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Renaissance-Humpen für Braunschweig erworben

Humpen von Veltheim, Halberstadt oder Helmstedt, 1578

Ein bedeutendes historisches Zeugnis und Prunkstück norddeutscher Goldschmiedekunst kehrt nach Niedersachsen zurück: Das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig konnte sich im Juli 2019 bei Sotheby’s in London den sogenannten „Humpen von Veltheim“ sichern. Der Zuschlag für das prachtvolle Gefäß mit dem Wappen des Achatz von Veltheim (1538-1588) und der Margarete von Salder (1545-1615) erfolgte zur unteren Schätzung von 80.000 Pfund. Die Richard Borek Stiftung, eine Förderin des Museums, zahlte für den ungemarkten, wohl in Halberstadt oder Helmstedt entstanden Humpen mit Aufgeld schließlich 100.000 Pfund und überlässt das Werk dem Museum als Dauerleihgabe. Das silberne, teils vergoldete Objekt stelle eine signifikante Stärkung des Bestands an Silberarbeiten dar und bereichere zugleich die Stadt um ein weiteres Zeugnis des bedeutenden Rittergeschlechts von Veltheim, teilte das Museum mit.

Achatz von Veltheim auf Harbke bei Helmstedt hatte in Italien und Leipzig Rechtswissenschaft studiert, war erzbischöflich-magdeburgischer Landrat und seit 1564 auch als Rat in kurfürstlich-brandenburgischen Diensten. Margareta aus dem mächtigen und angesehen Adelsgeschlecht von Salder war die Tochter Burchards, der eine wesentliche Rolle in der Hildesheimer Stiftsfehde gespielt hatte, die sich zu einer Auseinandersetzung der niedersächsischen Territorialfürsten entwickelte. Als Erbkämmerer und Küchenmeister im Herzogtum Braunschweig ließ sich Achatz 1573 einen städtischen Adelshof errichten. Er ist das einzige noch erhaltene Gebäude des ehemaligen Braunschweiger Lehnshofensembles und nach dem Dom das älteste erhaltene Anwesen auf dem heutigen Burgplatz.

Der Renaissance-Humpen datiert ins Jahr 1578 und verweist damit auf das zehnjährige Ehejubiläum der beiden Adeligen, die auf dem Deckel unter dem Segen des auferstandenen Christus stehen. Auf der fein mit Ornamenten gravierten Gefäßwandung finden sich ungewöhnlicher Weise Wappen zweier Generationen weiblicher Vorfahren. Die Experten in Braunschweig nehmen daher an, dass ein zweiter Humpen als Pendant existierte, der die Wappen der männlichen Ahnen abbildete.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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