Die Kunst, online zu lesen.

Home



News

Umfangreiches Angebot in den Frühjahrsauktionen bei Bassenge

Ivan Konstantinovic Ajvazovskij, Schiffe in aufgewühlter See bei Mondschein, 1843

Mit nahezu 2.400, in sieben Katalogen vorgestellten Objekten geht die Galerie Bassenge in die Frühjahrssaison der Kunst- und Fotografieauktionen. Spitzenstück in der Abteilung Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts: Francisco de Goyas „Los Caprichos“ in der ersten Ausgabe von 1799. Die komplette, 80 Aquatintaradierungen umfassende Folge stammt aus deutschem Adelsbesitz und ist auf 120.000 € taxiert (Los 5262). Zwei Kupferstiche von Albrecht Dürer stehen ebenfalls an der Spitze der im Haus Bassenge traditionell auf hohem Niveau gepflegten Druckgraphik. Die ausgezeichneten Blätter „Ritter, Tod und Teufel“ sowie „Der Hl. Hubertus, auch Eustachius genannt“ sind auf jeweils 15.000 € geschätzt (5077, 5078).

Eine Reihe von Interieurs gehört diesmal zu den besonders reizvollen Stücken des Katalogs der Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts. Eduard Gärtners Aquarell von 1849 zeigt die Enfilade der Wohnung des früh gestorbenen Prinzen Waldemar von Preußen (6737, 18.000 €), Friedrich Wilhelm Klose gestattet uns einen Blick in das lichtdurchflutete Wohnzimmer der Kinder des Prinzen Wilhelm und seiner Gemahlin Marianne im Königlichen Schloß Berlin (6739, 9.000 €) und Johannes Rabe schildert das Arbeitszimmer des Prinzen Albrecht von Preußen in faszinierender Detailtreue mit dessen legendärem ägyptischen Kammerdiener Sabac el Cher im Hintergrund (6741, 3.500 €).

Glanzstücke im Katalog Gemälde alter und neuerer Meister sind eine Ansicht vom Golf von Bajae des bedeutendsten neapolitanischen Vedutenmalers Antonio Joli (6060, 120.000 €), ein Seestück des berühmtesten russischen Marinemalers des 19. Jahrhunderts Ivan K. Ajvazovskij (6100, 50.000 €) und ein um 1610 entstandenes Doppelportrait der damals am besten gekleideten Kinder des spanischen Königs Philipp III. (6020, 28.000 €). Besondere Aufmerksamkeit verdient eine Sammlung mit Miniaturen: Die englischen und französischen Bildnisse aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert (6223 ff., 300-1.200 €) bieten einen reizvollen Querschnitt dieses Genres.

Eine amerikanische Sammlung in Berlin – durch emsige Sammeltätigkeit gelang es einem Enthusiasten, die Strömungen der Moderne in Deutschland Von Lesser Ury zu Rolf Nesch in herausragenden Werken repräsentativ aufzuzeigen. Der Sonderkatalog vereint diese Kollektion zum letzten Mal. Ein „Liegender Akt“ von Ernst Ludwig Kirchner ist der momentan einzig nachweisbare Druck des Holzschnitts (8514, 150.000 €), eine Kohlezeichnung von seiner Geliebten „Dodo mit aufgestützten Armen“ aus dem Jahr 1909 dürfte die Schätzung von 30.000 € mühelos übertreffen. Die letzte graphische Arbeit von Käthe Kollwitz, ihre Kreidelithographie „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“, ist gleichfalls außerordentlich selten (8547, 70.000 €). Wassily Kandinskys Farblithographie „Violett“, ein während der Weimarer Bauhaus-Zeit geschaffenes Blatt, bringt in einmaliger Dichte die typische Formgebung des Künstlers zum Ausdruck (8544, 40.000 €).

Im umfangreichen Katalog Moderne Kunst hervorzuheben sind ein „Portrait der Schauspielerin Gertrud Eysoldt“ als Halbakt von Lovis Corinth (8037, 60.000 €), die Sommerlandschaft „Küste von Møvik“ von Conrad Felixmüller (8065, 25.000 €) und der Holzschnitt „Ziegenhirt“ von Ernst Ludwig Kirchner (8125, 30.000 €). Das kubistische Portrait „Picasso im Café ‚La Rotonde’“ von dessen Assistenten Manuel Ortiz de Zárate führt uns ins Zentrum der Pariser Kunstszene während des Ersten Weltkrieges. Um Picasso, hier mit Spazierstock, Zeitung, Glas und Karaffe, drehten sich alle: Cocteau, Jacob, Modigliani, Wassilieff etc. (8191, 24.000 €). Wenige Jahre zuvor entstand – gleichfalls in Paris – Wilhelm Lehmbrucks „Kleine Sinnende“. Die in der Plinthe signierte Gipsfigur, vom Künstler eigens für ein kleines Format konzipiert, ist mit 40.000 € angesetzt (8146).

Wie gewohnt kommt am letzten Auktionstag Fotografie zum Aufruf. Absoluter Höhepunkt ist hier eines der ältesten deutschen Lichtbilder. Die in einem einmalig schönen Exemplar überlieferten „Frühlings-Blättchen“ des Fotografiepioniers Johann Carl Enslen aus dem Jahr 1839 sind eine Sensation, denn nie zuvor wurde ein derartiges Lichtbild aus den Ur-Anfängen des Mediums auf einer Auktion angeboten (4037, 15.000 €). Im durchweg erstklassigen Angebot des 20. Jahrhunderts verdienen besondere Beachtung: zwei großformatige Vintage-Gelatine-Silberabzüge von Bernd und Hilla Becher (4104, 4105, jeweils 12.000 €), vier Majakowskij-Portraits von Alexander Rodchenko (4300 ff., 4.000-9.000 €) und eine Serie mit Portraits von Peter Hujar (4193-4200, 1.200-5.000 €). Die letzte Fotografie der Auktion (4364, 750 €) zeigt ein von YVA portraitiertes Model. Die Dame mit dem Hütchen ist ganz und gar von ihrer Lektüre gefangen – sieben Kataloge von Bassenge sind eine Aufforderung, es ihr gleichzutun.

Veranstaltungen zum Bericht:
109. Auktion: Druckgraphik des 15. - 19. Jahrhunderts
109. Auktion: Gemälde Alter und Neuerer Meister - Zeichnungen des 15. - 19. Jahrhunderts
109. Auktion: Moderne Kunst Teil I und II
109. Auktion: An American Private Collection - From Lesser Ury to Rolf Nesch
109. Auktion: Fotografie des 19. - 21. Jahrhunderts - Fotobücher

Quelle: © Galerie Bassenge Berlin

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an





Galerie Bassenge Berlin

English Site Galerie Bassenge Berlin

Über uns

News

English Site News

Termine

English Site Termine

Highlights








Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Auktionen

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce