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Adolf Hölzel, Abstrakte Komposition (

Adolf Hölzel, Abstrakte Komposition ("Man wundert sich..."), um 1925

Pastell und Graphit auf grauem faserigen, gerippten Tonpapier, im Rand mit handschriftlichem Text in Bleistift. 46 x 35 cm. Unter Glas gerahmt. Unbezeichnet. - Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel "Nachlaß Prof. Adolf Hölzel" versehen. - Der Bogen leicht unregelmässig geschnitten. - Insgesamt leicht gebräunt. Alte Einrisse im Rand und einige Stellen in der Darstellung mit Papierverletzungen professionell restauriert.

Losnummer: 326


Provenienz

Aus dem Nachlaß des Künstlers; Süddeutsche Privatsammlung

Hölzels Randtexte mit ihren handschriftlichen, schwer lesbaren Zufügungen lauten: 'Man wundert sich wie es manche Menschen/ wagen über Kunst zu sprechen.' bzw. 'Simultan=/ Kontraste/ Jede/ Farbe/ ist teil/ bar./ Für ge/ wisse/ Zwecke/ wird es/ gut sein/ die [rechnerisch] er/ halten/ en Misch/ farben/ mit den/ zunächst/ stehenden [vorhandenen] ein/ fachen [reinen] Farben/ auszu/ drücken.'

Wie nur wenige prägte Adolf Hölzel die Entwicklung der Abstraktion in Deutschland. Kaum zu überschätzen ist dabei nicht nur seine Bedeutung als Künstler, sondern auch als Theoretiker und Lehrer von Künstlern wie Willi Baumeister, Johannes Itten oder Oskar Schlemmer. Im Geiste der Avantgarde verstand er seine künstlerische Praxis als gattungsübergreifenden Prozess, der sich von der bildenden Kunst über die Musik und Literatur bis hin zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen erstreckte.

Die Verbindung von Text und Bild kennzeichnete das Werk von Adolf Hölzel schon während seiner „Abstrakten Ornamente“ um 1900 und fand in den sogenannten „Schriftsockelbildern“ um 1915 eine viel beachtete Form. In Ihnen gelang es Hölzel auf einzigartige Weise Text- und Bildelemente organisch miteinander zu verknüpfen. Im späteren Verlauf seines Schaffens entstanden immer wieder Werke nach diesem Grundmuster. Sie zeichneten sich im Laufe der Zeit durch formal weniger streng verbundene, fragmentarischere Versatzstücke aus, deren Zusammenhang immer assoziativer wurde. (Vgl. Michael Lingner, Exerzitien - Ornamente - Konzepte, Zur Eigenart der Schrift(sockel)bilder im „Theoretischen Nachlass“ von Adolf Hölzel, in: Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde, Ausst. Kat. Kunstmuseum Stuttgart 2009, S. 134). In den 1920er Jahren befreite sich Hölzels Ansatz weiter: Mit seinen Zeichnungen in Graphit, Tinte oder Buntstift auf bereits bedruckten oder beschriebenen Papieren schuf er im Zwischenraum von Figuration und Abstraktion einen experimentellen Werkkomplex von außergewöhnlicher Lebendigkeit.

Die vorliegende Papierarbeit ist ein herausragendes Beispiel für Hölzels Arbeiten im Grenzbereich künstlerischer Praxis und Theorie. Die an drei Seiten schwarz gerahmte, mit großer Leichtigkeit arrangierte Pastellkomposition verweist sowohl auf Hölzels berühmte Glasfensterentwürfe der 1920er und 1930er Jahre, als auch auf seine farbintensiven Pastell-Kompositionen dieser Zeit. Das gestische, von spürbarer Spontaneität geprägte Werk, bezeugt Hölzels Modernität und Innovationskraft. Die Textfragmente am linken und unteren Bildrand lassen sich im Kontext von Hölzels umfassender Theoriebildung verstehen, die eine intensive Rezeption an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart erlebte. Es waren seine Schüler Schlemmer und Itten durch die Hölzels bahnbrechende Theorie von den bildnerischen Mitteln und seine komplexe Farblehre schließlich Eingang in den Unterricht am Bauhaus fand.


Veranstaltungshinweise:

Am 03.06.2016 Auktion 1070: Moderne Kunst


Schätzpreis: 20.000 - 22.000  EURO

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