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Vorbericht zur Auktion 091B - Murano Glas am 21.09.2010

Auktion 091B, 21.09.2010

Vorbesichtigung:
16./17. Sept. 10 - 18 Uhr
18./19. Sept. 13 - 17 Uhr
20. Sept. 10 - 15 Uhr

300 Murano-und Studio-Glasobjekte kommen am 21. September bei Quittenbaum zur Versteigerung, darunter sind 47 hochwertige Murano-Stücke aus einer italienischen Privatsammlung.

Teil 1, Murano-Glas und Studio-Glas
Die Auktion wird von Werken aus dem Hause Barovier eröffnet, von großer Bedeutung ist die Vase ‚murrina’ um 1914 (Los 2, € 6.000-7.500), die Giuseppe Barovier in der u.a. zusammen mit seinem Onkel Giovanni Barovier 1884 gegründeten und 1890 in Artisti Barovier umbenannten Firma herstellte. Die Vase aus dieser Manufaktur, die gerade für die Anwendung der alten Murrine-Technik bekannt ist, besticht mit ihren Farbakzenten, hervorgerufen durch Rosen in kräftigem Pink und Grün inmitten von dunkelvioletten Murrinen. Ebenso bedeutend ist die Vase ‚vetro mosaico’ (Los 3), entworfen von Ercole Barovier in den Jahren 1924/25 für die ab 1919 in Artistica Barovier benannte Vetreria, aufgerufen mit einer Taxe von € 8.000-10.000.

Die Unikat-Vase ‚inciso’ aus dem Traditionsunternehmen Venini & C. ist mit einem Schätzpreis von € 20.000-24.000 eines der Highlights dieser Auktion (Los 58). Die von Carlo Scarpa um 1940 entworfene Vase besticht durch geometrische Schlichtheit, die Kugelschliffe auf der zehnseitig angelegten, grau getönten Vase wurden vom berühmten Kunstglasgraveur Franz Pelzel ausgeführt.
Aus demselben Jahr stammt die ‚oriente’-Vase (Los 31, € 2.500-2.800), eine weitere Arbeit von Ercole Barovier, der nicht nur künstlerisch begabt, sondern auch geschäftstüchtig war. Farbige Glasbänder legen sich bei dieser ‚oriente’-Variante über eine aufgeplatzte Silberschicht. Begehrt sind auch die leuchtenden ‚dorico aquamare’-Vasen des Künstlers, die Quittenbaum anbieten kann (Los 78,79); als Rarität gilt die Vase ‚dorico’ mit großen graubraunen Murrinen von 1962 (Los 80), die mit € 13.000-14.000 aufgerufen wird.
Von Carlo Scarpa, dem prägenden Gestalter für Venini, wird ebenso aus dem Jahr 1940 eine Vase ‚tessuto’ mit vertikalen Glasstäben für € 6.000 angeboten (Los 57).

Eine hohe, zylindrische Vase mit bunten Murrinen entwarf Ermanno Toso um 1960 mit seiner Vase 'gran redentore' (Los 98 für € 9.000-12.000). Zum Aufruf kommen weitere herausragende ‚murrine’ Stücke: so etwa die reliefartige Schale aus locker zusammengeschmolzenen Mosaikplättchen von Fulvio Bianconi für Venini & C. für € 12.000-14.000 (Los 119, um 1955); Paolo Venini, der sonst für die Verpflichtung hochbegabter Künstler der Manufaktur verantwortlich war, entwarf um 1955 die schöne Vase ‚murrine’ Los 120 für € 12.000-13.000.

Fulvio Bianconi, dessen Begabung Paolo Venini als erster erkannt hatte, war äußerst erfolgreich mit seinen 1954 entworfenen ‚scozzesi’-Vasen, die sich mit wörtlich übersetzt ‚schottischem’ Karo-Zwischenschichtdekor auszeichnen; zur Offerte zählt die Vase Los 131 von 1957 für € 5.000-6.000. Auch seine Tierentwürfe waren erfolggekrönt: der ‚Hahn’ Los 117 (1954) wird mit einem Schätzpreis von € 10.000-11.000 versteigert.
Zum Angebot aus jüngerer Zeit gehört u.a. die 1986 entstandene Vase ‚ Leda und der Schwan’ des sizilianischen Malers Renato Guttuso für S.A.L.I.R. (Los 191, € 4.000-5.000).

Zum Abschluss werden einige Arbeiten aus dem Bereich Modernes Glas und internationales Studio-Glas versteigert. Hier sticht die frühe ‚Unica’-Vase von Andries Dirk Copier aus dem Jahr 1939 mit lebendig gestalteter Unterwasserszenerie hervor (Los 221, € 1.800-2.500). Für € 2.400- 2.800 kann der Pâte de Verre-Krug ‚König Athamas’ von Jean Cocteau (Los 240), in Anlehnung an die griechische Mytholgie und 1957 von der Cristallerie Daum ausgeführt, erworben werden.


Teil 2 Murano-Glas, Eine italienische Privatsammlung
Von Guido Balsamo Stella, der ab 1927 für fünf Jahre als künstlerischer Leiter für S.A.L.I.R tätig war, sind mehrere Vasen von 1928 bis 1930 für € 6.000- 8.000 im Angebot (Los 258, 259, 260). Die Firma war mit Franz Pelzel als Graveur führend in der Herstellung von Glas mit figurativ geschliffenen Motiven, die fein und anmutig im Art Déco Stil ausgeführt wurden.

Gefäße und Objekte von betont plastischem Charakter werden von Napoleone Martinuzzi verauktioniert (Lose 264-268). Beispielhaft sind seine Entwürfe in Schaumglas, wie etwa die Schale mit Gummibaum ‚pulegoso’ für € 4.700-5.000 (Los 264) oder Werke aus opakem Glas; charakteristisch dafür sind die bekannten Kakteen, hier die Schale mit Kaktus aus ‚pasta vitrea’-Glas mit leichter Marmoroptik für € 6.000-7.000 (Los 265) oder die opakblaue Vase ‚pasta vitrea’ für € 9.500-11.000 (Los 267). Auch mit seinen weiblichen Nudi machte sich Martinuzzi einen Namen, die er wie die vorher genannten Objekte in der zusammen mit seinem Muraneser Partner Francesco Zecchin 1932 gegründeten Firma Zecchin-Martinuzzi Vetri Artistici e Mosaici produzierte; Quittenbaum kann den weiblichen Torso von 1933 für € 9.500-11.000 anbieten (Los 266). Als weiterer Augenschmaus des Künstlers kommt die blaue gerippte Schale ‚incamiciato’ für € 7.000-8.000 zur Auktion (Los 268).

Außergewöhnliche Formen erscheinen beim 1950er-Jahre Glas. Die Schale ‚eldorado’ von Dino Martens zeigt die typisch organisch bzw. amorphe Handschrift des zu dieser Zeit führenden Glas-Künstlers (Los 283). Die farblich differenzierte ‚eldorado’-Serie setzt sich im Gegensatz zur ‚oriente’-Technik aus durchsichtigen eingeschmolzenen Glasteilen, zanfirico-Stäben, farbigen Glasstücken und zudem aus glitzerndem Aventuringlas zusammen. Die dekorative Schale von 1952 wird mit einem Schätzpreis von € 24.000- 26.000 angeboten. Ein weiteres Glanzstück des Künstlers ist die ‚pulegoso’-Vase Los 289 für € 9.500-11.000.
Giorgio Ferros ‚anse volante’-Vasen (Los 285-292, um 1952) mit perforierter Formgebung und irisierter Oberfläche werden als Weiterentwicklung von Dino Martens Entwürfen aus den 1930er Jahren gesehen. Die Vasen werden zwischen € 2.400 und € 7.000 angeboten.
Thomas Stearns, der als erster Amerikaner ab 1959/1961 für Venini künstlerisch tätig war und mit neuen Ideen und ohne Italienisch-Kenntnisse nach Murano kam, revolutionierte durch Glas als Skulptur. Die Vase ‚incalmo’ wird zu einem Schätzpreis von € 10.500-12.000 angeboten (Los 295, 1962).

Veranstaltungen zum Bericht:
91. Auktion: Afrikanische Kunst | Murano Glas | Design

Quelle: © Quittenbaum Kunstauktionen

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