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Alexej von Jawlensky, Stilleben mit Serviette, 1906

Alexej von Jawlensky, Stilleben mit Serviette, 1906

Öl auf Malkarton. 38,5 x 48,5 cm. Gerahmt. Unten links dunkelblau signiert 'A. Jawlensky' und rechts monogrammiert 'A. J'.

M. Jawlensky/L. Pieroni-Jawlensky/A. Jawlensky 154; Weiler 709 ("Mit Serviette")

Losnummer: 307


Provenienz

Nachlass des Künstlers; Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath (1947); Galerie Alex Vömel, Düsseldorf (1958); Crane Kalman Gallery, London; O'Hana Gallery, London; Sotheby's London, 6.12. 1961, Lot 185; Stuttgarter Kunstkabinett, 37. Auktion 1962, Lot 172; Privatsammlung Süddeutschland
Ausstellungen

u.a. Erfurt/Leipzig/Weimar/Jena 1922 (Kunstvereine), Alexej Jawlensky; Frankfurt 1947 (Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath ), Nr. 11; Düsseldorf 1958 (Galerie Alex Vömel), Alexej Jawlensky Kat. Nr. 1; Frankfurt/Hamburg 1967 (Frankfurter Kunstverein/Kunstverein Hamburg), Jawlensky, Kat. Nr. 111 mit ganzseitiger Abb.; Wiesbaden 2014 (Museum Wiesbaden), Horizont Jawlensky - Alexej von Jawlensky im Spiegel seiner künstlerischen Begegnungen, 1900-1924, Kat. Nr. 42 mit ganzseitiger Farbabb. S. 145
Literatur

Rolf Schenk/Catherine Franke-Schenk (Hg.), Hundert Jahre mit der Kunst. 1913 bis 2013. Jubiläumsausstellung Kunstsalon Franke-Schenk, München 2013, Bd. II, Kat. Nr. 11, S. 89 mit ganzseitiger Abb.

Die französische Malerei des ausgehenden 19. Jahrhundert, namentlich die der Maler Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Paul Cézanne war für Nichtfranzosen wie Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin oder Wassily Kandinsky und Gabriele Münter eine Offenbarung. Besonders der Besuch der Fauves-Ausstellung in Paris 1905 bringt dem im russischen Torschok geborenen und seit 1896 in München lebenden Künstler Gewissheit, sich dem französischen Nach-Impressionismus, dem sogenannten Pointillismus eines Georges Seurat und Paul Signac probeweise anzuschließen und mehr noch den von Henri Matisse, André Derain und Maurice de Vlaminck weiterentwickelten Malstil der „Fauves“ (die Wilden) zu studieren und damit seine, für ihn typische, expressionistisch-fauvistische Palette zu kreieren. Und er wird es auch sein, der Kandinsky und Münter kurze Zeit später während ausgedehnter Aufenthalte in Murnau am Staffelsee anhalten wird, sich von traditioneller Form- und Farbzuordnung in der Malerei zu trennen, um sich einer von akademischen Betrachtungsweise und Lehre befreiten, in den Farben ungezwungen Malerei zu widmen.

Zurück aus Frankreich in München und Wasserburg am Inn wird sich Jawlensky in Landschaften mit und ohne Häuser, in Porträt- und Stilllebenmalerei üben und bei dem einen oder anderen Sujet Gesehenes in Erinnerung an die Väter der Moderne verarbeiten, wie dieses mit Cézanne spielende Stillleben mit Serviette. Die bisweilen nüchtern, cézannesque wirkende Darstellung von Schale und Obst zeigt in besonderer Weise Jawlenskys verinnerlichten Umgang mit diesem klassischen Sujet. Aber im Gegensatz zu den meist strengen Vorbildern eines Cézannes modelliert und bindet Jawlensky die Atmosphäre auf wunderbare Weise ein, lässt gedämpftes Abendlicht im Sonnenuntergang, so scheint es, über den Tisch fließen und das Arrangement aus Birnen und Äpfeln so in einem zurückgenommenen Licht wie verschwommen erscheinen. Das kräftige Orange im Kontrast zum Grün und Gelb vor gedämpften Blautönen zeigt, wie selbstverständlich Jawlensky mit den Bildthemen seiner Zeit umzugehen vermag.


Veranstaltungshinweise:

Am 01.12.2017 Auktion 1099: Moderne Kunst


Schätzpreis: 300.000 - 400.000  EURO

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