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Jan van Dornicke und Werkstatt, Triptychon mit der Anbetung der heiligen drei Könige

Jan van Dornicke und Werkstatt, Triptychon mit der Anbetung der heiligen drei Könige

Jan van Dornicke, gen. Meister von 1518, und Werkstatt, tätig in Antwerpen im 1. Drittel des 16. Jahrhunderts, Triptychon mit der Anbetung der heiligen drei Könige sowie der Geburt und der Beschneidung Christi. Öl auf Holz, Mittelteil 102 x 70 cm; Seitenflügel jeweils 100 x 31 cm

Losnummer: 2010


Provenienz

Versailles, Auktion Hôtel Rameau, 11.6.1971, n° 70 (als Schule von Barent van Orley). - Christies, Paris, Les collections du château de Gourdon, 29-31.3.2011, Nr. 502 .

Literatur

Le château de Gourdon. IX, XII et XVIe siècles. Peintures et bois sculptés, Gourdon, 1991, Nr. 5 (als Barent van Orley).

Die Komposition ist ein charakteristisches Werk des flämischen Manierismus. Einer seiner wichtigsten Repräsentanten war Jan van Dornicke, der unter dem Namen „Meister von 1518“ bekannt ist. Diesen Hilfsnamen verdankt er Max J. Friedländer, der ihn 1915 - ausgehend von dem auf einem Flügel mit 1518 datierten „Marien-Altar“ aus der Lübecker Marienkirche - so genannt hat. In der Werkstatt von Jan Gossaert ab 1505 ausgebildet, wurde Jan van Dornicke 1509 in die Antwerpener Malergilde aufgenommen. Ab 1510 schuf er in seiner Werkstatt eine große Anzahl von Altar- und Andachtsbildern für den Antwerpener Kunstmarkt. Er war der Stiefvater von Pieter Coecke van Aelst, der 1527 in seine Werkstatt zur Ausbildung kam.

Szenen aus der Jugend und der Passion Christi sowie Episoden aus dem Leben Mariens gehörten zu den beliebtesten Sujets der Antwerpener Manieristen. Dabei war unter den Letzteren die Anbetung der Könige eindeutig das attraktivste. Als Reaktion auf die statischen Kompositionen der Vorgänger-Generation aus dem 15. Jahrhundert, bot das Motiv der Anbetung eine großartige Bühne, um ihr Interesse an Bewegung, überbordender Dekoration und kostbarer Kleidung darzustellen - was auch auf unserem Werk zu beobachten ist. Mit der rund abgeschlossenen Oberkante zeigt es zudem das gängige Format für die flämischen Altarbilder des 16. Jahrhunderts.

Charakteristisch für den Meister von 1518 sind die gestreckten Proportionen der Figuren, speziell hier die des Balthasar im linken Vordergrund, der in seiner Gestaltung sehr ähnlich ist zu dem Balthasar aus der „Anbetung der Könige“ im Königlichen Museum der Bildenden Künste in Brüssel (Inv. Nr. 2599). Wie auf den Bildern in Dresden und Vitoria hat der vor dem Kind kniende König ein flaches Gesicht mit einem kleinen, dreieckigen Bart (vgl. G. Marlier: La Renaissance flamande. Pierre Coeck d´Alost, Abb. 40 und 55). Das Gesicht Mariens wiederum ist eng verwandt mit dem auf einem Gemälde aus der Sammlung Barcilon (Sotheby´s New York, 28.1.2010, Lot 1529).

Mit seinem Reichtum an ungewöhnlichen Figuren und dekorativen Effekten zeigt das vorliegende Werk auf exemplarische Weise den modernen Geschmack der Antwerpener Malerei um 1525.


Veranstaltungshinweise:

Am 18.11.2017 Auktion 1097: Alte Kunst - 19. Jahrhundert


Schätzpreis: 280.000 - 320.000  EURO

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