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Balthasar van der Ast, Stillleben mit Früchten auf einem Delfter Keramikteller, Muscheln, Insekten, Blumen, um 1620

Balthasar van der Ast, Stillleben mit Früchten auf einem Delfter Keramikteller, Muscheln, Insekten, Blumen, um 1620

Öl auf Holz.
Unten mittig signiert: .B.vander.ast..
77 x 107 cm.
Provenienz:
- Sammlung Reverend J. Willemsen, Middelburg, 1780.
- Sammlung Kalbfleisch, Flushing, NY.
- Sammlung S. Westerman, Amsterdam, 1935.
- Sammlung I. Heitmanek-Engeling, Zürich.
- Eugene Slatter, London.
- Alexander Leger Galleries, London, 1977.
- Gebr. Douwes, Amsterdam/London.
- Amerikanische Privatsammlung, seit 1979.

Literatur:
- Die Weltkunst, IX, Nr. 28/29 und X, Nr. 50.
- Nieuwe Rotterdamse Courant, 29.6.1935.
- De Zakenwereld, Amsterdam 1935, Nr. 14.
- Apollo Magazine, Mai 1955, Vol. 61, S. 132.
- Connoiseur, Mai 1955, Bd. 133, S. XVIII.
- Bol, L. J.: The Bosschaert Dynasty, Leigh-on-Sea 1980, Nr. 117, S. 85-86.
- Briels, J.: Vlaamse schilders en de dageraad van Hollands Gouden Eeuw, 1585-1630, Antwerpen 1997, Nr. 417, S. 260.

Ausstellungen:
- Bloemstukken, Kunsthandel P. de Boer, Amsterdam 1935, Nr. 7.
- Dutch and Flemish Masters, Eugene Slatter, London, April - Juli 1955, Nr. 13.

Losnummer: 3040


Dieses sowohl durch seine Qualität als auch durch seine Grösse überragende Stillleben von Balthasar van der Ast ist ein Meisterwerk der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Die Vielzahl der bis ins kleinste Detail dargestellten Objekte - Früchte, Blumen, Muscheln, Keramik, Insekten und exotische Vögel - stellen die Fähigkeiten des Künstlers auf eklatante Weise zur Schau, sodass jeder einzelne Gegenstand als eigenes Stillleben betrachtet werden kann. Tatsächlich konnte der Künstler mit diesem Werk die volle Bandbreite seines Talents in Szene setzen, sodass seine Kunden sich für einen Auftrag davon inspirieren lassen konnten. Dass uns ein solches representatives und grosses Meisterwerk in solch aussergewöhnlich gutem Erhaltungszustand heute überliefert ist, macht ihn zu einer besonderen Rarität.

Balthasar van der Ast gilt als einer der wichtigsten Stilllebenmaler der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Sein Beitrag zu dieser Gattung besteht aus ungefähr 200 Gemälden in kleinen und grossen Formaten, die durch Raffinesse und Feinheit gekennzeichnet sind. Das hier angebotene Gemälde ist ein charakteristisches Beispiel aus der Utrechter Zeit van der Asts, wo sich der Maler ab 1619 aufhielt und sich stilistisch von seinem Schwager und Lehrer, Ambrosius Bosschaert d. Ä. (1573-1621), zu distanzieren begann. In Utrecht muss der junge van der Ast mit einem durchaus anregenden kulturellen Klima konfrontiert worden sein. Nicht nur Roelant Savery (um 1576-1639) hatte sich hier nach seiner Rückkehr aus Prag niedergelassen, bald zogen auch die drei Söhne von Ambrosius d. Ä. Ambrosius d. J. (1609-1645), Johannes (1608-1629) und Abraham (1612-1643) von Middelburg nach Utrecht, sodass die Stadt ab 1620 als neues Zentrum der Stilllebenmalerei bezeichnet werden kann.

Die Motivik des hier angebotenen Gemäldes ist dabei von der zu dieser Zeit in Holland verbreiteten Faszination für Exotisches geprägt, welche insbesondere durch die neu erschlossenen Handelswegen der Niederländischen Ostindien-Kompanie mit dem asiatischen Kontinent angefacht wurde. Hierfür stehen unter anderem die Muscheln - von links nach rechts eine westindische cittarium pica mit Einsiedlerkrebs, eine orange gefleckte mitra mitra, eine kleine goldene conus aurantius und ein Marmorkegel conus marmoreus -, welche zu van der Asts Markenzeichen wurden und von holländischen Sammlern sehr beliebt waren. Doch auch die zwei Papageien, welche im 17. Jahrhundert als Kuriositäten gesehen und nur von sehr wohlhabenden Familien gehalten wurden, verleihen der Komposition einen exotischen und luxuriösen Charakter. Schliesslich gehört auch die Wanli-Vase zur Rechten in unserem Gemälde zu dieser Thematik. Vergleichbare Vasen sind in ungefähr 15 kleinformatigen Blumenstillleben van der Asts aus den 1620er Jahren dargestellt, wobei sie nie auf einen bestimmten Prototypen zurückgehen, da der Künstler das Dekor immer variierte. Das Blumenarrangement in unserem Gemälde ist vergleichbar mit der etwas später entstandenen Komposition "Blumen in einer Vase mit Muscheln und Insekten", welche sich heute in der National Gallery in London befindet (Inv. Nr. NG6593, Öl auf Holz, um 1630, 47 x 36,8 cm). Bei diesem Motiv liess sich van der Ast offensichtlich von der grossen Anzahl Blumensträusse in Wanli-Vasen von seinem Lehrer Ambrosius Bosschaert d. Ä. inspirieren, so beispielsweise eine Komposition aus dem Jahre 1619, die sich heute im Rijksmuseum in Amsterdam befindet (Inv. Nr. SK-A-1522, Öl auf Kupfer, 31 x 22, 5 cm). Doch während es bei Bosschaert noch um die naturgetreue Wiedergabe der Natur ging, war van der Ast vielmehr darum bemüht, seinen Kompositionen ein Gefühl von Eleganz und Intimität zu verleihen, das in dem hier angebotenen Gemälde exemplarisch zum Ausdruck kommt.


Veranstaltungshinweise:

Am 28.03.2017 Auktionswoche A180: Schmuck, Silber & Porzellan, Möbel & Dekoration, Alter Meister, Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts, Bücher


Schätzpreis: 850.000 - 1.200.000  SFR

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