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Edvard Munch, Zwei Menschen. Die Einsamen, 1899

Edvard Munch, Zwei Menschen. Die Einsamen, 1899

Original-Farbholzschnitt auf dünnem Japanpapier. 39,5 x 55,5 cm (41,3 x 57,6 cm). Unter Glas gerahmt. Signiert. - An den Ecken kurz mit Papierklebeband auf den Passepartoutkarton montiert. - Die sieben Exemplare auf Japanpapier des Munch-Museums, Oslo, weisen vier unterschiedliche Blattmaße auf (41,8 x 61 cm als kleinstes Papiermaß). Es ist daher ungewiss, ob der Papierbogen unseres Holzschnitts beschnitten ist.

Losnummer: 308


Woll 157 III 1); Schiefler 133

Wir danken Magne Bruteig und Ute Kuhlemann Falck, Munch Museum Oslo, für weiterführende Auskünfte.

Provenienz

Privatsammlung Österreich

Literatur

Arne Eggum, Die Einsamen, in: Edvard Munch. Liebe, Angst, Tod. Ausst. Kat. Bielefeld, Krefeld, Kaiserslautern 1980/1981, 137-141

Der gleichermaßen imposant große wie zurückhaltende Holzschnitt zeigt mit dem Motiv der Einsamen einen Topos in Edvard Munchs Repertoire zur menschlichen Gefühlswelt.

Den Holzblock dreigeteilt, hat Munch die Szene in verschiedenen Farbvarianten auch formal leicht differenziert und in 8 Zuständen umgesetzt (vgl. Woll 157 I-VIII).

Die Umrisse von Figuren, Strand und Meeressaum bleiben konstant. In der angebotenen Version wird das Auge nicht von den teils kräftigen Farbkombinationen von Gelb, Rot, Rosa, Grün und Blau abgelenkt, sondern auf das Geschehen konzentriert. Gar nicht holzschnitthaft, sondern fein nuanciert in der formalen wie farblichen Gestaltung ist hier eine Bandbreite zwischen Abgrund und Annäherung allein durch die Körperhaltung der rückansichtig gezeigten Akteure ausgedrückt und damit dem Betrachter ein Interpretations- und Identifikationsspielraum eröffnet. Zart, einfühlsam gegeben, steht die Frau allein und still versunken vor der zur Unendlichkeit verschmolzenen Einheit von Himmel und Meer. Zögernden Schrittes nähert sich ihr die männliche Gestalt - unklar, ob und was geschehen wird.

Das Bildthema „Zwei Menschen“ oder „Die Einsamen“ lag bereits 1891 als Gemälde vor, welches heute verschollen ist. (s. Arne Eggum 1980/1981, op. cit., S. 139 mit Abb.). Im Auftrag des Regisseurs Max Reinhardt schuf Munch für den Saal der Berliner Kammerspiele 1906/1907 einen Bilderfries, innerhalb dessen das Motiv toposartig wieder aufgenommen wurde (s. Vergleichsabb.; vgl. Woll, Paintings 725-736).

"Der Fries ist gemeint als eine Serie von dekorativen Bildern, die zusammen ein Bild des Lebens geben sollen. Durch sie windet sich die gewellte Uferlinie und erstreckt sich die See, die immer in Bewegung ist, während unter den Bäumen das Leben in allen Stufen, mit seinen Freuden und Schmerzen, gelebt wird." (Edvard Munch, zit. nach Jutta Held, Museum Folkwang Essen. Katalog der Gemälde des 19. Jahrhunderts, Essen² 1981, S. 72).


Veranstaltungshinweise:

Am 01.12.2017 Auktion 1099: Moderne Kunst


Schätzpreis: 280.000 - 300.000  EURO

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