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Skeptisch-ironischer Blick

Bauhaus-Photographie, Bauhaus I. Bauhaus II, 1921-1933

Die Photographie-Offerte verteilt sich in bewährter Weise auf zwei Auktionen, die an aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden werden: Neben den 205 Lots der Auktion 'Photographie' vom 31. Mai kommen weitere 16 bedeutende künstlerische Photoarbeiten am 1. Juni in der Auktion 'Zeitgenössische Kunst + Photographie' zum Aufruf.

Auktion Photographie (31. Mai)

Hervorzuheben ist eine Gruppe von Abzügen von August Sander, darunter als Highlight sein berühmtes Portrait „Der Maler Heinrich Hoerle“ aus dem Jahr 1928, hier vorliegend in Form eines Abzuges aus dem Jahr 1953 (Lot 23, € 50/70.000). Die eindrucksvolle Photographie stammt ursprünglich aus einer Mappe mit Köln-Ansichten aus der Vorkriegszeit "Köln wie es war", die der Photograph im Jahr 1953 dem damaligen Kölner Oberbürgermeister Robert Görlinger zu seinem 65. Geburtstag schenkte. Sie zeigt den Künstler, einen der wichtigsten Vertreter der "Kölner Progressiven", wie er sein Gegenüber mit eindringlichem, skeptisch-ironischem Blick ins Auge fasst. Passend hierzu zeigt die Aufnahme vom "Lumpenball" aus demselben Jahr, aufgenommen am Rande einer Karnevalsfeier, eine weitere Facette des gesellschaftlichen Künstlerlebens der Zwanziger Jahre in Köln (Lot 25, 5/7.000). Daneben kommen weitere Portraits, Landschafts- und Architekturaufnahmen von August Sander zum Aufruf (Lots 17 – 24, 1.200 – 4.000).

Zu den Glanzstücken der Photographie des 19. Jahrhunderts gehört ein Portrait des viktoria-nischen Malers George Frederic Watts von Julia Margaret Cameron aus dem Jahr 1865 (Lot 4, 3./4.000). Der Künstlerfreund stand in engem Austausch mit der Photographin und regte diese zu ihrer Arbeit an dem Corpus großformatiger Portraits "From life" der wichtigsten Künstler und Gelehrten ihrer Zeit an. Eugène Atgets Albuminabzug zeigt den "Cour Ovale, Fontainebleau" um 1905 in einem Zustand pittoresker Verwahrlosung, lange bevor das Schloss zur Touristenattraktion wurde (Lot 3, 4./5.000).

Prominent und vielfältig präsentiert sich, wie immer, der deutsche Beitrag zur klassischen Photographie des 20. Jahrhunderts: Von Alfred Ehrhardt stammen zwei Wattenmeer-Studien aus den Jahren 1935 und 1942 (Lots 41/42, 1.5/2.000 bis 3./4.000). In diese Zeitspanne fallen auch die zwei Aufnahmen von Industrieanlagen der "Ruhrchemie AG" von Albert Renger-Patzsch (Lots 44/45, je 1.8/2.000) sowie der Vintage-Abzug eines Turmspringers von Leni Riefenstahl, entstanden am Rande der Dreharbeiten für ihren "Olympia"-Film (Lot 50, 5./7.000). Stellvertretend für die deutsche Nachkriegsphotographie seien genannt: Peter Keetman und Ludwig Windstosser (Lots 75 – 81, 1.4/1.600 bis 2.5/3.000) von der "fotoform"-Gruppe, neben Vertretern der ost- und westdeutschen Reportagephotographie mit Arno Fischer, Barbara Klemm, Robert Lebeck und Will McBride (Lots 123 – 134, 800 bis 1.2/1.5000) oder der Modephotographie von F.C. Gundlach und Werner Bokelberg (Lots 95/96 und Lot 99, 1.200 bis 1.8/2.000).

Die Metropole Paris mit ihrem Nachtleben und ihrer Künstler- und Literatenszene der Vor- und Nachkriegszeit findet in den Photographien von Germaine Krull, André Kertész – von diesem hervorzuheben das Stilleben „Mondrians Brille und Pfeife“ von 1926 (Lot 55, 5./6.000) – Brassai (Lot 57, € 3./3.500) und Gisèle Freund ihren lebendigen Widerschein.

Den geographischen Gegenpol hierzu bilden die Amerikaner: Berenice Abbott und Andreas Feininger mit ihren klassischen Arbeiten aus den vierziger Jahren aus dem Bereich der Sach-, Architektur-, Portrait- und Landschaftsphotographie, Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, William Klein und Elliott Erwitt – hier mit Modeaufnahmen den fünfziger und sechziger Jahren. Ray K. Metzker, Aaron Siskind und Harry Callahan stehen stellvertretend für die experimentell ausgerichtete Schule des 'Chicago Institute of Design' (Lot 107, 2./3.000, Lot 114/115, 1.5/2.000 und 1.000; Lot 141, 2.800).

Von Interesse, nicht zuletzt für junge Sammler, dürften Konvolute sein, teils bestehend aus Vintage-Abzügen, teils aus späteren Abzügen: Die beiden Mappen mit Vintage-Prints der deutschen Photographin Hedda Hammer Morrison aus China (Lots 60/61, 1./1.200 und 800/1.000), die New Yorker Kinder- und Straßenszenen von Helen Levitt aus den vierziger Jahren (Lot 63, 6./8.000), die späteren Platindrucke des amerikanischen Piktorialisten Karl Struss (Lot 11, 5./6.000), das Portfolio "Urformen der Kunst I" mit posthumen Pigmentprints von Karl Blossfeldt (Lot 12, 4.000) sowie das zweiteilige Bauhaus-Portfolio mit 20 Abzügen von Meisterwerken der Bauhaus-Photographie der zwanziger Jahre, geprintet im Jahr 1984 und teils noch von den Künstlern selbst, teils von den Nachlassverwaltern signiert (Lot 30, 10.000).

Unter den jüngeren klassischen Positionen stechen diesmal Arbeiten besonders hervor, die sich in künstlerischer oder dokumentarischer Weise mit der Zerstörung von Lebensräumen beschäftigen: Der für seine Wildtier-Photographien berühmte US-Amerikaner Peter Beard mit zwei unikaten, farbig überarbeiteten Photographien (Lot 143/144, 10./12.000 bis 12./15.000), Jimmy Nelson mit zwei großformatigen Photographien indigener Volksgruppen aus seiner Serie "Before they pass away" (Lots 184/185, je 3./4.000) und Sebastião Salgado mit einer beeindruckenden Aufnahme einer Albatross-Kolonie auf den Falklandinseln Iles Malouines (Lot 186, 8./10.000). Für Glamour sorgt der kanadische Rock-Sänger und Photograph Bryan Adams mit seinen Modeportraits von "Victoria Beckham" und "Kate Moss in Prada" (Lot 192/193, je 5/6.000).

Zeitgenössische Kunst + Photographie (1. Juni)

Im Bereich der Zeitgenössischen Photographie machen die Vertreter der 'Düsseldorfer Schule' den quantitativ größten Anteil aus: Thomas Struths großformatiger C-Print „Paradies 5, Daintree, Australien“ gehört zu den frühesten Arbeiten dieser Werkgruppe des Künstlers (Lot 545, 35./40.000). Die drei offerierten Industrieaufnahmen von Bernd und Hilla Becher bestechen durch exzellente Qualität und Erhaltungszustand (Lot 590–592, 5./6.000 und 8./10.000). Einen konzeptuellen Ansatz verfolgte auch Isa Genzken in ihrer großformatigen Arbeit „Ohr“ aus dem Jahr 1980, die 1982 auf der Biennale in Venedig gezeigt wurde (Lot 602, 4./5.000).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1089: Photographie

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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