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Rosalind Nashashibi in Wien

Die Wiener Secession präsentiert derzeit Arbeiten der Britin Rosalind Nashashibi in der Ausstellung „Deep Redder“. Die 1973 bei London geborene Malerin und Filmkünstlerin mit palästinensischen Wurzeln setzt sich in ihren Arbeiten mit Formen des Sorgetragens und des Zusammenlebens unter Berücksichtigung der jeweiligen politischen, sozialen und historischen Bedingtheiten auseinander. Hierbei verbindet sie Privates und Politisches miteinander: Konzentriert sich etwa „Electrical Gaza“ eher auf die Politik, so verlagert sich der Fokus auf das Private wie im Film „Vivian’s Garden“. In Wien sind neben dem neuen zweiteiligen Filmprojekt „The moon nearly at the full“ sowie „The team horse goes astray“ auch zehn Gemälde und sieben Arbeiten auf Papier zu sehen.

Rosalind Nashashibi setzt sich mit den vielfältigen Mechanismen auseinander, die hinter Identitätspolitiken und dem Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen stecken. Hierfür nutzt sie einfühlsam und respektvoll die Biografien von Menschen. In ihren Filmen verdichten sich Momente des alltäglichen Lebens zu Collagen mit „oft enigmatischen wie gleichermaßen poetischen Bildern“, erklärt die Kuratorin Bettina Spörr. In ihrem neuen Film thematisiert die Absolventin der Sheffield Hallam University und der Glasgow School of Art ihre noch nicht abgeschlossenen Überlegungen zu gesellschaftliche Normen familiären Zusammenlebens. Der Inspirationsgeber ist die Kurzgeschichte „The Shobies’ Story“ der Science-Fiction und Fantasy-Autorin Ursula Le Guin. Eingebettet in das von der Schriftstellerin geschaffene Science-Fiction-Universum erzählt Nashashibi von den Erlebnissen einer generationenübergreifend zusammengestellten Gruppe, die eine neue Form der Raumfahrt testet, die auf nicht-linearer Zeit basiert.

Neben Filmen schafft Nashashibi, die etwa an der Documenta 14 und der 52. Biennale in Venedig teilnahm, auch Gemälde. Hier bleibt sie dem Gegenständlichen verbunden, auch wenn sie die Formen stark reduziert und abstrakte Elemente einsetzt. So ist die blaue Flasche im Bild „Bottle“ von 2019 trotz des flächigen bunten Hintergrunds deutlich erkennbar, ebenso wie das gleichzeitig entstandene Antlitz einer blonden Frau in „Coin“. Spörr erklärt: „Die in der Ausstellung gezeigten Gemälde veranschaulichen ihre Erfahrung des In-der-Welt-Seins und der Gleichzeitigkeit verschiedener Zustände.“ Rosalind Nashashibi beschreibt dies mit „die Füße und Knöchel im Wasser, die Waden und Schenkel im Trockenen – ein den Hals nach oben reckendes Lamm oder das verborgene Gesicht eines Kälbchens, das dennoch vom Mondlicht beschienen wird“. Eine weitere wichtige Rolle nehmen künstlerische Kollaborationen ein, die im Künstlerbuch „All Things Are Done By Money“ deutlich werden. Hier arbeitete Nashashibi mit der litauischen Künstlerin Elena Narbutaite zusammen.

Die Ausstellung „Rosalind Nashashibi. Deep Redder“ läuft bis zum 1. September. Die Secession hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder unter zehn Jahren ist er kostenlos. Das Künstlerbuch „All Things Are Done By Money“ kostet in der Secession 19 Euro.

Secession
Friedrichstraße 12
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 587 53 07
Telefax: +43 (0)1 – 587 53 07 34

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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27.06.2019, Rosalind Nashashibi - Deep Redder

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Zeitgenössische Kunst

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Rosalind Nashashibi









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