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Ludwig Meidner, Caféhaus, 1913

Ludwig Meidner, Caféhaus, 1913

Tuschfederzeichnung über Bleistift auf festem Zeichenpapier. 49,6 x 46 cm. Unter Glas gerahmt. Unten links mit Tusche signiert und datiert 'LMeidner 1913' sowie unterhalb der Darstellung unten rechts der Mitte bezeichnet 'Berlin im November'. - Der Bogen oben etwas uneben geschnitten und in den Ecken jeweils mit Heftzweckspuren. - Im Passepartout-Ausschnitt minimalst gebräunt; vereinzelte Stockfleckchen.

Wir danken Erik Riedel, Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum Frankfurt, für freundliche ergänzende Hinweise.

Losnummer: 312


Provenienz

Ehemals Kunstbesitz der Stadt Marl, Skulpturenmuseum Marl; Graphisches Kabinett Kunsthandel Wolfgang Werner, Bremen; Sammlung Klaus J. Jacobs, Zürich
Ausstellungen

Darmstadt 1991 (Mathildenhöhe), Ludwig Meidner, Zeichner, Maler, Literat, S. 510 o.Kat. Nr. mit Abb. S. 115
Literatur

Thomas Grochowiak, Ludwig Meidner, Recklinghausen 1966, mit Abb. Nr. 112

Zu den absoluten Highlights des Expressionismus zählen die 1912-1914 entstandenen Werke von Ludwig Meidner. Unter dem Eindruck jüngster künstlerischer Entwicklungen entstehen in diesen Jahren seine bewegten visionären „apokalyptischen“ Landschaften, die Berliner Großstadtmotive, die Straßen- und Caféhausszenen. Der Künstler verkehrte damals in den Literatenzirkeln des berühmten „Café des Westens“ am Kurfürstendamm. 1913 kam es im Café Josty, einer bekannten Berliner Konditorei-Filiale, zu einem legendären, für Meidner wichtigen Stelldichein mit dem Dichter Guillaume Apollinaire und mit Robert Delaunay. Das Milieu kannte er aus eigenem Erleben nur zu gut.

Das vorliegende, qualitativ herausragende Schwarz-Weiß-Blatt vereinigt in Anlage und Details alle Charakteristika des gewandelten Oeuvres. Die kunstvolle Bildarchitektur entfaltet in barocker räumlicher Verdichtung einen Tiefensog, der den Betrachter unmittelbar hineinzieht in den wimmelnden Komplex der im nächtlichen Café dicht gedrängt Sitzenden. Meidner mobilisiert mit seinen Darstellungsmitteln alle Sinne, er suggeriert Fülle, Gedränge, unübersichtliche Geschichten und Diskussionen, Lärm, Gerüche, kaleidoskopische Details, die kaum auseinandergehalten werden können. Wechselweise flankiert von männlichem Stiernacken und weiblicher bürgerlicher Staffage verliert man sich in dem zeichnerischen Stakkato, wobei spezifischerweise im Zentrum der Darstellung dieses künstlich illuminierten Ambientes „der Eindruck erweckt wird, als würde der Raum, in dem sich diese Figuren bewegen, durch die Blitze eines Stroboskoplichts erhellt“ (Caro S. Eliel, Vorbilder von Spätgotik bis Futurismus, in: Ludwig Meidner, Apokalyptische Landschaften, Ausst. Kat. Berlinische Galerie, Berlin 1990, S. 37). „Berlin im November“ notierte Meidner auf das Blatt und umreisst damit ironisch die Atmosphäre inmitten von Individuen, die als Nachtschwärmer unter ihresgleichen bei einer Tasse Kaffee nicht zuletzt menschliche Nähe und einen wärmenden Unterschlupf gefunden haben.

In der Mappe „Straßen und Cafés“, einer Folge von acht Lichtdrucken nach Zeichnungen Ludwig Meidners , 1918 in einer limitierten Auflage erschienen, findet das vorliegende Blatt unter dem Titel "Café Wolkenbruch, Nachmittag" Vervielfältigung und Verbreitung (vgl. Gerda Breuer, Straßen und Cafés, in: Ausst. Kat. Ludwig Meidner, Zeichner, Maler, Literat 1884-1966, Darmstadt 1991, Bd. II, S. 78, s. auch Vergleichsabb.).

Für dieses Los gelten gesonderte Versteigerungsbedingungen (Legende "D").


Veranstaltungshinweise:

Am 01.12.2017 Auktion 1099: Moderne Kunst


Schätzpreis: 25.000 - 30.000  EURO

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