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20 Jahre Auktionshaus im Kinsky

PRESSEMITTEILUNG

JUBILÄUMSAUKTION:
20 JAHRE AUKTIONSHAUS IM KINSKY (26. bis 28. November 2013)

„Ein Danke an unsere Partner“

Wien, 28. Oktober 2013; Das erste privat gegründete Auktionshaus Österreichs feiert Geburtstag. Und es wäre nicht das Auktionshaus im Kinsky, würde es diese Feierlichkeit nicht mit einer ganz besonderen Auktion begehen, um sich bei langjährigen Kunden, Partnern und Freunden zu bedanken. Für die Jubiläumsauktion Ende November wurde eine herausragende Auswahl internationaler Top-Werke aus sechs Sparten zusammengetragen. Die Schätzsumme der Auktion liegt bei 20 Millionen Euro, insgesamt werden 527 Lots aufgerufen.

20 Jahre ist es her, als sich in Österreich das erste private Auktionshaus formierte. In den letzten Dezembertagen 1992 gründeten die Kunsthändler Dr. Herbert Giese, Harald Schweiger, Michael Kovacek, Prof. Kristian Scheed, der Rechtsanwalt Dr. Ernst Ploil und Otto Hans Ressler ein neues Auktionshaus: Die Wiener Kunst Auktionen GmbH. Ein Jahr später, am 2. und 3. Dezember 1993, wurde die erste Auktion veranstaltet.

Mittlerweile zählt das Auktionshaus im Kinsky 97 erfolgreiche Auktionen, ist zu einem der renommiertesten Auktionshäuser Europas herangewachsen und verlässlicher Partner für Kunsthändler, Museen und Sammler aus aller Welt geworden. Michael Kovacek und Dr. Ernst Ploil, Geschäftsführer des Auktionshauses im Kinsky: „Unser Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, um uns bei all unseren Partnern für die Zusammenarbeit zu bedanken. Für unsere 20-Jahre-Auktion haben wir uns daher ganz besondere Mühe gegeben, mit unserem Angebot jenes Vertrauen, das uns seit Jahren entgegengebracht wird, zu bestätigen und zu übertreffen. Wir hoffen sehr, dass uns dies gelungen ist und freuen uns auf viele weitere erfolgreiche gemeinsame Jahre im Dienste der Kunst.“ Kunstliebhaber dürfen sich auf Auktionstage der Extraklasse mit unzähligen Top-Lots freuen.

Klassische Moderne (26. November 2013, 17 Uhr)

Den Auktionsreigen zum Jubiläum eröffnet das Auktionshaus im Kinsky am 26. November mit der Klassischen Moderne. Bei einem Blick in den Auktionskatalog geraten Kunstliebhaber ins Schwärmen: Hier handelt es sich wahrlich um eine Abfolge grandioser Meisterwerke internationaler Spitzenkünstler.

Eines der absoluten Highlights der gesamten Auktion ist ein Venedig-Gemälde von Oskar Kokoschka. Im Jahre 1948 reiste er gemeinsam mit seiner Frau anlässlich einer ihm gewidmeten Sonderschau im Zuge der 24. Biennale nach Venedig. Dort residierte er im Hotel Europa e Britannia (heute Hotel Europa & Regina) und fertigte von einer Terrasse in Höhe der vierten Etage des Hotels in den zwei Monaten bis Ende Juli 1948 das im Kinsky zur Auktion gelangende Gemälde: ein märchenhaft schönes Panorama der Einmündung des Canale Grande in das Hafenbecken von San Marco mit der Insel San Giorgio Maggiore. In schwebender Leichtigkeit ist die architektonische Kulisse in das Farbenspiel zwischen bewegter und vom Schiffsverkehr belebter Wasserfläche und einem barock strahlenden Tiepolo-Himmel eingebettet. (Oskar Kokoschka, „Venedig, Bacino di San Marco“, 1948, Öl auf Leinwand, 65 x 90 cm, € 350.000,- bis € 700.000,-)

Zahlreiche Ausstellungen, eine Auktion bei Sotheby´s und zuletzt 1989 bei Christie´s hat Paul Klees großartiges Werk „Ausritt auf dem Oger“ durchwandert. Nun wird das begehrte Werk im Auktionshaus im Kinsky seinen Besitzer wechseln. Das dem Gemälde zugrunde liegende Thema ist die „Unterwelt“, worauf der Begriff „Oger“ auch zurückzuführen ist. Er bezeichnet ein tierisches, menschenähnliches Wesen der Märchen- und Fabelwelt. Der Bildkomposition liegt eine Vorzeichnung zugrunde, die durch eine Ölpause auf das farbige Blatt übertragen wurde. (Paul Klee, „Ausritt auf dem Oger“, 1925, Ölpause und Aquarell auf Karton, 34,5 x 54 cm, € 150.000,- bis € 300.000,-)

Eine „Ansicht von Neulengbach“ im Wienerwald aus Egon Schieles Frühzeit, ein interessantes Zusammenspiel zwischen Natur und Dorf, gelangt im Zuge der Jubiläumsauktion zur Versteigerung. Entstanden ist das Gemälde im Jahr 1909. Im heutigen Wissen, dass Neulengbach in Schieles Biographie noch eine traumatisierende Rolle spielen wird, erscheint das solide Gerüst der kubischen Gebäude durch die unruhige Zeichnung der Bäume ahnungsvoll ins Wanken gebracht. (Egon Schiele, „Ansicht von Neulengbach“, 1909, Öl auf Karton, 22,5 x 31,5 cm, € 80.000,- bis € 150.000,-)

Um 1930, im Alter von 70 Jahren, entstand Carl Molls Blumenstillleben „Rosen“, das im Kinsky versteigert wird. Zu diesem Zeitpunkt war der Künstler bereits zu einem neuen Stil übergegangen, hingewandt zu einem expressiveren Duktus und einer leuchtenden Farbpalette. Durch die expressive Exaltiertheit der Darstellung wird ein schlichter Rosenstrauß zu einem berauschend kraftvollen Sujet. (Carl Moll, „Rosen“, um 1930, Öl auf Holz, 35,5 x 35 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-, Weitere: „Blick auf die Heiligenstädter Kirche“, 1904-06, Öl auf Leinwand, 54 x 54 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Einen blühenden Sommergarten schenkt uns Werner Berg mit seinem Gemälde. Im Garten seines Hauses fand er im Sommer 1958 eine Fülle von blühenden Pflanzen, die ihm reiches Material für seine farbprächtigen Blumenbilder boten. Charakteristisch für Berg ist die Wahl des unkonventionellen Bildausschnitts. Für den vorliegenden „Blumengarten“ wählte er ein extremes Querformat und füllt die gesamte Bildfläche mit frischen, farbkräftigen Gartenblumen unterschiedlicher Größen. (Werner Berg, „Blumengarten“, 1958, Öl auf Leinwand, 121,5 x 40,5 cm, € 70.000,- bis € 140.000,-)

Die Urkraft der Natur und der Berge lässt uns Alfons Walde mit seinen Werken spüren. Im Kinsky gelangt eine seiner wunderschönen Ansichten eines Bergdorfes am Wilden Kaiser zu Auktion. In eindrucksvoller Weise schildert er das intensive, die Sinne durchdringende Licht eines Frühlingstages in den Alpen. Wie oft bei Walde, signalisiert ein rotes Tuch auf dem Balkon des in die Szenerie gebetteten Bauernhauses die Anwesenheit der Bewohner inmitten der überragenden Natur. (Alfons Walde, „Berghof am Wilden Kaiser“, um 1930, Öl auf Karton, 42,7 x 67 cm, € 200.000,- bis € 400.000,- Weitere u.a.: „Bergweiler“, 1945, ÖL auf Karton, 49,5 x 70,5 cm, € 180.000,- bis € 360.000,-)

Weitere Werke von: Gustav Klimt, Albin Egger-Lienz, Herbert Boeckl, Leo Putz, Max Liebermann, Lovis Corinth, Willi Baumeister, Leo Putz, Franz Sedlacek, Rudolf Wacker, Anton Faistauer, Lesser Ury, Norbertine Bresslern-Roth, Franz Wiegele, Alfred Kubin, Wilhelm Thöny u.v.m.


Zeitgenössische Kunst (26. November 2013, 19 Uhr)

Franz West lässt die Kunst in den Alltag eindringen. Der 2008 entstandene „Arbeitstisch in Aspik“ steht an der Grenze zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand. Das auf seine einfachste Form reduzierte Möbel spielt mit der Verfremdung vertrauter Objekte. (Franz West, „Arbeitstisch in Aspik“, 2008, Epoxyd, Holz, Farbe und Stahl, 212 x 98 x 74 cm, € 80.000,- bis € 160.000,-)

Aufgerichtet und dennoch lässig steht der junge Mann vor dem Ausblick in eine Berglandschaft und präsentiert dem Blick des Betrachters ohne jede Scheu seine Blöße. Der an Direktheit kaum zu überbietende Titel Rainer Fettings Bildes „Ich finde dich geil“ mag durchaus nahelegen, dass diese Avancen auf fruchtbaren Boden gefallen sind. (Rainer Fetting, „Ich finde dich geil“, 1982, Öl auf Leinwand, 275 x 210 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Beinahe hypnotisierenden Charakter entwickelt das Werk „Okta-Cheyt-Blue“ von Victor Vasarély. Vasarély hat schon früh die Erkenntnis gewonnen, dass mit geometrischen Mitteln Sinnesempfindungen hervorgerufen werden können, die neue Ideen über Raum und Marterie vermitteln. (Victor Vasarély, Okta-Cheyt-Blue, 1972, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Regentropf-Kopf (Gespenstl) aus dem Jahr 1965 zählt zu den ersten repräsentativen Beispielen von Arnulf Rainers neophantastischer Phase in den 1960er Jahren. Nach Jahren der Überdeckungen, Verdunkelungen und Verdichtungen erfüllen kreischende Farbgewitter und imaginäre Gestalten die Bildfläche. Rainer hat in dieser Phase eine Ahnenreihe an obskur gräulichen Fabelwesen erschaffen. Der Künstler schreibt dem Wahnsinn eine essenzielle Triebfeder für die Kunst zu. Um in schizophren psychotische Zustände zu gelangen, ging er sogar so weit, sich unter ärztlicher Aufsicht Drogenexperimenten zu unterziehen. Mit Furor hat er dabei jene Arbeiten geschaffen. (Arnulf Rainer, „Regentropf-Kopf (Gespenstl)“, 1965, Mischtechnik auf Karton auf Holzplatte, 101 x 66,4 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Aus Max Weilers Zyklus „Wie eine Landschaft“, der von 1963 bis 1965 entstanden ist, stammt das Werk „Blaue Rauch- und Nebellandschaft“. Der Künstler ist damals in seinen eigenen Probierblättern auf die von ihm seit Langem gesuchte „Natur der Malerei“ gestoßen, wodurch auf wunderbare Weise auch sein lang gehegter Traum eines kosmischen Naturbildes in Erfüllung gegangen ist. (Max Weiler, „Blaue Rauch- und Nebellandschaft“, 1964, Eitempera auf Leinwand, 96 x 196 cm, € 100.000,- bis € 200.000,-)

Ein im Werkverzeichnis von Friedensreich Hundertwasser noch als verschollen angeführtes Werk kann erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. „Untergang der Grünen Sonne“ ist ein frühes Aquarell, 1960 in Paris entstanden. Dieses Jahr markierte auch einen wichtigen Punkt in der Karriere des Künstlers. Seine Malweise veränderte sich, die Formen wurden solider und lesbarer, gleichzeitig wurden seine Arbeiten ab diesem Zeitpunkt einem international breiten Publikum präsentiert. (Friedensreich Hundertwasser, „Untergang der Grünen Sonne“, 1960, Aquarell und Kreide auf Papier und Leinwand, 30 x 46 cm, € 80.000,- bis € 160.000,-)

Wahrnehmung und Wirkung von Farben, Formen und Flächen aufeinander standen im Mittelpunkt des Schaffens von Josef Albers. Die darauf beruhenden und allgemein bekannten Bilder der Serie „Hommage to the Square“ demonstrieren diese Wechselwirkung anhand aufeinander gelegter

Quadrate verschiedener Farben, wie auch bei dem im Kinsky angebotenen Bild „Gray turnst o Violett“ aus 1950. (Josef Albers, „Gray turns to Violett“, 1950, Öl auf Leinwand, 50,5 x 50,5 cm, € 100.000,- bis € 200.000,-)

Weitere Werke von: Arnulf Rainer, Rudolf Stingel, Robert Rauschenberg, Markus Prachensky, Xenia Hausner, Eduard Angeli, Ernst Fuchs, Wander Bertoni, Josef Mikl, Christian Ludwig Attersee, Jakob Gasteiger, Josef Pillhofer, Hans Staudacher, Karl Prantl, Niki de Saint Phalle, Herbert Brandl, Martin Kippenberger, Elfie Semotan, Alfred Hrdlicka, Hubert Scheibl etc.

Antiquitäten (27. November 2013, 17 Uhr)

Aus einer Wiener Privatsammlung entstammt die Renaissance-Monstranzuhr, die im Kinsky am 27. November versteigert wird. Entstanden ist sie in Augsburg um 1600. Die Rarität beeindruckt durch die aufwendige Verarbeitung und den guten Zustand. Das Bronzegehäuse ist feuervergoldet, floral und ornamental graviert. Die Kupfer versilberte Bodenplatte eröffnet eine Horizontalsonnenuhr und einen Kompass. (Renaissance-Monstranzuhr, Augsburg, um 1600, € 25.000,- bis € 50.000,-)

Aus der Werkstatt Caspar Gras entstammt eine Reiterstatuette von Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol. In Bronze gegossen zeigt sie den vorletzten Landesfürsten von Tirol auf einem trabenden Pferd. Sein linker Arm ist angewinkelt, den rechten streckt er in Begrüßungsgestus zur Seite. Pferd und Reiter stammen aus einem Guss. (Caspar Gras Werkstatt, „Reiterstatue von Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol, Tirol, 2. Hälfte des 17. Jhdt., € 80.000,- bis € 150.000,-)

Ein besonders schönes Stück ist ein prächtiger barocker Schreibschrank aus Österreich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert. Er besteht aus einem Eichenholzkorpus, ist mit Nussholz furniert, linear marketiert und hat vergoldete Schnitzwerkelemente. Die originalen, kugeligen Pratzenfüße sind ein besonderer Augenschmaus. (Prächtiger barocker Schreibschrank, Österreich, 1. Hälfte des 18. Jhdt., Eichenholzkorpus, mit Nussholz furniert und linear marketiert, 237 x 116 x 60 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Ein weiteres Highlight ist eine Carrera-Marmor-Skulptur von Josef Kähsmann. Sie zeigt eine lebensgroße Darstellung der Göttin Psyche in dem Moment, als sie unerlaubt das Gefäß der Proserpina öffnet. Die Skulptur steht unter dem Schutz des Denkmalamtes. (Josef Kähsmann, „Psyche“, Rom, datiert 1826, Carrera-Marmor, € 100.000, -bis € 200.000,-)

Weitere Werke:
Heiliger Papst & Heiliger Mönch, Meister von Heiligenblut, Brixen, um 1520, Lindenholz, € 20.000,- bis € 40.000,-
Trauernder Johannes, Tirol um 1400, Holz, € 40.000,- bis € 80.000,-
Byzantinischer Steigbügelring, Byzanz, Mitte 11. Jahrhundert, Gold, polychromes Cloisonné, dreieckiges Kopfteil mit ovalem, halbrund geschliffenen weißlich-grünen Jadeit, € 25.000,- bis € 50.000,-
Pinzgauer Hallenschrank, Salzburg, um 1700, Zirbenholz, massiv, reliefierter Schnitzdekor, 250 x 174 x 70 cm, € 25.000,- bis € 50.000,-

Johann Peter der Ältere Schwanthaler, „Maria Immaculata“, Österreich, 2. Hälfte des 18. Jhdt., Holz, geschnitzt, Vergoldung und Silberfassung, € 35.000,- bis € 70.000,-
Paar große Empire-Tafelaufsätze, Frankreich, 19. Jhdt., Bronze, vergoldet, H. 54,5 cm, € 25.000,- bis € 50.000,-

Jugendstil (27. November 2013, 19 Uhr)

Aus dem Familienbesitz von Kolo Moser stammt das von ihm entworfene Mosaik, das seine Frau Editha Moser zeigt. Aus Keramik gefertigt, mit hellen Scherben und farbig glasiert, wurde es fachgerecht restauriert, später an einen belgischen Sammler verkauft und kommt nun im Kinsky unter den Hammer. (Kolo Moser, Mosaik: Editha Moser, um 1907-08, Keramik, € 20.000,- bis € 40.000,-)

Sehr dekorativ und ein ganz besonderes Liebhaberstück ist der silberne Tafelaufsatz mit Deckel von Josef Hoffmann. Es ist dies einer der frühesten Metallgegenstände, welche die Wiener Werkstätte produziert hat. Insgesamt gelangen 17 Werke von Josef Hoffmann im Zuge der Jubiläumsauktion zur Versteigerung. (Josef Hoffmann, „Tafelaufsatz mit Deckel“, Wiener Werkstätte, 1903, Silber, € 120.000,- bis € 200.000,-); Weitere Besonderheit: Ein 87-teiliges Essbesteck von Josef Hoffmann, aus Silber gefertigt, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Ein aus Bronze gegossener und grün patinierter „Kleiner Reliquienträger“ stammt aus einer Reihe von Entwürfen Georg Minnes aus kleinen, knienden Knabenfiguren. Der Entwurf stammt aus 1897, die Figur entspringt belgischem Privatbesitz. Von Georg Minne gelangen insgesamt sechs Werke zur Versteigerung. (Georg Minne, „Kleiner Reliquienträger“, Entwurf: 1897, Bronze, grün patiniert, € 45.000,- bis € 70.000,-)

Weitere Werke von: Carl Witzmann, Otto Prutscher, Franz Hagenauer, Adolf Loos, Michael Powolny, Johann Lötz Witwe, Gabriel Argy-Rousseau, Emile Gallé u.v.m.

Alte Meister (28. November, 17 Uhr)

Mit Liebe zum Detail und Realismus inszeniert David Vinckboons eine Gesellschaft von sechzehn Frauen und Männern auf der Lichtung eines dicht und wild wachsenden Laubwaldes. Der Blick des Betrachters wird mitten in das Bildgeschehen gelenkt: eine üppige, elegante Tischgesellschaft, welche sich an einer mit Obst gedeckten Tafel mit Gesang, Liebelei und Weingenuss vergnügt. Hier wird in der Tradition der antiken Venusfeste ein Liebesfest der Aristokratie des holländischen 17. Jahrhunderts gefeiert. (David Vinckboons, „Elegante Gesellschaft“, um 1610, Öl auf Holz, 85 x 55,5 cm, Schätzpreis € 80.000,- bis € 150.000,-)

Im künstlerischen Schaffen von Jan Brueghel d. J. spielte von Beginn an die Mythologie eine wichtige Rolle, so auch in seiner Darstellung „Bacchus und Gefolge“. Sichtlich des Lebens zufrieden thront Bacchus nur mit einem roten Tuch umschlungen auf einem Felsbrocken und prostet dem Betrachter des Bildes mit einem rotweingefüllten, venezianischen Flötenglas zu. Umringt ist er von den Attributen seiner Sinnenfreude: Putten mit Trauben in den Händen, Weinkrüge und leergetrunkene Weinkelche, ein Geißbock, Symbol der sexuellen Begierde, ein schlafender Putto sowie ein Lepoard als Zeichen für Stärke, Wildheit, Aggressivität und Fruchtbarkeit. (Jan Brueghel d. J., Bacchus und Gefolge, um 1635, Öl auf Holz, parkettiert, 49 x 64 cm, Schätzpreis: € 70.000 bis € 140.000,-)

Eine wahre Rarität im Oeuvre Johann Baptist Drechslers ist das exquisite Gemäldepaar, das im Kinsky zur Versteigerung gelangt. Es stellt gleichzeitig den Übergang vom Barock zum Biedermeier dar und ist ein seltenes Beispiel der auf Kupfer gemalten Werke Drechslers. Durch die Wahl dieses speziellen Grundmaterials kommt seine Virtuosität in Farbe und Komposition besonders zur Geltung. Nahezu greifbare Plastizität sowie die brillante Leuchtkraft der Blüten verleihen dem Blumenarrangement eine ganz besondere Aussagekraft. (Johann Baptist Drechsler, „Pendants – Blumenstillleben mit Schmetterling und Blaumeise“ & „ Blumenstillleben mit Schmetterling und Fink“, 1796, Öl auf Kupfer, 52,5 x 38,5 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-)

Die Wärme und das goldene Licht des Südens zog viele Künstler aus dem Norden Europas an, so auch Nicolaes Claes Berchem. Im Gemälde „Südlicher Hafen mit eleganter Staffage“ verbindet er das „Licht des Südens“ mit der holländischen Tradition. Das Gemälde gehört zu einer sehr kleinen Gruppe von Hafenansichten Nicolaes Berchems, die hauptsäc hlich um 1660 und in dem darauffolgenden Jahrzehnt entstanden ist. (Nicolaes Claes Berchem, „Südlicher Hafen mit eleganter Staffage“, um 1660, Öl auf Leinwand, oval, 51 x 89,5 cm, Schätzpreis: € 70.000,- bis € 120.000,-)

Eine Besonderheit sind 48 Briefe der Kaiserin Maria Theresia an Johann Franz Gottfried Graf von Dietrichstein, Präsident der Hofkammer, davon zehn mit eigenhändigen Unterschriften Maria Theresias, vier davon mit ihren eigenhändigen Vermerken. (April 1744 bis Oktober 1750, Schätzpreis: € 10.000,- bis 20.000,-)

Weitere Werke von: Franz Christoph Janneck, Jan van Goyen, Jan von den Hecke, Philipp Peter Roos (Rosa da Tivoli), Theobald Michau, Antoine Caron, Guiseppe Ruoppolo, Salomon van Ruysdael Umkreis, Johann Georg de Hamilton Werkstatt, Bernardo Bellotto Umkreis, Johann Georg Platzer

Bilder des 19. Jahrhunderts (28. November 2013, 18 Uhr)

Ferdinand Georg Waldmüller gilt wohl als der unbestrittene Meister der österreichischen Malerei des Biedermeiers. Szenen des Alltags hat er wie kein zweiter lebendig und unmittelbar erfasst. Das Gemälde „Das Veilchenmädchen“ ist im letzten Lebensjahr Waldmüllers entstanden, bereits überschattet von seiner Krankheit. Ein kleines, offensichtlich armes Mädchen bietet dem Betrachter mit ausgestreckter Hand Veilchen an. Die Wirkung des Mädchens mit ihrem reizenden, schüchternen Lächeln und der Darbietung der ersten Frühlingsboten ist wahrlich entzückend. (Ferdinand Georg Waldmüller, „Das Veilchenmädchen“, 1865, Öl auf Holz, 57,5 x 42,5 cm, € 130.000,- bis € 250.000,-)

Friedrich Gauermann zählte zu jenen Künstlern, die den eigenen Stellenwert sehr schnell erkannten und stellte sein Licht erst gar nicht unter den Scheffel. Die Landschaft, die ländliche Idylle, vor allem aber die Tierdarstellung, in der er eine wahre Meisterschaft erreichte, waren seine Themen. Die atmosphärische Stimmung bei aufziehendem Gewitter, wie in dem zur Auktion gelangenden Gemälde, übte eine besondere Faszination auf Gauermann aus. Ein dramatischer Wolkenhimmel hinterfängt die Szenerie einer in großer Eile flüchtenden Herde. Mit ungeheurer Präzision gibt Gauermann jedes Detail wieder. (Friedrich Gauermann, „Heimkehr einer Herbe bei aufziehendem Gewitter“, 1853, Öl auf Holz, parkettiert, 43,5 x 55 cm, Schätzpreis: € 70.000,- bis € 140.000,-)

Weiters: Friedrich Gauermann, „Die Leinersäge beim Lachenbauer“, 1826, Öl auf Leinwand, 58 x 79 cm, € 50.000,- bis € 100.000,-

Friedrich von Amerlings Porträt „Mädchen mit dem Strohhut“ ist eines von insgesamt drei Fassungen, die sich sowohl in Darstellung, aber auch im Bildträger – Leinwand – und in den Maßen gleichen. Eine Version steht im Besitz der Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein, die andere befindet sich in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. Amerling gelang es in diesem Porträt mehr duch das Weglassen als durch die Darstellung selbst, die Konzentration auf das Wesentliche zu erreichen. (Friedrich von Amerling, „Mädchen mit Strohhut“, um 1835, Öl auf Leinwand, 58,5 x 46 cm, € 100.000,- bis € 200.000,-)

Zwei Werke von Olga Wisinger-Florian, die dem Besitz der Familie Kary entstammen, gelangen zum 20-jährigen Jubiläum im Kinsky zur Auktion. Eines davon zeigt eine herbstliche Platanenallee im Schlosspark von Alcsuth/Ungarn aus dem Jahre 1909/10. Das Gemälde wurde im Jahre 1911 an die Familie Kary verkauft. Kurze Zeit später verkauft Wisinger-Florian ein zweites Bild, die Ulmenallee im Park eines Klosters am Schwarzen Meer, eines ihrer erfolgreichsten Motive überhaupt, an dieselbe Familie. (Olga Wisinger-Florian, „Herbstliche Platanenallee im Schlosspark von Alscuth/Ungarn“, 1909/10, Öl auf Leinwand, 147,5 x 255 cm, € 100.000, -bis € 200.000,- sowie „Ulmenallee im Park des Klosters Euxinograd bei Varna am Schwarzen Meer“, 1911, Öl auf Leinwand, 147,5 x 254 cm, € 150.000,- bis € 300.000,-)

Weitere Werke von: Josef Danhauser, Johann Matthias Ranftl, Rudolf von Alt, Franz Xaver Petter, Eugen von Blaas, Alfred Zoff, Theodor von Hörmann, Carl Spitzweg, Franz von Defregger, Albin Egger-Lienz, Edward Theodore Compton, Hans Makart, Alexander Koester, Adolf Schreyer, Carl Schuch, Eugen Jettel, Emil Jakob Schindler, Theodor von Hörmann

Der Online-Katalog ist ab 4. November 2013 unter www.imkinsky.com abrufbar und wird auf Anfrage gerne zugesandt.

98. Kunstauktion im Kinsky
Jubiläumsauktion 20 Jahre Auktionshaus im Kinsky
26. November 2013 17 Uhr: Klassische Moderne

26. November 2013 19 Uhr: Zeitgenössische Kunst

27. November 2013 17 Uhr: Antiquitäten

27. November 2013 19 Uhr: Jugendstil

28. November 2013 17 Uhr: Alte Meister

28. November 2013 18 Uhr: Bilder des 19. Jahrhunderts


Rückfragehinweis:
Alba Communications - Mag. Alexandra Seyer, Tel.: +43 (0)1 353 60 10-10, Mobil: +43 (0)664 132 9993, Mail: a.seyer@albacommunications.at

Veranstaltungen zum Bericht:
98. Kunstauktion – 20 Jahre im Kinsky

Quelle: © im Kinsky Kunst Auktionen GmbH

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