.
Für die «Wavy Lines on Grey», ein Set von 3 Farbholzschnitten auf Awa-Kozo Japan von dem Konzeptkünstler Sol LeWitt, werden € 6.000 erwartet und für Blinky Palermos Siebdruck mit rotem Strich € 3.000.

Gleich drei unterschiedliche Exemplare - A2 , B2 und B3 - von Gerhard Richters «Schweizer Alpen» können mit einer Taxe von jeweils € 9.000 angeboten werden. Der Boxdeckel von Gerhard Richters Multiple «Graue Bilder» von 1975 ist auf der Innenseite mit grauer Rostschutzfarbe ausgespritzt (€ 3.000).
Einen weiteren Höhepunkt stellt Sigmar Polkes in 66 unterschiedlich gestalteten Exemplaren entstandene Farbserigraphie auf Dekostoff «S.H. - oder wann zählen die Punkte?» (€ 18.000) dar.

Unter den Papierarbeiten zeitgenössischer Künstler sind der «Schattenschrei», eine Gouache auf Papier, von Karl Otto Götz (€ 3.000) sowie ein Kopf von Max Uhlig (€ 2.000), ausgeführt in Aquarell und Deckweiß, hervorzuheben.

Willi Sitte zeigt in Tusche und Aquarell einen «Sitzenden Leichtmetaller» (€ 3.000) aus dem Jahr 1977. Für das Aquarell «Rudbeckia und Phlox» von Klaus Fußmann werden € 4.000 erwartet. Sein «Interieur» in Öl auf Karton von 1973 ist mit € 3.000 taxiert. Aquarelle und eine Gouache von Gerhard Hoehme (Taxen von € 800-2.000), eine Tuschezeichnung von Alfred Hrdlicka (€ 2.000) und ein «Kopf» von Marwan in Aquarell und Bleistift (€ 2.500) runden das Angebot der Papierarbeiten ab.

Unter den Mappenwerken sind die anlässlich der Hamburger Biennale 1985/1986 herausgegebene Hamburg-Mappe «Dem Frieden eine Form geben» (€ 5.000), die Mappe «Beethoven 2000» (€ 5.000) und Antoni Tàpies «Suite 63 x 90» von 1980 (€ 3.200) hervorzuheben.

Das umfangreiche graphische Angebot wird durch zahlreiche Plastiken und Multiples ergänzt. Erwähnt seien Adolf Luthers «Lichtschleuse (Edition E)», zwischen zwei Glasscheiben in Aluminiumrahmen montierte Glasstreifen (€ 2.500), sowie seine Flaschenglasscherben vor einem Spiegel in der «Lichtschleuse (Flaschenzerschlagen)» (€ 1.800).

«Porte-Manteau-Montre» - ein Glasobjekt mit vergoldetem Kleiderbügel und Wandhaken von Salvador Dalí wird mit einer Taxe von € 3.000 angeboten. Unter den Skulpturen sind des Weiteren eine Bronze-Maske von Günther Förg (€ 2.500) und die Gipsskulptur «Extrusion» von Tony Cragg (€ 1.500) nennenswert.

Auch Werke aus ungewöhnliche Materialien-Kombinationen kommen zum Aufruf: so hat Georg Herold Schrauben und Dübel mit Fäden auf weißer Leinwand befestigt (€ 3.000), während Curt Stenvert in «Opus 702 - Raumpoesie 12» (€ 900) Porzellan-Schweine und ein Messer in einer Glasvitrine montiert hat.

Von Wolf Vostell werden gleich mehrere Objektkästen und Zeichnungen angeboten, darunter «Die Psychologie beginnt beim Frühstück», eine Collage aus 13 Küchenschälmessern und eingedrücktem Kunststoffball von 1978 (€ 2.000), der «Radio-Fisch» (€ 1.600) sowie das 1994 entstandene Multiple «Berliner Brot» in dessen Laib ein kleines S/W-Fernsehgerät steckt (€ 1.200).

Unter den modernen illustrierten Büchern ist besonders zu erwähnen «Les Ateliers Chagall» von Robert Marteau, versehen mit Orlithos und OrHolzschnitten von Chagall (€ 6.000). 9 OrRadierungen von Antoni Tàpies enthalten Pere Gimferrers 1982 erschienenen «Aparicions» (€ 3.000). Der gleiche Preis wird für das von Maurice Vlaminck illustrierte «Rive gauche …» von André Salmon erwartet, hier in der Vorzugsausgabe von 15 Ex. auf Japon nacré.

Veranstaltungen zum Bericht:
Frühjahrsauktionen 2018

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Quelle: © Venator & Hanstein

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