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Meisterliche Verkündigung

Umkreis des Hauchbuchmeisters, Verkündigung, um 1505

Die Auktion "Alte Kunst" präsentiert auch zu der diesjährigen Herbstauktion spannende Entdeckungen und qualitätvolle Arbeiten aus namhaften Privatsammlungen. Im überaus starken Altmeister-Bereich kommt neben bedeutenden Niederländern wie Jan Brueghel d. Ä. oder Joachim Beuckelaer, auch ein kunsthistorisches Highlight aus dem Umkreis des legendären Hausbuchmeisters zum Aufruf. Der Bereich des 19. Jahrhunderts ist mit Stars wie Ajvasovskij oder Daumier Angebot des 19. Jahrhunderts wartet mit Arbeiten von bekannten deutschen Künstlern der großen Akademien und stimmungsvollen Landschaften auf.

Schon seit Jahrtausenden prägt der Rhein das gesellschaftliche, wirtschaftliche und künstlerische Leben auf dem Kontinent und ist wichtiger Strom der europäischen Kulturgeschichte. Gleich mehrere bedeutende Werke aus der Herbstauktion "Alte Kunst" sind entlang dieses wichtigen Stromes entstanden. Vom Mittelrhein stammt eine wundervolle Arbeit aus dem Umkreis des Hausbuchmeisters, die um 1505 gefertigt wurde und ein beeindruckendes Exempel mittelalterlicher Tafelmalerei gibt. Hier lassen sich zahlreiche Ähnlichkeiten zum Werk des Hausbuchmeisters identifizieren: so gleichen der Verkündigungs-Engel und die Anlage des Gewölbes dem Kaltnadelstich des großen Meisters, der Nimbus Mariens und das Mauerwerk sind mit seiner Darstellung der Heiligen Familie vergleichbar. Die Tafel aus Rheinischem Privatbesitz war vermutlich einmal Teil eines Diptychons zur häuslichen Andacht.

Einige Jahre zuvor, um 1470/80, fertigte ein Meister vom Oberrhein das "Gebet Jesu am Ölberg" in Öl auf einer Lindenholz-Tafel an. Weil die Komposition der drei schlafenden Jünger mit Johannes liegend am rechten Bildrand ungewöhnlich ist, sich aber auf einem etwas später entstanden Holzschnitt des Straßburgers Hans Wechtlin (*um 1485) wiederfindet und auch vom dort tätigen Meister der Coburger Rundblätter verwendet wurde, liegt die Vermutung nahe, dass auch diese Arbeit in die Metropole am Oberrhein verortet werden kann. Die gut erhaltene und äußerst farbfrische Tafel gelangte von einer bedeutenden süddeutschen Privatsammlung in Rheinischen Privatbesitz.

Ein weiteres Highlight unter den Altmeistern ist das kleinformatige Rundbild von Jan Brueghel d.Ä., das in minutiöser Kleinstarbeit und beeindruckender Präzision eine Waldlandschaft mit Wanderern zeigt, die eine steinerne Brücke überqueren. Die Laubbäume geben im Hintergrund den Blick auf eine im Dunst liegende italienische Stadt mit Kathedrale frei. Die Figuren werden durch eine reiche Tierstaffage mit Hase, Hund und einem kleinen, nur mit der Lupe erkennbaren Frosch, ergänzt. Auch der für Jan Brueghel d. Ä. einer Signatur gleichende Falke im oberen rechten Bildrand fehlt nicht. Das dendrochronologische Gutachten datiert das Fälldatum der Eichenholzplatte, auf die Brueghel in Öl malte, ins Jahr 1581 und lässt somit vermuten, dass das Rundbild kurz nach seinem Italienaufenthalt um das Jahr 1600 entstanden ist. Die feine Arbeit stammt aus der Sammlung jüdischen Unternehmers und Gesellschafters des Berliner KaDeWe, Hermann Hugo Zwillenberg (1885 - 1966) und kann somit auch mit seiner Provenienz glänzen.

Das stimmungsvolle Ölgemälde von Ivan Kontantinovic Ajvasovskij, das dem Betrachter den Blick von seiner Heimatinsel, der Krim, auf den Ayu Dag bei Mondschein freigibt, trägt die typische Handschrift des Ausnahmetalentes mit armenischen Wurzeln und ist ein Highlight unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts. Seine harmonischen Kompositionen, das virtuose Kolorit und die Umsetzung in sicherem, meisterhaftem Malstrich machen Ajvasovskij schon zu Lebzeiten zu einer Berühmtheit und bringen ihm die Ehren der St. Petersburger Akademie und des Zaren ein.

Ganz anders ist es Honoré Daumier ergangen, der Zeit seines Lebens um seine Existenz bangen musste und schließlich mittellos verstarb. Heute gilt er als schärfster Chronist des französischen Bürgertums und ist vor allem für seine sozialkritischen Karikaturen bekannt, die er in Vielzahl veröffentlichte. Äußerst selten jedoch gelangen Ölgemälde Daumiers auf den internationalen Kunstmarkt und sind in dieser Größe eine Rarität. "Familie auf der Barrikade" wird laut Gutachten ins Revolutionsjahr 1848 datiert und zeigt mit beeindruckend plastischem Pinselstrich die besorgten Gesichter einer Arbeiterfamilie.

Unter den deutschen Meistern finden sich gleich vier Arbeiten aus der Hand des berühmten Müncheners Franz von Lenbach. Mit schnellem Pinselstrich setzte der Maler die Physiognomie und Statur seiner Modelle um und schuf so ausdrucksstarke und charaktervolle Porträts, die ihm internationalen Ruhm einbrachten. Das Porträt der Charlotte (Lolo) von Lenbach ist 1897 entstanden und ist das erste bekannte Bildnis seiner jungen zweiten Frau.

Wie üblich bei Van Ham, ist die Düsseldorfer Malerschule mit zahlreichen Werken von bester Qualität vertreten. Neben einem entzückenden Früchtestillleben der Emilie Preyer und impressionistisch angehauchten Arbeiten von Max Clarenbach, beeindrucken gleich vier stimmungsvolle Italien-Ansichten von Oswald Achenbach.

Auktion „Alte Kunst“ am 18. November 2016
Vorbesichtigung: 11. - 15. November 2016

Veranstaltungen zum Bericht:
379. Auktion: Alte Kunst

Quelle: © Van Ham Kunstauktionen

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