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Bei Mutter Ey

 • Mathias Barz • 

Bei Mutter Ey, 1933

Öl auf Leinwand

Losnummer: 61


Barz studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und gehörte zusammen mit Otto Pankok bereits ab 1910 zu den Malern, die regelmäßig in der Kaffeestube von Johanna "Mutter" Ey verkehrten und um 1919 den eigentlichen Ey-Kreis begründeten.
Noch während des Ersten Weltkrieges hatte Johanna Ey eine Galerie in der Alleestraße eröffnet (heute Heinrich-Heine-Allee), wo sie zunächst Bilder der akademischen Düsseldorfer Malerschule ausstellte. Nach dem Krieg wurde die Galerie unter dem programmatischen Namen "Junge Kunst - Frau Ey" zum Mittelpunkt der Künstlergruppe "Das Junge Rheinland", zu der auch Barz gehörte. Ey entschied sich weder aus theoretischen noch wirtschaftlichen Erwägungen für diese Kunst, sondern vielmehr war sie mit zahlreichen Künstlern persönlich befreundet. Es war unter den jungen Künstlern stadtbekannt, dass sie Freunden, Künstlern und Studenten Kredit gewährte. In Porträts und Gruppenbildern zahlreicher Maler verewigt, unter ihnen Otto Dix, wurde Ey als meistgemalte Frau Deutschlands berühmt. In Versen und Gedichten wurden ihre Stärken verewigt und auch das Verhältnis Eys zu den jungen und aufbegehrenden Künstlern beschrieben. Max Ernst reimte 1929 zu ihrem 65. Geburtstag aus Paris: "grosses ey wir loben dich, ey wir preisen deine staerke, vor dir neigt das rheinland sich und kauft gern und billig deine werke!" Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und infolge der Gleichschaltung galten viele Maler aus dem Umkreis Johanna Eys mit einem Schlag als "entartet"; die meisten waren überdies politische Gegner des Nationalsozialismus und zum Teil aktiv im Widerstand. 1933 wurden deswegen zahlreiche Bilder aus dem Ladenbestand und der Sammlung der Galerie Ey beschlagnahmt und zerstört. Die Galeristin musste ihre Räume aufgeben und ebenso wie ihre Künstler zahlreiche Repressalien durch die neuen Machthaber ertragen.
In vorliegendem großformatigen Gemälde gibt Barz einen geselligen, feucht fröhlichen Abend aus der guten Zeit des Künstlertreffpunkts wieder. Dieses Urbild einer lebendig bewegten Künstlerkneipe hält mit seinem wilden Pinselstrich und collagehaft zusammengesetzten Bildteilen die künstlerischen Urkräfte des Ey-Kreises eindringlich fest. Kurze Zeit später musste sich der Künstler aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, da er auf Antikriegsdemonstrationen mitgewirkt hatte, in die KPD eingetreten und Mitglied in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler war. Wurde Barz 1932 noch der Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg verliehen, so galt er in den folgenden Jahren als "entartet" und war gezwungen mit seiner jüdischen Ehefrau im Untergrund zu leben.


Veranstaltungshinweise:

Am 29.04.2017 Auktion 46

Maße: 181 x 161 cm

signiert datiert


Schätzpreis: 8.000,-  EURO

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