Die Kunst, online zu lesen.

Home



Roelant Savery

Roelant Savery

Lot 2
Roelant Savery
(Courtrai 1576-1639 Utrecht)
Löwe und Stier
Öl auf Leinwand (doubliert)
116,5 x 140 cm
wohl 1628 oder später
Geschnitzter Prunkrahmen mit reicher floraler Dekoration, vergoldet
Provenienz: Österreichische Privatsammlung
Literatur: vgl. Kurt J. Müllenmeister: Roelant Savery. Kortrijk 1576-1639 Utrecht. Hofmaler von Kaiser Rudolf II. in Prag. Die Gemälde mit kritischem Oeuvrekatalog, Freren 1988, Kat.Nr. 108 (m. Abb.) und Kat.Nr. 191 (m.Abb.)
Gutachten Dr. Alexander Wied, Kustos des Kunsthistorischen Museums i.R., Wien, den 10. Februar 2009, liegt bei.

Losnummer: 2


Der 1576 in Kortrijk geborene Roelant Savery wurde um 1602 Schüler seines älteren Bruder Jacob Savery d.Ä. und trat 1604 in die Dienste Kaiser Rudolfs II. in Prag, wo er noch über den Tod Rudolfs II. (1612) hinaus blieb. Im Auftrag des Kaisers bereiste der Künstler 1606 und 1608 Tirol. Nach verschiedenen Aufenthalten u.a. in München, Wien und Salzburg lebte Savery ab 1619 in Utrecht, wo er 1639 starb.
Wie Dr. Alexander Wied, Kustos des Kunsthistorischen Museums i.R., in seinem Gutachten verdeutlicht sind großformatige Tierdarstellungen im Werk Roelant Saverys im Vergleich zu den häufiger vorkommenden klein- und mittelformatigen Gemälden eine selten dokumentierte Besonderheit: „Als Vergleichsbeispiele sind anzuführen „Ein Goldschakal greift vier Rinder an“ (Holz 51 x 81 cm) in Genf, Musée d’Art et d’Histoire (1) und vor allem „Löwen fallen eine Kuh an“ (Leinwand, 97,5 x 135 cm) in Budapest, Szépmüvészi Múzeum (2). Besonders letztgenanntes Bild ist in Thema, Technik und Format „Löwe und Stier“ verwandt.
In alten Inventaren werden vergleichbare, heute verschollene Darstellungen von Roelant Savery genannt, so im Prager Inventar von 1621: „etliche thier als löwen und auerochsen mit ein ander“ (3) und im Inventar der Sammlung Erzherzog Leopold Wilhelms von 1659 (4) unter Nr. 317: eine große Landschaft auf Leinwand „warin ein wilder Stier mit einem wilden Schwein streitt“, Maße umgerechnet 174,7 x 253,7 cm (!) und Nr. 318:„Ein große Landschafft von Öhlfarb auf Leinwath, warin ein Löw vnd ein Tiger streiiten“, im Format noch etwas größer: 193,4 x 272,4 cm (beide Bilder über den Rahmen gemessen). Die Zuschreibungen im Inventar Erzherzog Leopold Wilhelms sind im allgemeinen ernst zu nehmen, so dass wir tatsächlich mit der Existenz so großer Leinwand Bilder von R. Savery rechnen dürfen. „Löwe und Stier“ lässt sich allerdings in den kaiserlichen Sammlungen inventarisch nicht nachweisen.….
Aufgrund der Nähe des schon genannten, von Savery voll signierten und 1628 datierten Bild („Löwen fallen eine Kuh an“) in Budapest scheint eine Zuschreibung von „Löwe und Stier“ an Roelant Savery gesichert. Der Maler konzentriert sich hier auf zwei große Tiere (statt auf vier, wie im Budapester Bild)), wodurch er sie ins Monumentale steigert. Er setzt sie kompositorisch sicher und gekonnt in einer gegenläufigen Torsion in die Landschaft. Die starke Biegung der Tierkörper, die als gefährliche, gleichgewichtige Gegner einander eher ausweichen als sich zum Kampf stellen, sind von dramatischerer Wirkung, als wir es sonst von Savery kennen. Genau wie im Budapester Bild finden sich auch hier der rahmende Landschaftshintergrund, der Durchblick auf den Himmel, der von Vögeln belebt wird, und die Zartheit des hellen Baumlaubes. Im Vordergrund ist die Laubbehandlung kräftiger, dem Großformat Rechnung tragend. Eichenlaub wechselt mit einer Palme (links) und einer Lärche (?) rechts. Auch die Art, wie der Vordergrund mit großblättrigen Blattpflanzen gefüllt ist, findet im Budapester Bild eine Entsprechung; zum Teil sind es sogar die gleichen Pflanzen (Große Klette).
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei „Löwe und Stier“ um ein (vermutlich spätes, 1628 oder danach entstandenes) eigenhändiges, bisher unbekanntes und unpubliziertes Werk von Roelant Savery handelt.…“

1 Müllenmeister 1988 (op.cit.), Kat.Nr. 108 (m.Abb.)
2 Müllenmeister, 1988, (op.cit.), Kat.Nr. 191 (m.Abb.)
3 Publiziert von H. Zimmermann in: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses XXV, 1905, S. XX-LI, Reg.-Nr. 19421
4 Publiziert von A. v. Berger in: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses I, 1883, S. LXXXVI-CLXXVII, Reg.-Nr. 495


Veranstaltungshinweise:

Am 21.04.2009 bis 22.04.2009 73. Kunstauktion


Schätzpreis: 150.000 - 250.000  EURO

Kontakt- / Orderformular


Name*:


Vorname:

Telefon*:

Telefax:

E-Mail*:

Straße* / Nr*:

PLZ*/Ort*:

Land:

Kommentar:

Newsletter:

Wir informieren Sie gerne über weitere Aktivitäten von: "im Kinsky Kunst Auktionen GmbH". Zum Eintrag in den Newsletter aktivieren Sie bitte dieses Kontrollkästchen.

Ihre Anfrage wird durch "im Kinsky Kunst Auktionen GmbH" umgehend bearbeitet und vertraulich (nach Vorgaben des Datenschutzes) behandelt. Die Nutzung Ihrer Daten durch Dritte ist somit ausgeschlossen


* Diese Angabe ist Pflicht.


Zurück

© Auktionshaus im Kinsky GmbH, Wien 




Auktionshaus im Kinsky GmbH

English Site Auktionshaus im Kinsky GmbH

News

English Site News

Termine

English Site Termine

Toplose

Nachverkauf








Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Auktionen

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce