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Puppentrio

 • Johannes Heisig • 

Puppentrio, 1991

Öl auf Leinwand

Losnummer: 202


Ausgestellt in: Johannes Heisig. Kunsthalle Wilhelmshaven 1994. - Johannes Heisig studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und ging 1978 als Meisterschüler an die Dresdner Akademie zu Gerhard Kettner. Dresden hatte seinen Grund: "Die Farbe und die Zeichnung wurde in Dresden viel eigenständiger behandelt, mehr als abstraktes Moment. In Leipzig diente sie mehr oder weniger der Kolorierung. Dort ging es mehr um die Botschaft, die das Bild haben muss, das ist auch für mich noch heute wichtig. Ich brauchte Dresden als Ausgleich, um auch die andere Seite kennen zu lernen." (Heisig zitiert nach Gillen 2013). - Johannes Heisig blieb in Dresden, zuerst als Assistent, dann als Professor und schließlich als Rektor der Hochschule. 1991, zwei Jahre nach der Wende, gab er alle Ämter auf, um fortan als freischaffender Künstler zu wirken. Genau in diesem Jahr des Umbruchs entstand vorliegendes Gemälde. - "Die thematischen Kompositionen Heisigs reifen über längere Zeiträume, sie entstehen in aufwendigen malerischen und gedanklichen Erkundungen. So entspringen die großen Bildtafeln [.] zunächst einer vielleicht zufälligen Beobachtung. Eine räumliche Situation, eine Begegnung, ein farbiger Klang werden erinnert und skizzenhaft angelegt. Das Motiv wird zum Ausgangspunkt intensiver und behutsamer bildnerischer Auseinandersetzung. Die im ersten Stadium bereits überzeugende Gegenständlichkeit wird in der Folge zum Widersacher einer im Maler gärenden Bildidee. Hier setzt die Verfremdung des Motivs an, Naturalismen werden auf der Suche nach der Symbolhaftigkeit des Dargestellten reduziert." (Haeder 1987). - Heisig vermag die geschaute Wirklichkeit zu Bildern von unergründlicher Eindringlichkeit zu steigern: In Schwarz- und Brauntönen bestimmt das Grün- und Magenta-Stakkato der fallenden Tuchbahnen das großformatige Gemälde. Eine Farbgewalt mit kühler Intensität lässt die Gegenstände in den Hintergrund geraten, nur ein weißes Puppengesicht durchbricht den Rausch des Kolorits. Welche Puppen der Künstler in dem so entscheidenden Jahr 1991 wiedergab bleibt ungewiss. Der Vater - Bernhard Heisig - porträtierte sich als Puppenspieler ein Jahrzehnt zuvor. Für Johannes Heisig mag die abgelegte Puppe symbolisch für seinen künstlerischen Neuanfang stehen. - "Er ist ein Maler des Dazwischen. Kein Mann der Linie, obwohl er sie perfekt beherrscht, kein Freund klarer Entscheidungen, obwohl er sie in jedem Moment des Malens trifft. Eher einer, dessen Werk existenzielle Grenzzustände in ihrer widersprüchlichen Befindlichkeit einfängt. Es ist ein Oeuvre, das sperrig, farbenschwer und melancholisch ist, das individuell und vielleicht sogar "urdeutsch" jenseits zeitgenössischer Haupt-Strömungen liegt". (Dressler 2010)


Veranstaltungshinweise:

Am 29.04.2017 Auktion 46

Maße: 200 x 160 cm

signiert datiert


Schätzpreis: 6.000,-  EURO

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