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Frank Horvat gestorben

Der Fotograf Frank Horvat ist gestorben

Der Fotograf Frank Horvat ist tot. Der Künstler, der vor allem mit seinen Modebildern für Elle, Vougue, Glamour oder Harper’s Bazaar internationale Bekanntheit erlangte, starb am Mittwoch im Kreise der Familie in seiner Wahlheimat Paris. Er wurde 92 Jahre alt. Horvat beschäftigte sich auch mit Reportage- und Straßenfotografie, lichtete Landschaften und Menschen ab und erstellte Essays über Natur, Skulptur und befreundete Fotokünstler. Zur Welt kam er am 28. April 1928 im damaligen italienischen Abbazia, heute Opatija in Kroatien. Den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des Faschismus verbrachte der Jude mit seiner Familie im schweizerischen Lugano, kehrte im Anschluss nach Italien zurück und studierte kurzfristig an der Accademia di Brera in Mailand.

Im Alter von 15 Jahren tauschte Frank Horvat seine Briefmarkensammlung gegen seine erste Fotokamera ein. Prägend für seinen weiteren Lebensweg waren die Begegnungen mit Henri Cartier-Bresson und Robert Capa 1950 in Paris. Es folgten Aufenthalte als freier Fotograf in Pakistan und Indien sowie Tätigkeiten für britische Magazine, ehe er sich 1955 dauerhaft in Paris niederließ und nun für die großen Modezeitschriften arbeitete. Er habe die Modefotografie erneuert, teilte die Pariser Galerie Lelong in ihrem Nachruf mit. Horvat habe das Studio verlassen und seine Modelle auf den Straßen der Metropole inszeniert. Damit gelang ihm die Verbindung von Eleganz mit der Realität des Lebens, etwa als er die Schauspielerin Anna Karina 1959 für „Jours de France“ im kurzen weißen Kleid vor den neugierigen und staunenden Menschen am regnerischen Gemüsemarkt von „Les Halles“ in Paris ablichtete.

„Fotografieren bedeutet für mich, das Gesehene wiederzugeben, konzentriert auf einen einzigen Moment, innerhalb eines Rechtecks, neu arrangiert und irgendwie auch neu interpretiert. Aber es ist auch die Befreiung einer Emotion, die Veredelung einer Sehnsucht“, beschrieb Horvat sein Tun. Als Folie für seine Modelle mit ihren auserlesenen Roben suchte er häufig gegensätzliche Welten, etwa Männer in einer Bar, Metzger in ihren dreckigen Kitteln oder Rugby-Spieler. Zudem experimentierte er mit kühn angeschnittenen Motiven oder amüsanten Filmzitaten, verwendete meist natürliches Licht und fing in seinen sinnlichen Bildern die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit der Frauen ein.

Zwischen 1976 und 1986 erstellte Frank Horvat mehrere fotografische Essays ohne Auftrag und gab die „Portraits of Trees“, „Very Similar“, „New York up and down“ oder „Goethe’s journey to Sicily“ in Buchform heraus. In diesen Jahren litt er auch an einer Augenkrankheit und wandte sich daher vorübergehend dem Schreiben zu. Unter dem Titel „Entre Vues“ verfasste Horvat eine Sammlung von Interviews mit anderen Fotografen, darunter Edouard Boubat, Mario Giacomelli, Josef Koudelka, Don McCullin, Sarah Moon, Marc Riboud oder Joel-Peter Witkin. Bis zuletzt blieb Horvat aktiv und arbeitete an Büchern und Fotoserien wie „Photgraphic Autobiography“ oder „Nothing Special“.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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